Die Seiten Industriegeschichte, Industrialisierung, Industriezeitalter und Industrielle Revolution überschneiden sich thematisch. Hilf mit, die Artikel besser voneinander abzugrenzen oder zu vereinigen. Beteilige dich dazu an der Diskussion über diese Überschneidungen. Bitte entferne diesen Baustein erst nach vollständiger Abarbeitung der Redundanz. Solphusion 00:30, 7. Nov. 2009 (CET) Neue Fabrikanlagen entstehen (Zeichnung um 1860) Der Begriff Industrialisierung bezeichnet technisch-wirtschaftliche Prozesse des Übergangs von agrarischen zu industriellen Produktionsweisen,[1] in denen sich die maschinelle Erzeugung von Gütern und Dienstleistungen durchsetzt.[2] Industrialisierung wird als historischer Epochenbegriff im Sinne der Epoche der europäischen Industriellen Revolutionen verwandt, die von England ihren Ausgang nahm und in den wichtigsten Industrieländern Europas und der USA 1914 zu einem gewissen Abschluss kam.[3] Inhaltsverzeichnis 1 Industrialisierung (Prozessbegriff) 2 England als Mutterland der Industrialisierung 2.1 Begünstigende Faktoren 3 Deindustrialisierung 4 Heutige Bedeutung 5 Begleiterscheinungen und Folgen der Industrialisierung 6 Literatur 7 Siehe auch 8 Weblinks 9 Einzelnachweise // Industrialisierung (Prozessbegriff) Industrialisierung bezeichnet allgemein die Einführung und Verbreitung industrieller Formen der Produktion und Distribution von Waren und Dienstleistungen mit der Folge eines schwindenden Anteils der agrarischen zugunsten der industriellen Produktion in einer Volkswirtschaft Die Industrialisierung begann zunächst in England während der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Später verbreitete sie sich schrittweise in andere Länder Europas und Nordamerikas, seit Mitte des 20. Jahrhunderts zunehmend auch in Asien und Lateinamerika. Folgt man der Sektoreneinteilung von Jean Fourastié (siehe Drei-Sektoren-Hypothese, Wirtschaftssektor): "Primärer Sektor" der Rohstoffgewinnung (Ackerbau, Viehzucht, Förderung von Bodenschätzen), "Sekundärer Sektor" der Verarbeitung, "Tertiärer Sektor" der Dienstleistungen, auch schon: "Quartärer Sektor" der Freizeitwirtschaft, "Quintärer Sektor" der Abfallwirtschaft, so sind - ausgehend vom sekundären Sektor - in allen anderen Sektoren Industrialisierungsprozesse aufgetreten. England als Mutterland der Industrialisierung In England waren der Absolutismus und die Grundherrschaft früher als in anderen Ländern Europas gelockert worden, Zunftzwang gab es im Gegensatz zu deutschen Ländern schon lange nicht mehr. Somit waren die Voraussetzungen für die freie Ausbreitung des Handels, der Kapitalbildung und der technischen Erneuerung geschaffen. Meilensteine waren die Erfindung der Dampfmaschine (Erfindung 1712 durch Thomas Newcomen, entscheidende Weiterentwicklung 1769 durch James Watt) sowie von Spinnmaschine (Spinning Jenny), mechanischem Webstuhl und Werkzeugmaschine und des Puddelverfahrens bei der Eisengewinnung. Die Erfindung der Dampflokomotive und der ersten öffentlichen Eisenbahnen bildeten bereits das Ende der (ersten) Industriellen Revolution in England. Begünstigende Faktoren Kapitalbildung Infrastruktur: In England wurden wesentlich früher als in anderen Staaten die Bedeutung der Nutzung von Wasserwegen (Kanalbau) und der Eisenbahn erkannt. Infolge dessen, und aufgrund der Insellage von England, hatte dieses früher als jedes andere Land ein gut ausgebautes Kanalnetz. Ausreichende Rohstoffvorkommen, vor allem Erz, Kohle und Baumwolle aus den Kolonien. Hinzu kam die günstige Lage von Rohstoffvorkommen im Inland, die räumlich nah genug waren, um sie effektiver nutzen zu können. Ausreichendes Angebot an Arbeitskräften. Der Wandel in der Landwirtschaft entzog zahlreichen Kleinbauern die Lebensgrundlage, die daraufhin in die sich entwickelnden Industriezentren zogen. Absatzmärkte durch wachsende Nachfrage nach Textilien (Bekleidung) Unterdrückung von wirtschaftlicher Konkurrenz in seiner Position als Welt- und Kolonialmacht, wie beispielsweise der indischen Baumwollindustrie. Große Handels- und Kriegsflotte, die zur Verschiffung von Gütern und Rohstoffen und den Seemachtinteressen diente Im Vergleich zu Autokratien größere Macht des Bürgertums in der konstitutionellen Monarchie und parlamentarischen Demokratie Leistungsstarke Landwirtschaft zur Versorgung der schnell wachsenden Bevölkerung und als Kapitalbasis Deindustrialisierung Das produzierende Gewerbe verliert volkswirtschaftlich an Bedeutung. Ursache hierfür sind die strukturelle Verschiebungen zwischen Industriesektor und Dienstleistungssektor (Tertiarisierung). Diese können ihrerseits auf eine geänderte Strategie der Unternehmen zurückgeführt werden, welche eine Verschiebung der Arbeitsteilung bewirken: Rückbesinnung auf Kernkompetenzen, Outsourcing, Reorganisation von Großunternehmen durch „Downsizing“. Diese Prozesse haben zum Ergebnis, dass aus Großunternehmen kleine dezentrale Einheiten gebildet werden und viele bislang unternehmensinterne Dienstleistungen von externen, eigenständigen Dienstleistungsunternehmen geliefert werden. Veränderte wirtschaftliche Rahmenbedingungen, wie etwa die Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnologie, ermöglichen solche Veränderungen. Dieselben reagieren damit auch auf veränderte Nachfragepräferenz (etwa hin zu mehr produktbezogener Beratung und Wartung), Beschleunigung der Produkteinführung (Time-to-Market). Daneben mag sich auch eine positivere Einstellung gegenüber Kooperationen herausgebildet haben.[4] Ehemalige Industrieanlagen und Gebäude werden oft als Industriedenkmäler erhalten, zum Beispiel Völklinger Hütte oder die Hochöfen auf Esch Belval. Vom Industrie- zum Freizeitzentrum: Der Innenhafen in Duisburg   Innenhafen Duisburg: Früher ein Getreidespeicher, dient heute als Gaststätte und Museum Heutige Bedeutung Industrialisierung wird als Begriff auch für die heutige Standardisierung/Automatisierung von Verfahren/Prozessen verwendet. Als Beispiel sei die Softwareentwicklung genannt: Bei der Programmierung wird kein Gegenstand im herkömmlichen Sinne hergestellt. Die Herstellung des Produktes Software kann in vielen Firmen als handwerkliche Tätigkeit aufgefasst werden, da sie jedes Mal anders und individuell vorgenommen wird. Ziel der Industrialisierung ist es, gemeinsame Herstellungselemente zu standardisieren, so dass sie effektiver, produktiver und gleichförmig eingesetzt werden können. Nur wenn die einzelnen Phasen charakterisiert sind, können zum Beispiel Teile als Offshoring-Tätigkeit abgegeben werden. Schon früh hat sich während der Industrialisierung eine Industriekritik geäußert, die später in eine ökologische Kritik überging. Prosperität (in den Industrienationen): GDP pro Kopf (vgl. Liste) Begleiterscheinungen und Folgen der Industrialisierung Als der Industrialisierung folgende Auswirkungen kann man nennen die Urbanisierung, der Wechsel von Selbstversorgungs- (Subsistenzwirtschaft) zur Fremdversorgungsgesellschaft, Geburtenrückgang, Prosperität (in den Industrienationen), aber auch zunehmende Umweltverschmutzung sowie insbesondere die globale Erwärmung. Literatur Florin Condrau: Die Industrialisierung in Deutschland. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2005. Clark Kerr / John T. Dunlop / Frederick Harbison / Charles A. Myers: Der Mensch in der industriellen Gesellschaft (Industrialism and Industrial Man). Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1960. Klaus Tenfelde: Industrialisierung. In: Richard van Dülmen (Hrsg.): Das Fischer Lexikon Geschichte. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2003, S. 222-237. Siehe auch Industrielle Revolution in Deutschland Hochindustrialisierung in Deutschland Industrialisierung Frankreichs Industrialisierung der Sowjetunion Industriearchitektur Weblinks Die Europäische Industrialisierung (eKritik) ZUM:Industrielle_Revolution_und_soziale_Frage_im_19._Jahrhundert Einzelnachweise ↑ Karl-Heinz Hillmann:Wörterbuch der Soziologie. 4. Auflage, Krömer, Stuttgart 1994, S. 260. ↑ Flurin Condrau: Die Industrialisierung in Deutschland. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2005, S. 5. ↑ Fischer Lexikon Geschichte, hrgg. von Richard van Dülmen. Fischer, Frankfurt 2003, S. 222. ↑ Markus Kowalik (Inmit – Institut für Mittelstandsökonomie, Universität Trier): Industriekompass Rheinland-Pfalz 2004. Mainz 2004, 3. erw. und aktualisierte Auflage 2004. S. 21 f.



http://www.gabrieleweis.de/3-geschichtsbits/histo-surfing/5-neuzeit2/5-6-russische%20revolution/5-6-2-russland-im-18.-19.jh.htm

dict.cc | Industrialisierung | English Dictionary

English Translation for Industrialisierung - dict.cc German-English Dictionary




http://www.gabrieleweis.de/3-geschichtsbits/histo-surfing/5-neuzeit2/5-6-russische%20revolution/5-6-2-russland-im-18.-19.jh.htm

Die Industrialisierung der Saarregion, 1815…1914

Die Industrialisierung der Saarregion, 1815–1914. Band 2: Take-Off Phase und ... Vol. 2: Take-Off Phase and Intensive Industrialization, 1850–1914] ...



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Internet Archive: Free Download: Die industrialisierung Chinas

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YouTube - Kinderarbeit in der Industrialisierung

Dieses Video enthält eine Präsentation mit Fotos zur Kinderarbeit während der Industrialisierung (industrielle Revolution) zum Einsatz im Unterricht (z.B. al...



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