Adjektiv
Alphabet
Alphabetische Sortierung
Arabische Schrift
Armenisches Alphabet
Artikel (Wortart)
Barock
Betriebssystem
Brüder Grimm
Buchstaben
Case sensitivity
Chinesische Schrift
Computer
Dänisch-norwegische Personalunion
Dänische Rechtschreibreform von 1948
Dänische Sprache
Dateisystem
Deutsche Sprache
Eigenname
Englische Sprache
Flexion
Griechisches Alphabet
Großbuchstabe
Großes ß
Großschreibung
Höflichkeitsform
Hamburger Vergleich (1701)
Hebräische Schrift
Infinitiv
Irische Schrift
Japanische Schrift
Kleinschreibung
Koptische Schrift
Kyrillisches Alphabet
Lateinisches Alphabet
Ligatur (Typografie)
Luxemburgische Sprache
MS-DOS
Majuskel
Markenartikel
Max-Planck-Institut
Microsoft
Microsoft Windows
Minuskel
Natürliche Sprache
Niederdeutsche Sprache
Nordfriesisch
Norwegen
Norwegische Sprache
Partizip
Präposition
Problem
Produkt (Wirtschaft)
Pronomen
Rechnernetz
Rechtschreibung
Reform der deutschen Rechtschreibung von 1996
Religion
Runen
SQL
Satzanfang
Substantiv
Text
Theodor Ickler
Typographie
Unix
Versalien
Walter Benjamin
Windows
Wort
Worttrennung
Zahlwort
Alphabet
Alphabetische Sortierung
Arabische Schrift
Armenisches Alphabet
Artikel (Wortart)
Barock
Betriebssystem
Brüder Grimm
Buchstaben
Case sensitivity
Chinesische Schrift
Computer
Dänisch-norwegische Personalunion
Dänische Rechtschreibreform von 1948
Dänische Sprache
Dateisystem
Deutsche Sprache
Eigenname
Englische Sprache
Flexion
Griechisches Alphabet
Großbuchstabe
Großes ß
Großschreibung
Höflichkeitsform
Hamburger Vergleich (1701)
Hebräische Schrift
Infinitiv
Irische Schrift
Japanische Schrift
Kleinschreibung
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Kyrillisches Alphabet
Lateinisches Alphabet
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Niederdeutsche Sprache
Nordfriesisch
Norwegen
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Präposition
Problem
Produkt (Wirtschaft)
Pronomen
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Rechtschreibung
Reform der deutschen Rechtschreibung von 1996
Religion
Runen
SQL
Satzanfang
Substantiv
Text
Theodor Ickler
Typographie
Unix
Versalien
Walter Benjamin
Windows
Wort
Worttrennung
Zahlwort
Großschreibung
Vergleiche: Kleinschreibung
Mit Großschreibung ist bei der schriftlichen Niederlegung der Sprache das Setzen von Großbuchstaben (Majuskeln) gemeint. Dies bezieht sich auf jene Schriftsprachen, deren Alphabete nicht nur zwischen Minuskeln und Majuskeln unterscheiden, sondern auch beide Schrifttypen im selben Text verwenden und überhaupt eine Worttrennung kennen. Dies trifft seit dem Mittelalter insbesondere auf das lateinische, kyrillische, griechische und armenische Alphabet in ihren jeweils verschiedenen Ausprägungen zu.
In den antiken und frühmittelalterlichen Schriftsystemen des griechisch-lateinischen Schriftenkreises (inklusive Runen, Irische Schrift, Koptische Schrift etc.) und in den außereuropäischen Schriftsprachen (Hebräische Schrift, Arabische Schrift, Chinesische Schrift, Japanische Schrift etc.) ist die Unterscheidung zwischen Groß- und Kleinschreibung unbekannt.
In vielen europäischen Schriftsprachen werden Eigennamen sowie religiöse Bezeichnungen großgeschrieben, auch bei Höflichkeitsformen findet sich häufig die Großschreibung.
Während die konsequente Kleinschreibung die Vermeidung aller Großbuchstaben meint, lässt die gemäßigte Kleinschreibung (welche auch als gemäßigte Großschreibung bezeichnet wird) bestimmte Fälle großgeschriebener Wörter zu, etwa am Satzanfang oder bei Eigennamen.
Inhaltsverzeichnis
1 Geschichte
2 Deutsche Sprache/Luxemburgische Sprache
3 Englische Sprache
4 Dänische Sprache/norwegische Sprache
5 Internationale Besonderheiten
6 Datenverarbeitung
7 Siehe auch
8 Weblinks
9 Einzelnachweise
Bearbeiten Geschichte
Die Großschreibung im Deutschen entstand im Spätmittelalter (erst in mittellateinischen Texten im 13. Jh. und im Deutschen ab dem 14. Jh.). Dabei wurden bei einzelnen Wörtern (nicht nur Substantiven) der erste oder die ersten paar Buchstaben in Versalien gesetzt, um diese Wörter besonders zu betonen. Bevorzugt Begriffe aus dem religiösen Kontext („GOtt“) wurden auf diese Art hervorgehoben.[1]
Die eigentliche Großschreibung aller Substantive und substantivierten Formen im Deutschen wurde im 17. Jahrhundert, im Zeitalter des Barock eingeführt: „Das Barock hat in die deutsche Rechtschreibung die Majuskel eingebürgert.“ (Walter Benjamin)[2]
Die Tendenz, einzelne Wörter durch Versalschreibweise (üblicherweise des ganzen Wortes) zu betonen, findet sich heute unabhängig vom damaligen Gebrauch und sprachübergreifend.
Ein Übergang zur heute üblichen Form von Großschreibung fand allmählich durch den Gebrauch statt. Dabei entstanden im Laufe der Zeit auch die vielen Ausnahmen, etwa, dass Wörter nicht großgeschrieben werden, wenn sie im Kontext nicht als Substantive wahrgenommen werden (z. B. Das ist im allgemeinen nicht so.; diese Ausnahme wurde im Rahmen der Rechtschreibreform zurückgenommen). Solche Ausnahmen sollten jeweils das Lesen erleichtern, ließen dabei aber die Rechtschreibregeln komplexer werden.
Bearbeiten Deutsche Sprache/Luxemburgische Sprache
Das Deutsche ist im lateinischen Alphabet (einschließlich der deutschen Varietäten des Niederdeutschen und einigen (nicht allen) nordfriesischen Schriftdialekten) zusammen mit dem Luxemburgischen die einzige Sprache, welche eine generelle Substantiv-Großschreibung kennt, z. B. in den Wörtern „Brot“ oder „Liebe“. Ferner werden Eigennamen großgeschrieben wie z. B. „Peter“. Die Anreden „Du“, „Ihr“ und deren Beugungen („Dich“, „Euch“ etc.) können bei direkter Ansprache des Lesers großgeschrieben werden, müssen aber nicht. Die Höflichkeitsanrede "Sie", das entsprechende Possessivpronomen "Ihr" und "Ihnen" als Anrede (z. B.: Ich wäre Ihnen dankbar, dass ...) werden großgeschrieben. Auch werden als Nomen (nominal) gebrauchte Adjektive, Partizipien und Infinitive großgeschrieben, wenn sie in folgenden Kombinationen vorkommen:
mit bestimmtem Artikel (das Gute, das Klopfen)
mit unbestimmtem Artikel (ein Alter, ein Achter, ein Quietschen)
mit Präposition (in Blau, mit Zittern)
mit Pronomen (dieses Angefertigte, dein Stottern)
mit Numerale (nichts Aufregendes)
mit gebeugtem Adjektiv (lautes Sprechen)
Wörter am Satzanfang oder am Anfang von Buchtiteln und Überschriften werden ebenfalls normalerweise großgeschrieben.
Alle anderen Wörter müssen komplett kleingeschrieben werden, zum Beispiel „anders“, „gehen“ und „wenn“. Eine Ausnahme von der Regel, dass nur der erste Buchstabe eines Wortes großgeschrieben wird, sind Abkürzungen, bei denen sich die Klein- oder Großschreibung eines bestimmten Buchstaben an der Schreibung des jeweils abgekürzten Wortes orientiert. Zum Beispiel steht „GmbH“ für „Gesellschaft mit beschränkter Haftung“ und „StVO“ für „Straßen-Verkehrs-Ordnung“.
Für die Reform der deutschen Rechtschreibung von 1996 bis 2006 stand die Abschaffung der Substantivgroßschreibung zur Diskussion;[3][4] letztlich wurde aber sogar eine leicht vermehrte Großschreibung beschlossen (z.B. heute Abend, des Weiteren, im Voraus).[5][6]
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Als ein Argument für die Beibehaltung der Großschreibung werden eine Studie aus einem Max-Planck-Institut aus dem Jahr 1999 sowie weitere, frühere Untersuchungen angeführt, denen zufolge ein Text mit Substantivgroßschreibung durch Muttersprachler schneller lesbar ist, auch wenn die Sprache eigentlich über eine gemäßigte Kleinschreibung verfügt. Diese Studien werden von Gegnern der Großschreibung als methodisch fehlerhaft und unrepräsentativ angezweifelt. Außerdem wird die Großschreibung allgemein sowie insbesondere die zum Teil uneinheitliche Regelung der Groß- und Kleinschreibung im Deutschen als Quelle von Rechtschreibfehlern kritisiert.
Viele deutsche Literaten, u. a. die Brüder Grimm, sprachen sich immer wieder für die Kleinschreibung der Substantive aus. Im Artikel Kleinschreibung finden sich weitere, ausführlichere Aspekte dieser Thematik.
Bearbeiten Englische Sprache
Im Englischen werden alle Wörter des Grundwortschatzes kleingeschrieben, mit Ausnahme von Eigennamen sowie einigen Ableitungen von Eigennamen (s.u.). Das bezieht sich nicht nur auf Namen wie „John“ oder „Mary“, sondern z. B. auch auf Markennamen oder Produktnamen. Zum Beispiel ist „windows“ die Mehrzahl des englischen Wortes für „Fenster“, „Windows“ jedoch ist ein Betriebssystem der Firma Microsoft. Weiterhin werden u. a. großgeschrieben:
das Personalpronomen „I“ („ich“), und zwar immer
Wörter am Satzanfang
Wörter in Überschriften (welche Wörter dabei gegebenenfalls nicht großgeschrieben werden, hängt von der Textart der Überschrift ab)
Ländernamen, Nationalitätsbezeichnungen und Sprachen sowie die zugehörigen Adjektive
Ortsnamen und Ableitungen zur Bezeichnung der Einwohner, z. B. Glasgow, Glaswegian
Namen von Institutionen, Einrichtungen, historischen Ereignissen, Dokumenten, Epochen (Bank of England, New Labour)
Wochentage, Monatsnamen, Flüsse, Meere, Gebiete, Planeten und Sterne, nicht jedoch die Sonne und der Mond
Bearbeiten Dänische Sprache/norwegische Sprache
Von Deutschland hatte sich die Großschreibung von Substantiven ins Dänische ausgebreitet und durch die Union mit Norwegen (1521–1814) auch dort Fuß gefasst.
Im Norwegischen wurde 1869 die gemäßigte Kleinschreibung eingeführt. Dänemark folgte mit der Rechtschreibreform von 1948.
Grundsätzlich gilt, dass dänische Texte aus der Zeit vor 1948 bei Zitaten unverändert bleiben. Zu beachten ist weiterhin, dass die Anredeformen I (ihr), De (Sie), Dem (Ihnen), Deres (Ihr) groß geschrieben werden, ebenso Titel wie Hendes Majestæt (Ihre Majestät).
Bearbeiten Internationale Besonderheiten
Die Großschreibung wird nicht in allen Ländern der gemäßigten Kleinschreibung gleich gehandhabt. So werden Völkernamen im Englischen, Niederländischen, Französischen und Spanischen groß, im Italienischen, Dänischen, Schwedischen und Norwegischen klein geschrieben. Für Feiertage gilt das Entsprechende, mit der Ausnahme des Italienischen, das hier zu den großschreibenden Sprachen gehört. Auch die Schreibung von Institutionen und Titeln ist unterschiedlich; so heißt es auf englisch „Queen Elizabeth“, auf französisch aber „la reine Élisabeth“, und im Dänischen hat man nach Jahrzehnten ausschließlicher Kleinschreibung vor wenigen Jahren in solchen Fällen die Großschreibung wieder zugelassen (heute „dronningen“ und „Dronningen“). Auch für die Schreibung der Wörter für „(ein bestimmter) Staat“ und „(eine bestimmte) Kirche“ gelten keine einheitlichen Regeln. In Ländern oder Regionen mit hoher Analphabetenrate kann man im öffentlichen Leben beobachten, dass oft nur Großbuchstaben verwendet werden, da dort sehr viele Menschen Kleinbuchstaben nur schwer lesen können.
Bearbeiten Datenverarbeitung
Die Unterscheidung von Klein- und Großbuchstaben beschreibt eine bestimmte Umgangsweise von Computern mit Texten, bei der zwischen Majuskeln und Minuskeln unterschieden wird. Ein bekanntes Beispiel dafür ist das Dateisystem vieler Unix-artiger Betriebssysteme. Im Gegensatz zu den Dateisystemen von MS-DOS oder Windows, welche nicht zwischen Klein- und Großbuchstaben unterscheiden, bezeichnen unter Unix beispielsweise „Brief.txt“ und „brief.txt“ verschiedene Dateien. Dabei spielt es auch keine Rolle, an welcher Stelle des Wortes sich die Buchstaben unterscheiden: Also auch „gericht.txt“ und „gericHt.txt“ sind verschieden.
Dieses unterschiedliche Verhalten kann zu Problemen bei gemischten Netzwerken führen, etwa wenn man versucht, zwei Dateien mit gleichem Dateinamen, aber unterschiedlicher Schreibung, von einem Unix-System auf ein Windows-System zu kopieren.
Im Englischen wird der Begriff „case sensitivity“ für die Unterscheidung zwischen Groß- und Kleinschreibung durch ein Computersystem verwendet. Das Gegenteil wird durch den Begriff der „case insensitivity“ bezeichnet. Die englischen Termini werden auch in der deutschen Umgangssprache der Informatik sehr häufig verwendet. Computersysteme sind somit entweder „case sensitive“ (schreibungsabhängig) oder „case insensitive“ (schreibungsunabhängig), wobei das nicht generell für die Gesamtheit des Computersystems gelten muss; so sind Unix-Dateisysteme normalerweise schreibungsabhängig, manche (wie z.B. CIFS, VFAT, SMB) sind es dennoch nicht.
Ad absurdum geführt wird unter bestimmten Umständen die Schreibungsunabhängigkeit, wenn auf dem jeweiligen System eine Uniformisierung nicht möglich ist. So kann es dazu kommen, dass beispielsweise 'Martin' und 'MARTIN' anstandslos als gleich erkannt werden, 'Müller' und 'MÜLLER' dagegen nicht, da u.U. die deutschen Umlaute – wie hier im Beispiel das ‚Ü‘ – nicht richtig behandelt werden. Auf modernen Systemen ist dies selten geworden und tritt oft nur noch auf, wenn aus irgendwelchen Gründen die Wandlung zwischen unterschiedlichen Codierungen fehlgeschlagen ist.
Bei Datenbanken kommen je nach System unterschiedliche Methoden zum Einsatz, d.h. es ist nicht generell mit Bestimmtheit zu sagen, ob ein erzeugter Index schreibungsabhängig oder nicht ist. Die Derivate von SQL kennen beispielsweise hierzu verschiedene Möglichkeiten, die Kollation zu spezifizieren.
Die genannte Problematik existiert natürlich nicht nur bei Dateisystemen und Datenbanken, sondern kann prinzipiell in jeder Software auftreten. Allerdings sind das wohl die bekanntesten Beispiele.
Eine bemerkenswerte Asymmetrie existiert im Deutschen, nämlich, dass bei der Ligatur 'ß' kein Widerpart existiert, sondern es in der Normschrift durch 'SS' ersetzt wird. Das bedeutet, dass derart gewandelte Texte nicht rückwandelbar sind. Anfang 2008 wurde jedoch das große ß auf Antrag des DIN-Komitees vom Unicode Consortium in den Unicode aufgenommen. In der Typographie hatte ein derartiges Zeichen bereits seit Anfang des 20. Jahrhunderts existiert, wurde jedoch nur selten verwendet.
Bearbeiten Siehe auch
Rechtschreibung
Bearbeiten Weblinks
„Bund für vereinfachte rechtschreibung“
„Im Barock fing das Schreibchaos an“ Textarchiv der Berliner Zeitung, 13. August 2004
Grundschule Arbeitsblatt Kompakter Lehrgang für Grundschüler zur Groß- und Kleinschreibung
Bearbeiten Einzelnachweise
↑ Siehe etwa Seite 2 der Vertragsurkunde des Hamburger Vergleichs von 1701.
↑ Walter Benjamin, Gesammelte Schriften, Frankfurt a. M. 1980, Bd.1, S.382
↑ Sprachreport, Extra-Ausgabe Juli 1996, Abschnitt D) Groß- und Kleinschreibung.
↑ Theodor Ickler: GKS-Geschichte. In: Mein Rechtschreibtagebuch, 29. November 2005.
↑ Philologenverband begrüßt "Reform der Rechtschreibreform" Pressemeldung des Deutschen Philologenverbandes (DPhV), Berlin, 31. Juli 2006.
↑ Stefan Stirnemann: Zur Lage der Schule. Schweizer Orthographische Konferenz, 7. Juli 2008.
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