Österreichische Gesellschaft für Ernährung
Übergangsmetalle
1808
Absorptionsspektrum
Acetylen
Actinium
Actinoide
Aggregatzustand
Alkalimetalle
Alpen
Aluminium
Amarant (Pflanzengattung)
Americium
Aminosäuren
Ammoniumcarbonatgruppe
Anhydrit
Antihämophiles Globulin A
Antimon
Apatit
Argon
Arsen
Arterienverkalkung
Astat
Atomare Masseneinheit
Atommasse
Atomradius
Austrittsarbeit
Ballaststoff
Barium
Basen (Chemie)
Basizität
Bergmann-Schaefer Lehrbuch der Experimentalphysik
Berkelium
Beryllium
Bestimmungsgrenze
Betastrahlung
Bismut
Blei
Block des Periodensystems
Blut
Blutentnahme
Blutgerinnung
Blutplasma
Blutserum
Bohrium
Bor
Brennnesseln
Broccoli
Brom
Brunnenkresse
CAS-Nummer
Cadmium
Caesium
Calcit
Calcitonin
Calcitriol
Calcium
Calcium#Funktionen im menschlichen Organismus
Calciumacetat
Calciumantagonist
Calciumbromid
Calciumcarbid
Calciumcarbonat
Calciumchlorid
Calciumcitrat
Calciumdinatriumethylendiamintetraacetat
Calciumfluorid
Calciumgluconat
Calciumhydrid
Calciumhydrogencarbonat
Calciumhydroxid
Calciumkanal
Calciumlactat
Calciumlactatgluconat
Calciumnitrat
Calciumoxid
Calciumphosphat
Calciumpropionat
Calciumsilikat
Calciumsulfat
Californium
Cer
Chemische Verbindung
Chemisches Element
Chemisches Element#Sortierte Liste chemischer Elemente
Chinakohl
Chlor
Christmas-Faktor
Chrom
Citrat
Cobalt
Copernicium
Curium
Dachverband Osteologie
Darmstadtium
Destillation
Dichte
Digital Object Identifier
Doppelter Betazerfall
Dubnium
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Calciumacetat
Calciumantagonist
Calciumbromid
Calciumcarbid
Calciumcarbonat
Calciumchlorid
Calciumcitrat
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Calciumfluorid
Calciumgluconat
Calciumhydrid
Calciumhydrogencarbonat
Calciumhydroxid
Calciumkanal
Calciumlactat
Calciumlactatgluconat
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Calciumphosphat
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Calciumsulfat
Californium
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Chemisches Element
Chemisches Element#Sortierte Liste chemischer Elemente
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Chrom
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Cobalt
Copernicium
Curium
Dachverband Osteologie
Darmstadtium
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Dichte
Digital Object Identifier
Doppelter Betazerfall
Dubnium
Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem chemischen Element Calcium, zum KDE-Programm siehe Kalzium (KDE).
Eigenschaften
Ar 4s2
20
Ca
Periodensystem
Allgemein
Name, Symbol, Ordnungszahl
Calcium, Ca, 20
Serie
Erdalkalimetalle
Gruppe, Periode, Block
2, 4, s
Aussehen
silbrig weiß
CAS-Nummer
7440-70-2
Massenanteil an der Erdhülle
3,39 %[1]
Atomar [2]
Atommasse
40,078 u
Atomradius (berechnet)
180 (194) pm
Kovalenter Radius
176 pm
Van-der-Waals-Radius
231[3] pm
Elektronenkonfiguration
Ar 4s2
Elektronen pro Energieniveau
2, 8, 8, 2
Austrittsarbeit
2,87 eV [4]
1. Ionisierungsenergie
589,8 kJ/mol
2. Ionisierungsenergie
1145,4 kJ/mol
Physikalisch [2]
Aggregatzustand
fest
Kristallstruktur
kubisch flächenzentriert
Dichte
1,55 g/cm3 (20 °C)[5]
Mohshärte
1,75
Magnetismus
paramagnetisch (χm = 1,9 · 10−5)[6]
Schmelzpunkt
1115 K (842 °C)
Siedepunkt
1757 K (1484 °C)
Molares Volumen
26,20 · 10−6 m3/mol
Verdampfungswärme
155 kJ/mol
Schmelzwärme
8,54 kJ/mol
Schallgeschwindigkeit
3810 m/s bei 293,15 K
Spezifische Wärmekapazität
647,3 [1] J/(kg · K)
Elektrische Leitfähigkeit
29,4 · 106 A/(V · m)
Wärmeleitfähigkeit
200 W/(m · K)
Chemisch [2]
Oxidationszustände
(+1[7][8]) +2
Oxide (Basizität)
CaO (stark basisch)
Normalpotential
−2,84 V (Ca2+ + 2e− → Ca)
Elektronegativität
1,00 (Pauling-Skala)
Isotope
Isotop
NH
t1/2
ZM
ZE MeV
ZP
40Ca
96,941 %
Stabil
41Ca
{syn.}
103.000 a
ε
0,421
41K
42Ca
0,647 %
Stabil
43Ca
0,135 %
Stabil
44Ca
2,086 %
Stabil
45Ca
{syn.}
162,61 d
β-
0,257
45Sc
46Ca
0,004 %
Stabil
47Ca
{syn.}
4,536 d
β-
1,992
47Sc
48Ca
0,187 %
> 6 · 1018 a
β-β-
4,272
48Ti
Weitere Isotope siehe Liste der Isotope
NMR-Eigenschaften
Spin
γ in
rad·T−1·s−1
E
fL bei
B = 4,7 T
in MHz
43Ca
7/2
-1,8 · 107
0,00000868
6,73
Sicherheitshinweise
Gefahrstoffkennzeichnung aus RL 67/548/EWG, Anh. I [9]
Leicht-
entzündlich
(F)
R- und S-Sätze
R: 15
S: (2)-8-24/25-43
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet.
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Calcium (fachsprachlich) oder Kalzium ist ein chemisches Element mit dem Elementsymbol Ca und der Ordnungszahl 20. Im Periodensystem steht es in der zweiten Hauptgruppe und zählt daher zu den Erdalkalimetallen.
Elementares Calcium ist ein glänzendes, silberweißes Metall. In der Umwelt kommt Calcium nur in gebundener Form als Bestandteil von Mineralien vor. Zu diesen Mineralien gehören z. B. Kalkstein (auch als Calcit, Kalkspat oder Marmor), Kreide und Gips. Außerdem ist Calcium ein wesentlicher Bestandteil der Knochen.
Inhaltsverzeichnis
1 Geschichte
2 Vorkommen
3 Eigenschaften
4 Herstellung
5 Verwendung
6 Nachweis
6.1 Präanalytik
6.2 Analytik
6.3 Interpretation
7 Funktionen im menschlichen Organismus
8 Gesundheitliche Risiken
9 Ernährungsempfehlungen
9.1 Calciumgehalt einiger ausgewählter Lebensmittel
10 Verbindungen
11 Siehe auch
12 Einzelnachweise
13 Weblinks
//
Elementares Calcium
Geschichte
Der Name „Calcium“ leitet sich vom lateinischen calx ab. So bezeichneten die Römer Kalkstein, Kreide und daraus hergestellten Mörtel.
Elementares Calcium gewann erstmals Humphry Davy 1808 durch Abdampfen des Quecksilbers aus elektrolytisch gewonnenem Calciumamalgam.
Vorkommen
Calcium ist das fünfthäufigste Element der Erdkruste. Aufgrund seiner chemischen Reaktivität kommt es nur chemisch gebunden natürlich vor. Calciumhaltige Minerale wie Calcit und Gips sind in großen Mengen vorhanden (z. B. bestehen die Alpen vorwiegend aus Kalkstein).
Als essentieller Bestandteil der belebten Materie ist es am Aufbau von Blättern, Knochen, Zähnen und Muscheln beteiligt. Neben K+, Na+ spielt Ca2+ eine wichtige Rolle bei der Reizübertragung in Nervenzellen. Aber auch in anderen Zellen spielen Calcium-Ionen eine wichtige Rolle bei der Signaltransduktion.
Eigenschaften
teilweise oxidiertes Calcium
Calcium ist weicher als Blei, lässt sich aber mit einem Messer nicht schneiden. In der Luft läuft es schnell an. Mit Wasser reagiert es heftig unter Bildung von Calciumhydroxid und Wasserstoff. An der Luft verbrennt es zu Calciumoxid und ein wenig Calciumnitrid. Fein verteiltes Calcium ist selbstentzündlich.
Calcium gehört zu den Erdalkalimetallen und liegt in chemischen Verbindungen fast nur in der Oxidationszahl +2 vor. An der Friedrich-Schiller-Universität Jena wurde jedoch erstmalig ein stabiler, wenn auch extrem wasser- und luftempfindlicher Calcium(I)-Komplex (inverse sandwich) synthetisiert[7], bei dem das Calcium in der bei stabilen Verbindungen bislang unbekannten Oxidationsstufe +1 vorliegt.[8]
Herstellung
Das Metall wird unter Vakuum durch Reduktion von gebranntem Kalk (Calciumoxid) mit Aluminiumpulver bei 1200 °C (Pidgeon-Prozess) hergestellt. Aluminium hat zwar eine geringere Reaktivität und Enthalpie als Calcium, so dass das Gleichgewicht der Reaktion
eigentlich fast völlig auf der linken Seite dieser Gleichung liegt, trotzdem funktioniert dieser Herstellungsprozess, weil das entstehende Calcium bei dieser Temperatur ständig verdampft und so aus dem Gleichgewicht verschwindet. Eine Reinigung erfolgt durch Destillation des Calciums.
Verwendung
Metallisches Calcium dient als Reduktionsmittel in der Metallurgie zur Herstellung von Metallen wie Thorium, Vanadium, Zirconium, Yttrium und anderen Metallen der seltenen Erden, als Reduktionsmittel in der Stahl- und Aluminiumherstellung, als Legierungszusatz in Aluminium-, Beryllium-, Kupfer-, Blei- und Magnesiumlegierungen. Ausgangsstoff zur Herstellung von Calciumhydrid.
Die technische Nutzung des Calciums erfolgt überwiegend in gebundener Form.
Kalkstein ist einer der wichtigsten Rohstoffe der heutigen Industrie:
Verschlackungsmittel in der Stahlherstellung. Der Verbrauch liegt bei 0,5 Tonnen Kalkstein pro Tonne Stahl
Ausgangsstoff zur Herstellung von gebranntem Kalk
Kreide als Füllstoff für Kunststoffe, zum Beispiel PVC. Ziel ist die Verbesserung der Steifigkeit und Schlagzähigkeit, sowie eine Verringerung der Schrumpfung. Die ebenfalls stark erhöhte thermische Leitfähigkeit erlaubt höhere Arbeitstakte beim Extrudieren.
Feinkörniges Calciumcarbonat dient als Füllstoff von hochwertigem, holzfreiem Papier
Calciumsulfat (Gips) wird als Baustoff verwendet.
Calciumcarbid dient als Ausgangsstoff für chemische Synthesen und zur Herstellung von Kalkstickstoff-Dünger und früher zur Synthese von Acetylen (Ethin), daher wird Calciumcarbid richtiger als Calciumacetylid bezeichnet.
Calciumchlorid dient als Tau- und Trocknungsmittel sowie als Beton-Abbindebeschleuniger.
Nachweis
Neben der bei Calcium orange-roten Flammenfärbung weist man Calcium-, Strontium- und Barium-Kationen mit Schwefelsäure oder Ammoniumsulfatlösung nach. Bei dieser Nachweisreaktion entstehen weiße, säure-unlösliche Niederschläge. Auch mit Carbonat-, Oxalat-und Dichromat-Anionen können Niederschläge unterschiedlich geringer Löslichkeit erzeugt werden. Deren genauere Untersuchung lässt dann eine Unterscheidung der Erdalkalimetall-Kationen zu (vgl. unter Kationentrenngang und Ammoniumcarbonatgruppe).
In der Routineanalytik (Klinische Chemie, Umweltchemie, Wasserchemie) wird Calcium bis in den Spurenbereich mit der Flammenphotometrie quantitativ bestimmt. Die Bestimmungsgrenze liegt bei 100 µg/l.[10] In höheren Konzentrationen ist auch dieTitration mit EDTA gegen Eriochromschwarz T möglich. Zur gravimetrischen Bestimmung von Calcium fällt man dieses mit Oxalat und glüht es bei 600 °C aus, um die Wägeform Calciumcarbonat zu erhalten.
Präanalytik
Die Calcium-Konzentration wird in der Routine-Labordiagnostik in Blut und Urin bestimmt. Die Calcium-Konzentration im Blut wird oft auch als Serumcalcium oder Plasmacalcium bezeichnet. Calcium ist ein wichtiger Parameter in der Diagnostik des Knochen- und Calciumstoffwechsels. Als Blutprobe kann sowohl Serum als auch heparinisiertes Plasma verwendet werden. Zu beachten ist bei Plasma, dass kein Calcium-bindendes Antikoagulans (wie Citrat oder EDTA) verwendet wird.[11][12] Ein zu langes Stauen der Vene vor der Blutentnahme kann zu falsch erhöhten Werten führen.
Analytik
Calcium liegt im Blut nur zu etwa 50% in freier, ionisierter Form vor (Ionisiertes Calcium). Der Rest des Calciums ist an Albumin gebunden oder bildet mit Anionen Komplexe. Biologisch relevant und auch vom Körper reguliert ist die freie, ionisierte Form des Calciums.
Die totale Calcium-Konzentration (Gesamtcalcium ) im Blut ist von der Albumin-Konzentration abhängig und muss entsprechend korrigiert werden. Alternativ wird direkt die Konzentration des ionisierten Calciums gemessen.[11] Das Gesamtcalcium im Serum wird mittels Absorptionsspektrometrie oder Flammenatomemissionspektrometrie bestimmt.[13] Dabei werden die physikalischen Eigenschaften von Calcium ausgenutzt.
Ionisiertes Calcium wird mit ionenselektiven Elektroden bestimmt.[13]
Interpretation
Die Calciumkonzentration ist im Körper äußerst eng kontrolliert. Eine erhöhte Calciumkonzentration wird als Hyperkalzämie, eine erniedrigte Calciumkonzentration wird als Hypokalzämie bezeichnet. Spezifische Ursachen und Symptome finden sich dort.
Messwert
Referenzbereich [12]
Gesamtcalcium
8,4-10,5 mg/dl
2,2-2,6 mmol/l
Ionisiertes Calcium
4,6-5,4 mg/dl
1,15-1,35 mmol/l
Die genauen Werte sind abhängig vom Messverfahren, weshalb der vom Labor angegebene Referenzwert ausschlaggebend ist. Bei Kindern liegen die Werte etwas höher als bei Erwachsenen.
Funktionen im menschlichen Organismus
Calcium ist ein Mengenelement (Definition: Element mit mehr als 50 mg pro kg Körpergewicht) und gehört damit nicht zu den Spurenelementen. Mit einem Körperbestand von 1–1,1 kg ist Calcium der mengenmäßig am stärksten vertretene Mineralstoff im menschlichen Organismus. 99 % des im Körper vorkommenden Calciums befinden sich in Knochen und Zähnen – die calciumreiche Verbindung Hydroxylapatit (Ca5(PO4)3(OH)) verleiht ihnen Stabilität und Festigkeit. Gleichzeitig dienen die Knochen als Speicher für Calcium – bei Calciummangel kann ein Teil davon aus den Knochen gelöst und für andere Aufgaben zur Verfügung gestellt werden. Die Knochenentkalkung, Osteoporose, kommt vor allem bei älteren Menschen vor. Innerhalb der Zellen ist Calcium an der Erregung von Muskeln und Nerven, dem Glykogen-Stoffwechsel, der Zellteilung sowie an der Aktivierung einiger Enzyme und Hormone beteiligt. Wie erstmals Setsuro Ebashi nachwies, führt erst der Einstrom von Calcium-Ionen in die Muskelzellen zu einer Kontraktion der Muskulatur. Außerhalb der Zellen ist Calcium an der Blutgerinnung und der Aufrechterhaltung der Zellmembranen beteiligt. Im Blut muss ständig eine Konzentration von 2,1–2,6 mmol/l Calcium gegeben sein. Sie wird durch die Hormone Calcitriol, Calcitonin und Parathormon reguliert. Nur 0,1 % des im Körper vorhandenen Calciums findet sich im Extrazellularraum, davon ist 30–55 % an Proteine gebunden, 5–15 % liegt in Form von Komplexen vor (z. B. Calciumhydrogencarbonat, Calciumcitrat, Calciumsulfat, Calciumphosphat oder Calciumlactat). Nur ca. 50 % des extrazellulären Calciums liegt in frei ionisierter und damit in biologisch aktiver Form vor.[14]
Zur Prävention der Osteoporose trägt eine vermehrte Calcium-Aufnahme von etwa 1 g/Tag bei (Basistherapie DVO).
Calcium ist ein wichtiger Parameter in der Diagnostik des Knochen- und Calciumstoffwechsels (siehe auch Kalzium (Labormedizin)). Ein erhöhter Calcium-Spiegel im Blut wird als Hyperkalzämie bezeichnet, ein zu niedriger Calcium-Spiegel als Hypokalzämie.
Gesundheitliche Risiken
Bei hohen Calciummengen in der Ernährung steigt das Risiko eines aggressiven Prostatakarzinoms etwa um den Faktor 2,5. In einer prospektiven Kohorten-Studie mit 47.750 Männern an der Harvard School of Medicine hatte ein hoher Calciumverzehr zwar keinen Einfluss auf den lokalisierten Prostatakrebs, dafür aber auf den fortgeschrittenen und tödlich verlaufenden Prostatakrebs sowie Prostatakrebs mit Gleason >/=7.[15] Verglichen mit Männern mit einem Calciumverzehr von 500-749 mg/d hatten Männer mit einem Calciumverzehr von 1500-1999 mg/d eine relatives Risiko von 1.87 (95 % CI, 1.17-3.01) und Männer mit einem Calciumverzehr über 2.000 mg/d sogar ein relatives Risiko von 2.43 (95 % CI, 1.32-4.48). Die Studienleiter gehen davon aus, dass Calciummengen über 1500 mg/d die Zelldifferenzierung senken und so das Risiko eines aggressiven, wenig differenzierten Prostatakarzinoms erhöhen. In einer anderen Studie hatten Männer mit hohen Serumcalciumwerte ein 2,5-fach erhöhtes Risiko eines tödlich verlaufenden Prostatakarzinoms.[16]
Calciumpräparate ohne Vitamin D erhöhen offenbar auch das Risiko eines Herzinfarkts: Wissenschaftler um Ian Reid von der neuseeländischen University of Auckland publizierten 2010 im British Medical Journal in einer umfassenden Meta-Analyse, dass Calcium-Präparate das Herzinfarktrisiko um 30 % steigern. Dieser Effekt scheint dosisabhängig ab einer täglichen Verzehrmenge von 800 mg Calcium (als Ergänzungsmittel) ohne Vitamin D aufzutreten. Auch mehr Schlaganfälle und Todesfälle traten in der Calciumgruppe auf.[17]
Neueren Studien zufolge könnte das Risiko für Arterienverkalkung mit häufigen und schwerwiegenden Folgen wie Demenz, Herzinfarkt und Schlaganfall infolge eines hohen Anteils an Calcium und Vitamin D in der Nahrung höher sein als lange angenommen.[18] So besteht laut zwei unabhängig voneinander durchgeführten Studien ein Zusammenhang zwischen dem Calcium- und Vitamin-D-Gehalt im Körper und Schädigungen des Hirngewebes im Alter.[19] Besonders bei älteren Menschen oder solchen mit Nierenschäden könnte die Gefahr bestehen, dass sich aufgenommenes Calcium schädlich auswirkt.[20]
Ernährungsempfehlungen
Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (bspw. Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Hilf bitte der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.
Risikogruppen für eine unzureichende Calciumzufuhr sind junge Frauen, Schwangere, Stillende und Senioren.
Die empfohlene Tageszufuhr für Erwachsene liegt je nach Gesundheitsbehörde zwischen 450 und 1000 mg. Voraussetzung dafür, dass Calcium in größeren Mengen vom Körper aufgenommen werden kann, ist eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D3. Durch die gleichzeitige Zufuhr von Oxalsäure, Phytinsäure und Ballaststoffen wird die Calciumaufnahme verringert. Ausgeschieden wird Calcium über den Harn und über den Stuhl, wobei unter anderem eine hohe Zufuhr von Eiweiß, Speisesalz, Kaffee oder Alkohol die Calciumausscheidung erhöht. Vor allem tierisches Eiweiß ist für eine erhöhte Calciumausscheidung verantwortlich. Dies liegt daran, dass das tierische Eiweiß viele Aminosäuren enthält, in denen Schwefel enthalten ist. Der Schwefel bildet im Stoffwechsel Säuren, die eine Entmineralisierung der Knochen auslösen.
Empfohlene Calciumzufuhr nach Alter
Alter
Empfohlene tägliche Zufuhr (mg)
Säuglinge
unter 4 Monate
220
4 bis 12 Monate
400
Kinder
1 bis 4 Jahre
600
4 bis 7 Jahre
700
7 bis 10 Jahre
900
10 bis 13 Jahre
1100
Jugendliche und Erwachsene
13 bis 19 Jahre
1200
19 bis 50 Jahre
1000
Senioren
ab 50
1200 (geringere Resorptionsfähigkeit)
Die empfohlene Calciumaufnahme ist in vielen Ländern unterschiedlich, was die Unsicherheit über den tatsächlichen Bedarf widerspiegelt. Hinzu kommt, dass der menschliche Verdauungstrakt die Absorption dem jeweiligen Bedarf und der zur Verfügung stehenden Menge anpasst. So ist es schwierig, die untere Grenze des Calciumbedarfs festzulegen, da diese stark von der Lebens- und Ernährungsweise des jeweiligen Menschen abhängt. So kann es dazu kommen, dass der Mensch von 800 mg aufgenommenen Calciums nur etwa 15 % absorbiert. Im Allgemeinen geht man davon aus, dass ein durchschnittlicher Erwachsener etwa 30 bis 40 % des aufgenommenen Calciums absorbiert. Bei Säuglingen, bei Schwangeren und bei stillenden Frauen erhöht sich dieser Wert auf bis zu 75 %.
Empfohlener Tagesbedarf an Calcium in mg
Kinder
Jugendliche
Erwachsene
ÖGN*
600–900
1100–1200
1000
USA
800
1200
800
Kanada
500–700
1000–1100
700–800
GB
600
700
500
Japan
400
900
600
Korea
500–700
800
600
WHO
450
650
450
ÖGN* = Österreichische Gesellschaft für Ernährung
Calciumgehalt einiger ausgewählter Lebensmittel
Ungefähre Menge in mg an Calcium im jeweiligen Lebensmittel pro 100 g verzehrbaren Anteil
Samen
Mohn: 2500
Sesam: 800
Mandel, Haselnüsse und Amarant: 200 bis 250
Paranüsse: 170
Gekochte Sojabohnen: 70
Hafermehl und Sonnenblumenkerne: 50
Milchprodukte
Käse
Hartkäse: 1100 bis 1300
Schnittkäse: 500 bis 1100
Weichkäse: 300 bis 500
Milch: 100 bis 150
Joghurt und Kefir: 100 bis 150
Molke: 70 bis 100
Gemüse
Brennnesseln: 360
Grünkohl, Petersilie: 200 bis 250
Brunnenkresse, Löwenzahn und Rucola: 150 bis 200
Chinakohl, Fenchel, Broccoli, Meerrettich: 100 bis 150
Bleichsellerie: 80
Rote Rüben: 20
Früchte
Getrocknete Feigen: 250
Vollkornbrot: 50
Mineralwasser : 2 bis 50
Verbindungen
Apatit
Calciumacetat
Calciumbromid
Calciumcarbid
Calciumcarbonat, Kalkstein, Marmor
Calciumcitrat
Calciumchlorid
Calciumfluorid
Calciumgluconat (parentales Calcium)
Calciumhydroxid, gelöschter Kalk
Calciumlactat
Calciumlactatgluconat
Calciumnitrat
Calciumoxid, gebrannter Kalk
Calciumphosphat
Calciumpropionat
Calciumsilikat
Calciumsulfat, Gips
Calciumdinatriumethylendiamintetraacetat
Siehe auch
Calciumkanal
Calciumantagonist
Calciummangel
Einzelnachweise
↑ a b Harry H. Binder: Lexikon der chemischen Elemente. S. Hirzel, Stuttgart 1999, ISBN 3-7776-0736-3.
↑ Die Werte für die Eigenschaften (Infobox) sind, wenn nicht anders angegeben, aus www.webelements.com (Calcium) entnommen.
↑ Manjeera Mantina, Adam C. Chamberlin, Rosendo Valero, Christopher J. Cramer, Donald G. Truhlar: Consistent van der Waals Radii for the Whole Main Group. In: J. Phys. Chem. A. 2009, 113, S. 5806–5812, doi:10.1021/jp8111556.
↑ Ludwig Bergmann, Clemens Schaefer, Rainer Kassing: Lehrbuch der Experimentalphysik, Band 6: Festkörper. 2. Auflage, Walter de Gruyter, 2005, ISBN 978-3-11-017485-4, S. 361.
↑ N. N. Greenwood und A. Earnshaw: Chemie der Elemente, 1. Auflage, 1988, S. 136, ISBN 3-527-26169-9.
↑ Weast, Robert C. (ed. in chief): CRC Handbook of Chemistry and Physics. CRC (Chemical Rubber Publishing Company), Boca Raton 1990. Seiten E-129 bis E-145. ISBN 0-8493-0470-9. Werte dort sind auf g/mol bezogen und in cgs-Einheiten angegeben. Der hier angegebene Wert ist der daraus berechnete maßeinheitslose SI-Wert.
↑ a b Sven Krieck, Helmar Görls, Lian Yu, Markus Reiher, Matthias Westerhausen: Stable "Inverse" Sandwich Complex with Unprecedented Organocalcium(I): Crystal Structures of [(thf)2Mg(Br)-C6H2-2,4,6-Ph3] and [(thf)3Ca{μ-C6H3-1,3,5-Ph3}Ca(thf)3]. In: Journal of the American Chemical Society. 131, Nr. 8, 4. Februar 2009, S. 2977–2985, doi:10.1021/ja808524y.
↑ a b Stabiler Calcium(I)-Komplex hergestellt (URL: http://www.organische-chemie.ch/chemie/2009mae/calcium.shtm)
↑ Eintrag zu CAS-Nr. 7440-70-2 im European chemical Substances Information System ESIS
↑ K. Cammann (Hrsg.), Instrumentelle Analytische Chemie, Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg-Berlin, 2001, S. 4–60.
↑ a b Robertson WG, Marshall RW. Calcium measurements in serum and plasma total and ionized. CRC Crit Rev Clin Lab Sci. 1979; 11: 271–305.
↑ a b Renz H (Hrsg.). Integrative Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin. Pathophysiologie, Pathobiochemie, Hämatologie. Walter de Gruyter 2003. ISBN 3-11-017367-0
↑ a b Guder WG und Nolte J (Hrsg.). Das Laborbuch für Klinik und Praxis. 1. Auflage. Elsevier, Urban und Fischer, 2005. ISBN 3-437-23340-8
↑ Laura M. Calvi and David A. Bushinsky: „When Is It Appropriate to Order an Ionized Calcium?.“ J Am Soc Nephrol Jahr; 19: S. 1257–1260 Abstract
↑ Giovannucci E et al.: A prospective study of calcium intake and incident and fatal prostate cancer. Cancer Epidemiol Biomarkers Prev. (2006) 15: 203-10. PMID: 16492906
↑ Skinner HG, Schwartz GG: Serum calcium and incident and fatal prostate cancer in the National Health and Nutrition Examination Survey. Cancer Epidemiol Biomarkers Prev. (2008) 17: 2302-5. PMID 18768497
↑ Bolland MJ et al.: Effect of calcium supplements on risk of myocardial infarction and cardiovascular events: meta-analysis. British Medical Journal (2010) Jul 29;341:c3691. PMID: 20671013
↑ http://www.beatrice-sonhueter.de/fileadmin/pdf/Pressetext-Gefaehrliches-Calcium.pdf
↑ http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/gehirn/news/ernaehrung_aid_55130.html
↑ http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/mahlzeit/743665/
Weblinks
Commons: Calcium – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
Wiktionary: Calcium – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wikibooks: Praktikum Anorganische Chemie/ Calcium – Lern- und Lehrmaterialien
EnvironmentalChemistry.com – Calcium
Heilmittel Calcium bei Phytodoc
Calcium Calculator – Ein Tool zur Berechnung der eingenommenen Menge Kalzium (engl.)
Laborlexikon: Calcium
Periodensystem der Elemente
H
He
Li
Be
B
C
N
O
F
Ne
Na
Mg
Al
Si
P
S
Cl
Ar
K
Ca
Sc
Ti
V
Cr
Mn
Fe
Co
Ni
Cu
Zn
Ga
Ge
As
Se
Br
Kr
Rb
Sr
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Zr
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Mo
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Ru
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Ag
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Sn
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Rn
Fr
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Ac
Th
Pa
U
Np
Pu
Am
Cm
Bk
Cf
Es
Fm
Md
No
Lr
Rf
Db
Sg
Bh
Hs
Mt
Ds
Rg
Cn
Uut
Uuq
Uup
Uuh
Uus
Uuo
Alkalimetalle
Erdalkalimetalle
Lanthanoide
Actinoide
Übergangsmetalle
Metalle
Halbmetalle
Nichtmetalle
Halogene
Edelgase
Gerinnungsfaktoren
I Fibrinogen | II Prothrombin | III Thromboplastin | IV Calcium | V Proaccelerin | VI Nicht vergeben | VII Proconvertin
VIII Antihämophiles Globulin A | IX Christmas-Faktor | X Stuart-Prower-Faktor | XI PTA (Plasma Thromboplastin Antecedent)
XII Hageman-Faktor | XIII Fibrinstabilisierender Faktor
Weitere Gerinnungsfaktoren: Präkallikrein | Hochmolekulares Kininogen
Latest on calcium, vitamin D needs
The new daily recommendations for calcium and vitamin D, issued in November by the Institute of Medicine, have left many people wondering whether they are getting enough, or perhaps too much, in their diets and supplements.
Dietary Supplement Fact Sheet: Calcium
Calcium is required for vascular contraction and vasodilation, muscle function, nerve ... Serum calcium is very tightly regulated and does not fluctuate with ...
Calcium + vit D for breakfast show weight management potential
According to findings published in Clinical Nutrition , a breakfast containing over 500 milligrams of calcium and 8.7 micrograms of vitamin D was associated with significantly increased fat and energy burning over 24 hours, compared to a breakfast containing 250 milligrams of the mineral and 0.3 micrograms of vitamin D.
calcium: Definition from Answers.com
calcium n. ( Symbol Ca ) A silvery, moderately hard metallic element that constitutes approximately 3 percent of the earth's crust and is a basic
Calcium flow disruptions linked to heart failure
Excessive release of calcium inside cardiac muscle can cause sudden cardiac death in heart failure patients. New research has revealed how this could happen, opening up new possibilities for combating heart disease.
Calcium
Calcium also helps the heart, nerves, muscles, and other body systems work properly. It is probably best known for its effects in preventing osteoporosis. ...
Train derails near Grant
A train carrying calcium chloride derailed Tuesday morning near M-37 north of 128th Street in Newaygo County.
Calcium and Your Child
Milk and other calcium-rich foods help build strong, healthy bones. But more than 85% of girls and 60% of boys don't get enough calcium each day.
Dienstag, 01. Februar | 11:55 Uhr
DGAP-News: SKW Stahl-Metallurgie Holding AG / Key word(s): Mergers & Acquisitions SKW Stahl-Metallurgie Holding AG: SKW Metallurgie Group completes takeover of Swedish calcium carbide plant 01.02.2011 / 11:11 =-------------------------------------------------------------------- Press Release SKW Metallurgie Group completes takeover of Swedish calcium carbide plant * Vertical integration secures ...
Calcium - Medpedia
Calcium, the most abundant mineral in the human body, has several important functions. More than 99% of total body calcium is stored in the bones ...
Extra calcium, vitamin D no bone booster for men
NEW YORK (Reuters Health) - Taking extra vitamin D and calcium doesn't seem to prevent bone-thinning in older men, according to Australian researchers.
WHFoods: calcium
Calcium is best known for its role in maintaining the strength and density of bones. ... Calcium also plays a role in many physiological activities not ...
IOM Endorses Vitamin D, Calcium Only for Bone Health, Dispels Deficiency Claims [Medical News & Perspectives]
If widespread deficiency of vitamin D is a “silent epidemic” plaguing North America, as some researchers have warned, then a recent Institute of Medicine (IOM) report has just restored us to good health.
Calcium
Calcium is a mineral your body needs to help build strong bones and healthy teeth. Low-fat and fat-free milk and dairy products are especially good sources of calcium. ...
It may be all right to cut back on calcium and vitamin D
New daily recommendations confuse many people.
Better bones — calcium isn't enough
Women to Women offers a balanced approach to calcium intake and bone health, including why dairy foods and calcium supplements alone are not enough, and how key ...
Calcium plus vitamin D shows bone boosting benefits for teenage girls
Australian researchers report that a supplement containing 800 mg of calcium and 400 IU of vitamin D 3 produced significant increases in the bone density and strength of peripubertal female identical twins, compared with placebo.
CALCIUMinfo.com
Features basic and in-depth articles, a calculator to help determine daily calcium intake, and information for kids.
DGAP-News: SKW Stahl-Metallurgie Holding AG: SKW Metallurgie Group completes takeover of Swedish calcium carbide plant
DGAP-News: SKW Stahl-Metallurgie Holding AG / Key word(s): Mergers &AcquisitionsSKW Stahl-Metallurgie Holding AG: SKW Metallurgie Group completestakeover of Swedish calcium carbide plant01.02.2011 / 11:11Press Release SKW Metallurgie Group …










