Dieser Artikel behandelt das naturwissenschaftliche Fachgebiet Biochemie; zur gleichnamigen alternativmedizinischen Heilmethode siehe Schüßler-Salze. Friedrich Wöhler Die Biochemie, früher auch Physiologische Chemie, (griechisch βιοχημεία biochēmeia, „die Chemie des Lebens“) genannt, ist die Lehre von den chemischen Vorgängen, dem Stoffwechsel, in Lebewesen. Sie bearbeitet den Grenz- bzw. Überschneidungsbereich zwischen Chemie, Biologie und Medizin. Inhaltsverzeichnis 1 Gegenstand der Biochemie 2 Methoden der Biochemie 3 Geschichte der Biochemie 3.1 Meilensteine der Biochemie 3.2 Forschungsinstitute im deutschen Sprachraum 4 Gliederung der Biochemie 5 Biochemiker 5.1 Studium der Biochemie 5.2 Der Facharzt für Biochemie 6 Literatur 6.1 Lehrbücher 6.2 Biochemische Wörterbücher 6.3 Lehrmaterialien im Internet 6.4 Biochemische Fachzeitschriften 7 Weblinks Bearbeiten Gegenstand der Biochemie Struktur von Hämoglobin – einem wichtigen Biomolekül Die Biochemie beschäftigt sich mit: der Untersuchung biomolekularer Strukturen: wie sind die Biomoleküle aufgebaut, wie ist der molekulare Aufbau des Organismus der Lebewesen, wie werden die molekularen Bausteine bereitgestellt und wie wechselwirken sie miteinander? der Untersuchung des Stoffwechsels: welche Stoffe werden von Lebewesen wie umgesetzt, welche bioenergetischen Voraussetzungen sind nötig, welche Biokatalysatoren sind beteiligt, wie verlaufen die jeweiligen Mechanismen der Stoffumsätze und wie wird der Stoffwechsel gesteuert? der Untersuchung des Informationsaustauschs innerhalb eines Organismus und zwischen Organismen: wie wird Information gespeichert, abgerufen und weitergeleitet, wie werden verschiedene Systeme innerhalb einer Zelle, zwischen verschiedenen Zellen und zwischen Organismen koordiniert? Im Zuge dessen konzentrieren sich die Betrachtungen auf die Stoffgruppen der Nukleinsäuren, Proteine, Lipide und Kohlenhydrate sowie deren Derivate, welche im Allgemeinen als Biomoleküle bezeichnet werden. Der überwiegende Teil der biochemisch wichtigen Vorgänge spielen sich in Lebewesen und somit in wässrigem Milieu ab. Bearbeiten Methoden der Biochemie In der Biochemie wird eine Vielzahl von Methoden aus verschiedenen Gebieten angewandt. Die klassische Biochemie bedient sich vor allem der analytischen Chemie, organischen Chemie, physikalischen Chemie und der Physik. Wichtige Techniken sind dabei Zentrifugation, Chromatographie, Elektrophorese, Spektroskopie, Isotopentechniken, Kristallisation, potentiometrische, elektrometrische, polarographische und manometrische Techniken, in den letzten Jahrzehnten kamen dazu auch molekularbiologische Methoden und Methoden aus der Informatik, der Mikrobiologie und anderen Fächern. Hinzu kommt in der modernen Biochemie stets die quantitative Auswertung der Ergebnisse mit mathematischen Methoden und die Bildung von formalen Theorien mit Hilfe der Mathematik. Bearbeiten Geschichte der Biochemie Eduard Buchner Die Biochemie entwickelte sich seit Anfang des 19. Jahrhunderts aus der Biologie, Chemie und der medizinischen Physiologie und war von Anfang an eng mit der Genetik und Zellbiologie verknüpft. Diese Wissenschaften arbeiten nach wie vor Hand in Hand und ihre Grenzen überlappen einander stark. Die Bereiche Biochemie, Zellbiologie und Genetik werden heutzutage oft unter dem Titel Molekularbiologie zusammengefasst. Zum ersten Mal verwendet wurde der Begriff Biochemie, als Vinzenz Kletzinsky (1826–1882) im Jahre 1858 sein "Compendium der Biochemie" in Wien drucken ließ. Als einer der ersten Deutschen beschäftigte sich Anfang des 19. Jahrhunderts Georg Carl Ludwig Sigwart in Tübingen mit der Biochemie. Er arbeitete unter anderem über Säureindikatoren bei Herbstzeitlosen, Analysen von Gallen- und Harnsteinen und die Proteine des Blutserums. In Frankreich entdeckte Anselme Payen 1833 mit der Amylase (damals als Diastase bezeichnet) das erste Enzym. Ab 1845 isolierte Julius Eugen Schlossberger in seinem Laboratorium in der Küche von Schloss Hohentübingen Kreatin aus Muskelfleisch des Alligators, analysierte rachitische Knochen, den Iodgehalt von Korallen und das Kupfer im Hämocyanin. Sein Nachfolger Felix Hoppe-Seyler befasste sich von 1861 bis 1872 am selben Ort u. a. mit Muskelkontraktion, Totenstarre, Milchsäure aus Glykogen, Oxidations- und Reduktionsfermenten und Hämoglobin. Unter seiner Leitung entdeckte Friedrich Miescher 1869 das Nuklein. Eduard Buchner, von 1896 bis 1898 außerordentlicher Professor der Chemie in Tübingen, entdeckte 1896 die zellfreie Gärung und wurde dafür 1907 mit dem Nobelpreis geehrt. Sir Frederick Gowland Hopkins, ein Pionier der Biochemie in Großbritannien, entdeckte 1912 die Vitamine und essentiellen Aminosäuren und wurde dafür 1929 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. Im Jahre 1926 entdeckte Otto Heinrich Warburg das Atmungsferment Cytochromoxidase, wofür er 1931 den Nobelpreis erhielt. Bearbeiten Meilensteine der Biochemie Der Citratzyklus - einer der zentralen biochemischen Stoffwechselwege 1828 – Synthese des organischen Harnstoffs aus anorganischem Ammoniumcyanat durch Friedrich Wöhler 1833 – Entdeckung des ersten Enzyms (Diastase) durch Anselme Payen 1869 – Entdeckung der Erbsubstanz Nuclein durch Friedrich Miescher 1896 – Entdeckung der zellfreien Gärung durch Eduard Buchner 1926 – Entdeckung des Atmungsferments Cytochromoxidase durch Otto Heinrich Warburg 1929 – Aufklärung des Mechanismus der Glykolyse durch Gustav Embden und Otto Meyerhof, sowie Jakub Parnas 1932 – Aufklärung des Citratzyklus durch Hans Adolf Krebs 1953 – Aufklärung der Struktur der DNA durch James Watson und Francis Crick Bearbeiten Forschungsinstitute im deutschen Sprachraum (Die Liste ist unvollständig) Max-Planck-Institut für Biochemie, Martinsried Zentrum für Biochemie der medizinischen Fakultät, Universität zu Köln Leibniz-Institut für Pflanzenbiochemie, Halle (Saale) Biozentrum der Universität Basel European Molecular Biology Laboratory, Heidelberg Max-Planck-Forschungsstelle für Enzymologie der Proteinfaltung, Halle (Saale) Die Biochemie ist zum festen Bestandteil der hochschulischen Ausbildung vor allem von Medizinern und Biologen, aber auch anderen Naturwissenschaftlern geworden, so finden sich Institute für Biochemie an vielen deutschen Hochschulen. Bearbeiten Gliederung der Biochemie Je nach Untersuchungsgebiet lässt sich die Biochemie in folgende Untergebiete gliedern: medizinische Biochemie ökologische Biochemie Pflanzenbiochemie Proteinchemie Immunbiochemie Neurobiochemie Enzymologie Naturstoffbiochemie physikalische Biochemie Bearbeiten Biochemiker Bearbeiten Studium der Biochemie 2008 gab es in Deutschland Studiengänge der Biochemie mit den Abschlüssen Diplom, Bachelor und Master. Die Diplomstudiengänge werden schrittweise durch konsekutive Bachelor- und Masterstudiengänge ersetzt: Der Diplomstudiengang Biochemie hat eine Regelstudienzeit von 9 bis 10 Semestern, eine Höchststudiendauer von 13 bis 14 Semestern und führt zum berufsqualifizierenden Abschluss Diplom-Biochemiker/in. Der Bachelorstudiengang Biochemie hat eine Regelstudienzeit von 6 bis 8 Semestern und führt zum berufsqualifizierenden Abschluss Bachelor of Science – Biochemie. Der Masterstudiengang Biochemie hat eine Regelstudienzeit von 3 bis 4 Semestern und führt zum berufsqualifizierenden Abschluss Master of Science – Biochemie. Neben dem reinen Biochemie-Studium besteht die Möglichkeit, die Fachrichtungen Chemie oder Biologie zu studieren und während des Studiums den Fächerkanon Biochemie zu vertiefen. Eine Spezialisierung erfolgt üblicherweise durch Biochemie als Wahlpflichtfach bzw. Hauptfach sowie die Anfertigung einer Diplomarbeit, Bachelor-Thesis oder Master-Thesis im Bereich der Biochemie. Diese Variante bietet den Vorteil, dass sich Studienanfänger nicht direkt für ein reines Biochemie-Studium entscheiden müssen. Vielmehr haben sie die Möglichkeit, im Grundstudium verschiedene Fächer kennenzulernen, um sich dann während des Hauptstudiums zu spezialisieren, z. B. in Biochemie. Die Möglichkeit dazu ist an vielen Universitäten gegeben und die Regelstudienzeiten entsprechen denen der reinen Biochemie-Studiengänge. Bei den Bachelor- und Masterstudiengängen hat sich inzwischen im Bereich der Biowissenschaften eine Vielfalt von Studiengängen mit unterschiedlichen Namen und Spezialisierungen etabliert. Ihnen ist gemeinsam, dass sie besonderen Wert auf die molekularen Grundlagen legen und einen hohen Praxisanteil in der Ausbildung haben (siehe Weblinks). Bearbeiten Der Facharzt für Biochemie Es besteht auch die Möglichkeit, nach einem absolvierten Medizinstudium in Deutschland als Facharzt für Biochemie tätig zu werden. Hierfür bedarf es einer vierjährigen Weiterbildungszeit. Auf diese anrechenbar ist 1 Jahr Innere Medizin oder Pädiatrie Am 1. Januar 2001 waren 115 Fachärzte für Biochemie registriert, von denen einer niedergelassen war. 28 übten keine ärztliche Tätigkeit aus. Bearbeiten Literatur Bearbeiten Lehrbücher Handbuch der experimentellen Chemie Sekundarbereich II, Band 11, Biochemie, Aulis Verlag Deubner GmbH & Co. KG * Köln Donald Voet et al.: Lehrbuch der Biochemie. Wiley-VCH, 2002, ISBN 3-527-30519-X Jeremy M. Berg, Lubert Stryer et al.: Biochemie. 5. Auflage. Spektrum Akademischer Verlag, 2003, ISBN 3-8274-1303-6, Online Version, Volltextsuche (englisch) Lehninger, Nelson, Cox: Lehninger Biochemie. 3. Auflage. Springer-Lehrbuch, Berlin 2001, ISBN 3-540-41813-X David L. Nelson, Michael M. Cox: Lehninger Principles of Biochemistry. 4th Edition. Palgrave Macmillan, 2004, ISBN 0-7167-4339-6 (englisch) Georg Löffler, Petro E. Petrides, Peter C. Heinrich: Biochemie und Pathobiochemie. 8. Auflage. Springer-Lehrbuch, 2007, ISBN 978-3-540-32680-9 Werner Müller-Esterl et al.: Biochemie, eine Einführung für Mediziner und Naturwissenschaftler. Spektrum Akademischer Verlag, 2004, ISBN 3-8274-0534-3 Philipp Christen, Rolf Jaussi: Biochemie. Eine Einführung mit 40 Lerneinheiten. Springer-Verlag, 2005, ISBN 3-540-21164-0 Andreas Held: Prüfungs-Trainer Biochemie und Zellbiologie. Spektrum Akademischer Verlag, 2005, ISBN 3-8274-1542-X Konrad Lechner: Schülerbuch Biochemie. 4. Auflage. Bayerischer Schulbuch-Verlag, 1998, ISBN 3-7627-4235-9 Peter Karlson et al.: Kurzes Lehrbuch der Biochemie für Mediziner und Naturwissenschaftler. 14. Auflage. Thieme, Stuttgart 2005, ISBN 3-13-357814-6 Florian Horn et al.: Biochemie des Menschen - Das Lehrbuch für das Medizinstudium. 3., vollst. überarb. u. erw. Aufl. Thieme, Stuttgart, 2005, ISBN 3-13-130883-4 Graeme K. Hunter: Vital Forces. The discovery of the molecular basis of life. Academic Press, London 2000, ISBN 0-12-361811-8 (englisch) Joachim Rassow, Karin Hauser, Roland Netzker, Rainer Deutzmann: Biochemie. Georg Thieme Verlag, 2006, ISBN 3-13-125351-7 Bearbeiten Biochemische Wörterbücher Peter Reuter: Taschenwörterbuch der Biochemie. Deutsch - Englisch/Englisch - Deutsch, Birkhäuser Verlag, Basel/Boston/Berlin 2000, ISBN 3-7643-6197-2 Bearbeiten Lehrmaterialien im Internet Online-Grundkurs Biochemistry Online – An Approach Based on Chemical Logic (englisch) – didaktisch hervorragendes Online-Lehrbuch Michael W. King: King's Biochemistry Bearbeiten Biochemische Fachzeitschriften The Journal of Biological Chemistry - JBC (englisch) Zeitschrift der amerikanischen Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie ISSN 0021-9258 Biochemistry (englisch) ISSN 0006-2960 Biochemical Journal (englisch) ISSN 0306-3275 Chemistry and Biology (englisch) ISSN 1074-5521 Biological Chemistry (englisch) ISSN 1431-6730 Bearbeiten Weblinks  Portal:Biochemie – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Biochemie  Wiktionary: Biochemie – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen  Wikibooks: Biochemie und Pathobiochemie – Lern- und Lehrmaterialien  Commons: Biochemistry – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien http://www.gbm-online.de – Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie e.V. Möglichkeiten für ein Biochemie-Studium und verwandte Studiengänge in Deutschland Teilbereiche der Chemie Anorganische Chemie · Biochemie · Organische Chemie · Physikalische Chemie · Technische Chemie · Theoretische Chemie Agrochemie · Analytische Chemie · Atmosphärenchemie · Bioanorganische Chemie · Biogeochemie · Bioorganische Chemie · Biophysikalische Chemie · Chemoinformatik · Chemometrik · Elektrochemie · Femtochemie · Festkörperchemie · Geochemie · Kernchemie · Klinische Chemie · Kohlechemie · Kolloidchemie · Kombinatorische Chemie · Kosmochemie · Lebensmittelchemie · Magnetochemie · Medizinische Chemie · Meereschemie · Naturstoffchemie · Oberflächenchemie · Oleochemie · Organometallchemie · Petrochemie · Pharmazeutische Chemie · Photochemie · Physikalische Organische Chemie · Polymerchemie · Quantenchemie · Radiochemie · Supramolekulare Chemie · Stereochemie · Strukturchemie · Thermochemie · Umweltchemie


Details already available Information about Berne
http://ntbiomol.unibe.ch/reach.html

BioChemie Science Sdn. Bhd. - GREEN THE WORLD

BioChemie Science Sdn Bhd is a R&D centre that focuses on Biotechnology Researches that help the industries to reduce their dependence on chemicals, drugs, ...




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biochemie.net

Hier entsteht eine neue Internetpräsenz ! ...



November 18 19 2003 Dicty Genome Project Meeting 04 September 2009
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Biochemie – Wikipedia

Die Biochemie, früher auch Physiologische Chemie, (griechisch βιοχημεία biochēmeia, "die ... Die klassische Biochemie bedient sich vor allem der analytischen ...



August 2002
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Biochemie - Nachhilfe

Biochemie-Nachhilfe.de ist die Homepage von Daniel Gagiannis (geb. Daniel Röthgens), Autor von Biochemie in Frage und Antwort und Veranstalter des ...



ltere Fotos 04 September 2009
http://www.uni-koeln.de/med-fak/biochemie/biomed1/foto2.shtml

biochemie - Wiktionary

biochemie f. ( plural biochemies, diminutive biochemietje, diminutive plural biochemietjes) The branch of chemistry biochemistry, studying compounds ...




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dict.cc | Biochemie | English Dictionary

English Translation for Biochemie - dict.cc German-English Dictionary




http://www.uni-koeln.de/med-fak/biochemie/biomed/citrat/citrat09.shtml

Patho Biochemistry

Pathobiochemistry is studying and understanding the fundamental biochemical signatures of cell and tissue responses to stress components.




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JournalSeek Search Results

Subset of a searchable index, with links maintained by list by Genamics. ... Teil B. Anorganische Chemie, Organische Chemie, Biochemie, Biophysik, Biologie ...



Von links nach rechts vorne Gretel Chometon Monique Aumalley Lucy Tunggal Monika PESCH Hinten Carsten Schulte Zhigang Zhang Zin Eddin AL ALLAKI
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