Ägadische Inseln
Ägypten
Ätna
Österreich
1. Januar
1. Mai
1. November
14. Dezember
15. August
1945
1946
1949
1952
1955
1979
1980
1980er
1984
1990er
1994
2. Juni
25. April
25. Dezember
26. Dezember
4. April
6. Januar
8. Dezember
A14 (Italien)
A1 (Italien)
A22 (Italien)
A4 (Italien)
AC Mailand
AS Rom
Abessinien
Abgeordnetenkammer (Italien)
Abruzzen
Achsenmächte
Adipositas
Adolf Hitler
Adriatisches Meer
Afghanistan
Afrika
Agenzia delle Entrate
Agusta
Air Dolomiti
Albanien
Albanische Sprache
Alberto Tomba
Alenia
Alessandro Scarlatti
Alfa Romeo Motorsport
Algerien
Alghero
Alitalia
Allerheiligen
Alliierte
Alpen
Amtssprache
Ancona
Andorra
Andria
Antike
Aosta
Aostatal
Apennin
Apenninen
Apulien
Arbëresh
Arbeitslosigkeit
Architektur
Argentinien
Armenien
Arno (Fluss)
Aserbaidschan
Asien
Assicurazioni Generali
Atomausstieg
Australien
Autodromo Enzo e Dino Ferrari
Autodromo Internazionale del Mugello
Autodromo Nazionale Monza
Automobilbau
Avezzano
Avvenire
BIP
Bangladesch
Baptisten in Italien
Bari
Basilikata
Basketball
Belgien
Benetton
Benito Mussolini
Berufsarmee
Bildhauer
Bildungssystem
Blaue Banane
Bologna
Bologna-Prozess
Bosnien und Herzegowina
Ägypten
Ätna
Österreich
1. Januar
1. Mai
1. November
14. Dezember
15. August
1945
1946
1949
1952
1955
1979
1980
1980er
1984
1990er
1994
2. Juni
25. April
25. Dezember
26. Dezember
4. April
6. Januar
8. Dezember
A14 (Italien)
A1 (Italien)
A22 (Italien)
A4 (Italien)
AC Mailand
AS Rom
Abessinien
Abgeordnetenkammer (Italien)
Abruzzen
Achsenmächte
Adipositas
Adolf Hitler
Adriatisches Meer
Afghanistan
Afrika
Agenzia delle Entrate
Agusta
Air Dolomiti
Albanien
Albanische Sprache
Alberto Tomba
Alenia
Alessandro Scarlatti
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Aostatal
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Apenninen
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Arbeitslosigkeit
Architektur
Argentinien
Armenien
Arno (Fluss)
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Asien
Assicurazioni Generali
Atomausstieg
Australien
Autodromo Enzo e Dino Ferrari
Autodromo Internazionale del Mugello
Autodromo Nazionale Monza
Automobilbau
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Avvenire
BIP
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Baptisten in Italien
Bari
Basilikata
Basketball
Belgien
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Benito Mussolini
Berufsarmee
Bildhauer
Bildungssystem
Blaue Banane
Bologna
Bologna-Prozess
Bosnien und Herzegowina
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Für weitere Bedeutungen, siehe Italien (Begriffsklärung)
Repubblica Italiana
Italienische Republik
Flagge
Wappen
Amtssprache
Italienisch
Regionale Amtssprachen: Deutsch, Französisch, Ladinisch, Slowenisch[1]
Hauptstadt
Rom
Staatsform
Parlamentarische Republik
Staatsoberhaupt
Präsident Giorgio Napolitano
Regierungschef
Ministerratspräsident Silvio Berlusconi
Fläche
301.338 km²
Einwohnerzahl
60.340.328 (1. Januar 2010)[2]
Bevölkerungsdichte
200,27 Einwohner pro km²
Bruttoinlandsprodukt
Total (PPP)
Total (Nominal)
BIP/Einw. (PPP)
BIP/Einw. (Nominal)
2008
$ 1.814 Milliarden (10.)
$ 2.313 Milliarden (7.)
$ 30.581 (28.)
$ 38.996 (21.)
Human Development Index
0,951 (18.)[3]
Währung
Euro[4]
Unabhängigkeit
1861[5]
Nationalhymne
Fratelli d’Italia
Nationalfeiertag
25. April, 2. Juni
Zeitzone
UTC+1 MEZ
UTC+2 MESZ (März bis Oktober)
Kfz-Kennzeichen
I
Internet-TLD
. it
Telefonvorwahl
+39
Kolosseum, Rom
Dom, Mailand
Mole Antonelliana, Turin
Dom, Florenz
Schiefer Turm, Pisa
San Francesco di Paola, Neapel
Castel del Monte, Andria
Venedig
Altstadt, Verona
Riva, Gardasee
Cinque Terre, Ligurien
Markgrafschaft Montferrat, Piemont
Taormina, Sizilien
Sardinien
Italien (ital. Italia; amtlich: Italienische Republik, ital. Repubblica Italiana) ist eine Republik in Europa, die zum größten Teil auf der vom Mittelmeer umschlossenen Apenninhalbinsel liegt. Ihre Hauptstadt ist Rom.
Das Gebiet des heutigen Italiens war in der Antike die Kernregion des Römischen Reiches mit Rom als Hauptstadt. Die heute italienische Toskana war das Kernland der Renaissance. Seit dem Risorgimento besteht der moderne italienische Staat.
Inhaltsverzeichnis
1 Geografie
2 Bevölkerung
2.1 Stadt- und Landbevölkerung
2.2 Die größten Städte
2.3 Die größten Provinzen
2.4 Die größten Metropolregionen
2.5 Gesundheit
2.6 Religion
2.7 Sprachen
2.8 Einwanderung
2.9 Italiener im Ausland
3 Geschichte
4 Politik
4.1 Politisches System
4.2 Politische Gliederung
4.3 Gesundheitssystem
4.4 Polizei
4.5 Militär
5 Wirtschaft
5.1 Staatshaushalt
5.2 Steuern
5.3 EU-Beitragszahlungen
5.4 Währung
5.5 Rohstoffe
5.6 Energieversorgung
5.7 Landwirtschaft, Industrie und Dienstleistungen
5.8 Arbeitsmarkt
5.9 Regionale Unterschiede
5.9.1 Nord-Süd-Gefälle
5.9.2 BIP nach Regionen
5.10 Soziale Unterschiede
6 Verkehr
6.1 Straßenverkehr
6.2 Schienenverkehr
6.3 Schifffahrt
6.4 Luftfahrt
7 Gesellschaft
7.1 Schulwesen und Bildung
7.2 Feiertage
7.3 Medien
7.3.1 Presse
7.3.2 Rundfunk und Fernsehen
7.4 Neue Medien
7.5 Sport
7.5.1 Fußball
7.5.2 Motorsport
7.5.3 Radsport
7.5.4 Skisport
7.5.5 Sonstige
8 Kultur
9 Literatur
10 Siehe auch
11 Weblinks
12 Fußnoten
//
Geografie
Italien liegt überwiegend auf einer Halbinsel, welche an die Form eines Stiefels erinnert. Die maximale Nord-Süd-Ausdehnung beträgt rund 1.200 km.[6] Angrenzende Staaten sind Frankreich (Länge der gemeinsamen Staatsgrenze: 488 km), die Schweiz (734,2 km), Österreich (430 km), Slowenien (232 km) sowie die Enklaven San Marino (39 km) und die Vatikanstadt (3 km). Italien besitzt mit Campione d’Italia eine Exklave in der Schweiz.
Zu Italien gehören die Mittelmeerinseln Sizilien und Sardinien sowie die Inselgruppen der Liparischen Inseln, der Ägadischen Inseln, der Tremiti-Inseln, der Pontinischen Inseln und der Toskanische Archipel. Die Pelagischen Inseln, zu denen auch Lampedusa gehört, und die Insel Pantelleria gehören geografisch bereits zu Afrika.
Der Gebirgszug des Apennins durchzieht das Land entlang der Längsachse und erreicht seine größte Höhe im Gran Sasso (2.912 m). Im Norden gehört ein großer Teil der Alpen zu Italien: Höchster Gipfel ist der Mont Blanc (Monte Bianco) mit 4.810 m,[7] an der Grenze zu Frankreich. Das höchste Bergmassiv, das vollständig auf italienischem Boden steht, ist der Gran Paradiso mit 4.061 m in den Grajischen Alpen.
Entlang der Westküste Italiens ziehen sich von Norden in Richtung Süden unter anderem die Italienische Riviera in Ligurien und den Golf von Neapel in Kampanien. Die Ostküste wird von Triest im Norden bis zum Gargano im Norden Apuliens (nach anderen Darstellungen: bis zur Straße von Otranto) als die Italienische Adriaküste bezeichnet. Die gesamte Küstenlänge beträgt 7.375 km.
Hydrografisch gehört Italien fast ausschließlich zum Mittelmeer. Einzig das Tal des Lago di Livigno und der oberste Teil des Val d’Uina entwässern via Inn und Donau ins Schwarze Meer. Dorthin entwässert ebenfalls die Drau, die im Pustertal in Südtirol entspringt, sowie die Gailitz, die das Gebiet um Tarvis durchfließt. Ferner entwässert das Tal des Lago di Lei über den Rhein in die Nordsee. Die längsten Flüsse sind Po, Etsch, Arno und Tiber. Zu den größten italienischen Seen zählen der Gardasee, der Lago Maggiore und der Comer See in Oberitalien sowie der Lago di Bolsena und der Lago Trasimeno in Mittelitalien.
Neben dem Vesuv auf dem italienischen Festland stehen auf italienischen Inseln gleich zwei weitere bekannte Vulkane, der Ätna und der Stromboli.
Auf Grund der geologischen Verhältnisse kommt es in Italien immer wieder zu Erdbeben. Das verheerendste Beben des 20. Jahrhunderts mit einer Stärke von 7,2 auf der Richterskala ereignete sich in Messina und Reggio Calabria im Jahre 1908 und verursachte etwa 130.000 Tote. 1930 bebte die Erde bei Avezzano in den Abruzzen und forderte 15.000 Menschenleben. Die süditalienische Region Irpinia wurde 1980 von mehreren starken Beben getroffen, deren Ausläufer von Portici bei Neapel bis nach Potenza in der Basilikata reichten; dabei kamen über 3.000 Menschen um. Am 31. Oktober 2002 kam es zu einem kräftigen Beben in San Giuliano di Puglia (Region Molise): 30 Menschen, davon 27 Kinder, wurden in den Trümmern eines eingestürzten Schulgebäudes verschüttet. Auch Norditalien bleibt nicht von Erbeben verschont. Das katastrophale Erdbeben, das sich 1976 im Friaul ereignete, kostete 965 Menschenleben. Zudem haben sich weitere kleinere Beben ereignet, bei denen es meistens nur Sachschäden, leider aber auch Tote zu verzeichnen gab.
Das letzte verheerende Erdbeben mit einer Stärke von 5,9 auf der Richterskala ereignete sich am 6. April 2009 in der Region Abruzzen. Das Erdbeben forderte in der Provinz L’Aquila 298 Opfer und zerstörte zahlreiche Gebäude und ganze Dörfer.[8]
Bevölkerung
Italien hat eine Einwohnerzahl von 60.340.328 Einwohnern (zum 1. Januar 2010) und rangiert in der Weltrangliste auf Platz 23, innerhalb der Europäischen Union liegt das Land auf dem vierten Rang hinter Deutschland, Frankreich und dem Vereinigten Königreich.
Stadt- und Landbevölkerung
Rund 67 % der Einwohner Italiens, vornehmlich im Norden, leben in Städten. Vor allem von 1950 bis 1960 herrschte eine starke Abwanderung aus den unterentwickelten Landregionen in die Städte (Landflucht). Seit den 1980er Jahren hat sich dieser Trend zu Gunsten der Vororte und Kleinstädte umgekehrt (Suburbanisierung).
Die größten Städte
Die zehn größten Städte (Stand: 1. Januar 2009).[9]
Rang
Stadt
Einwohnerzahl
1.
Rom
2.724.347
2.
Mailand
1.295.705
3.
Neapel
963.661
4.
Turin
908.825
5.
Palermo
659.433
6.
Genua
611.171
7.
Bologna
374.944
8.
Florenz
365.659
9.
Bari
320.677
10.
Catania
296.469
Siehe: Liste der Städte in Italien
Die größten Provinzen
Liste der zehn größten Provinzen nach Einwohnern (Stand: 1. Januar 2009).[9]
Rang
Provinz
Einwohnerzahl
1.
Rom
4.115.911
2.
Mailand
3.170.273
3.
Neapel
3.078.629
4.
Turin
2.196.313
5.
Bari
1.251.072
6.
Palermo
1.244.426
7.
Brescia
1.225.681
8.
Salerno
1.090.782
9.
Catania
1.078.532
10.
Bergamo
1.065.596
Die Autonome Provinz Bozen-Südtirol ist mit 7.399,97 km² die flächenmäßig größte Provinz.
Siehe auch: Italienische Provinzen
Die größten Metropolregionen
Die Tabelle zeigt die zehn größten Metropolregionen.[10]
Rang
Metropolregion
Bevölkerung
(2007)
Fläche
in km²
Dichte
in Ew./km²
1.
Mailand
8.047.125
8.362,1
965,6
2.
Neapel
4.996.084
3.841,7
1.300,5
3.
Rom
4.339.112
4.766,3
910,4
4.
Venedig-Padua-Verona
3.267.420
6.679,6
489,2
5.
Bari-Tarent-Lecce
2.603.831
6.127,7
424,9
6.
Rimini-Pesaro-Ancona
2.359.068
5.404,8
436,5
7.
Turin
1.997.975
1.976,8
1.010,7
8.
Bologna-Piacenza
1.944.401
3.923,6
495,6
9.
Florenz-Pisa-Siena
1.760.737
3.795,9
629.8
10.
Messina-Catania-Syrakus
1.693.173
2.411,7
702,1
Gesundheit
Italien hat eine der höchsten Lebenserwartungen der Welt. Sie betrug im Jahr 2005 80,4 Jahre und liegt folglich ungefähr zwei Jahre über dem OECD-Durchschnitt von 78,6.[11] Italien liegt damit an siebter Stelle unter allen OECD-Staaten. Die Lebenserwartung beträgt für Frauen rund 83 Jahre, für Männer 78. Ungefähr 19 % der Italiener sind älter als 65 Jahre. Gelegentlich wird die hohe Lebenserwartung auf die mediterrane Kost zurückgeführt, die beispielsweise viel Fisch, Olivenöl und Gemüse enthält
Trotzdem lässt sich auch in Italien, wie in so gut wie allen OECD-Staaten, ein Anstieg des Anteils übergewichtiger Personen beobachten. So stieg dieser Wert von 7,0 % im Jahr 1994 auf 9,9 % im Jahr 2005 (in Deutschland lag diese Quote im selben Jahr bei 13,6 %).[11] Mittlerweile gibt es auch in Italien eigene Krankenhausstrukturen für diese Personengruppe.
Die Kindersterblichkeit lag in Italien 2005 bei 4,7 ‰ (OECD: 5,4 ‰).[11]
Der Anteil täglicher Raucher fiel im Vergleichszeitraum 1990 bis 2005 von 27,8 % auf 22,3 % (OECD: 24,3 %).[11] Seit 10. Januar 2005 gilt außerdem ein generelles Rauchverbot in allen öffentlich zugänglichen Gebäuden. Wer trotzdem raucht, muss mit Bußgeldern zwischen 27,50 und 275 Euro rechnen, Wirte, die nicht für die Einhaltung des Verbots sorgen, mit 220 bis 2200 Euro.
Religion
Italien ist ein katholisch geprägtes Land. Die katholische Kirche in Italien ist traditionell einflussreich, was sich in einer hohen Zahl an Priestern (51.259) und Kardinälen (38) widerspiegelt [12].
51 Millionen Italiener bekennen sich zum katholischen Glauben. Die zweitgrößte christliche Glaubensgemeinschaft bilden die Orthodoxen, mit 1.187.130 Anhängern: Deren Anteil ist durch die Einwanderung von Rumänen besonders stark gestiegen. Die Protestanten (unter anderem Waldenser und Baptisten) sind mit 547.825 Gläubigen vertreten. Zu weiteren christlichen Konfessionen bekennen sich etwa 500.000 in Italien lebende Personen.
Unter den Nichtchristen bilden die Moslems mit 1.293.704 die größte Glaubensgemeinschaft (siehe auch Islam in Italien). Zudem leben in Italien 197.931 Buddhisten und 108.950 Hindus. Die Jüdische Gemeinschaft zählt etwa 45.000 Mitglieder.
Vier Millionen Menschen bekennen sich zu keiner Konfession.[13]
Sprachen
Neben der Amtssprache Italienisch gibt es noch die regionalen Amtssprachen Deutsch und Ladinisch in Trentino-Südtirol, Französisch im Aostatal sowie Slowenisch in Friaul-Julisch Venetien.
Zweisprachiger Ausweis Italienisch-Deutsch
Zweisprachiger Ausweis Italienisch-Französisch
Zweisprachiger Ausweis Italienisch-Slowenisch
Darüber hinaus sieht ein staatliches Gesetz aus dem Jahr 1999[14] den Schutz folgender Minderheitensprachen vor:
Albanisch (siehe Arbëresh), verteilt im gesamten Mezzogiorno
Deutsch, außerhalb von Südtirol (vgl. Zimbrisch in mehreren Sprachinseln in Nordostitalien und Walserdeutsch in Nordwestitalien)
Franko-Provenzalisch, die eigentliche Volkssprache des Aostatals sowie einiger Täler im Piemont mit kleinen Sprachinseln in Apulien
Furlan, die Sprache des Friaul
Griechisch (siehe Griko) in Apulien und Kalabrien
Katalanisch in Alghero auf Sardinien
Moliseslawisch in der Region Molise
Okzitanisch in einigen Alpentälern des Piemont
Sardisch, die Sprache Sardiniens.
Bisher ist dieses Gesetz bis auf einige Ausnahmen nicht umgesetzt worden. Die Einrichtung von mehrsprachigen Ämtern, der muttersprachliche Schulunterricht und die Förderung von Radio- und Fernsehprogrammen, wie sie das Gesetz vorsieht, sind nicht verwirklicht worden. Nur in der Ortsnamensgebung sind einige Fortschritte gemacht worden: So tragen zahlreiche Verkehrsschilder im Friaul auch die furlanische Bezeichnung, während auf Sardinien neben dem italienischen gegebenenfalls auch der sardische Ortsname steht. In den Schulen des Friauls ist es zudem möglich, eine Wochenstunde Unterricht in furlanischer Sprache zu nehmen.
In einigen Alpentälern wird der höchstalemannische Dialekt der Walser gesprochen, der in der autonomen Region Aostatal als Minderheitensprache anerkannt ist und gefördert wird.
Darüber hinaus werden in Italien zahlreiche Dialekte gesprochen, die gar keine amtliche Anerkennung genießen. Die Verkehrsbeschilderung einiger Gemeinden, besonders jener, die von der Lega Nord verwaltet sind, ist jedoch um die mundartliche Bezeichnung des Ortes erweitert worden.
Beschilderung Italienisch-Furlan
Beschilderung Italienisch-Sardisch
Beschilderung Italienisch-Albanisch in Maschito
Beschilderung Italienisch-lombardischer Dialekt
Einwanderung
Die Anzahl der in Italien wohnhaften Ausländer nimmt seit den 1990er Jahren konstant zu. Laut dem nationalem Statistikinstitut ISTAT waren zum 1. Januar 2010 4.279.000 ausländische Staatsbürger gemeldet, das macht 7,1 % der Gesamtbevölkerung aus.
Pos.
Herkunftsland
Anzahl
1
Rumänien Rumänien
953.000
2
Albanien Albanien
472.000
3
Marokko Marokko
433.000
4
China Volksrepublik China
181.000
5
Ukraine Ukraine
172.000
6
Philippinen Philippinen
120.000
7
Moldawien Moldawien
109.000
8
Polen Polen
107.000
9
Tunesien Tunesien
105.000
10
Indien Indien
104.000
11
Mazedonien Mazedonien
98.000
12
Ecuador Ecuador
85.000
13
Peru Peru
83.000
14
Ägypten Ägypten
78.000
15
Sri Lanka Sri Lanka
75.000
16
Bangladesch Bangladesch
74.000
17
Serbien Serbien
71.000
18
Senegal Senegal
71.000
19
Pakistan Pakistan
60.000
20
Nigeria Nigeria
48.000
Quelle: Die ausländische Bevölkerung in Italien, ISTAT (1. Januar 2010)[15].
Zudem leben in Italien rund 120.000 Roma, von denen 70.000 Staatsbürger sind.
Die illegalen Einwanderer sind in der Statistik nicht berücksichtigt. Die OECD rechnet mit 500.000 bis 750.000, die Caritas geht davon aus, dass sich 1 Million Ausländer illegal aufhalten.[16] Damit würden sich in Italien bis zu 5 Millionen Ausländer aufhalten.
Die meisten Einwanderer sind im Norden und im Zentrum Italiens angesiedelt, dort machen sie einen Anteil von 9,6% bzw. 9,1% an der Bevölkerung aus. In den süditalienischen Regionen liegt der Ausländeranteil bei 2,7%.[15] Die Städte mit dem größten Anteil an Ausländern sind: Rom (242.725), Mailand (181.393), Turin (114.710), Genua (42.744), Florenz (40.898), Bologna (39.480), Verona (34.465), Brescia (31.512), Padua (25.596), Neapel (24.384), Reggio Emilia (24.401), Prato (24.153), Venedig (23.928) und Modena (22.857).
Italiener im Ausland
Anzahl der Auswanderer nach Herkunftsregion in den Zeiträumen 1876–1900 bzw. 1901–1915
Zwischen 1876 und 1915 war Italien von einer massiven Auswanderungswelle betroffen. Schätzungsweise 14 Millionen Bürger verließen das Land, um hauptsächlich in Amerika – in den Vereinigten Staaten als Arbeiter, in Argentinien und Brasilien als Landwirte – ihr Glück zu suchen. Die Zahl ist beeindruckend, vor allem wenn man bedenkt, dass Italien zur Jahrhundertwende 33 Millionen Einwohner zählte. 1913 war das Jahr mit der höchsten aufgezeichneten Auswanderungswelle: Über 870.000 Italiener verließen ihre Heimat.[17]
Die faschistische Diktatur versuchte der Auswanderung entgegenzuwirken, konnte aber nicht verhindern, dass weitere 2,6 Millionen Italiener das Land verließen. Vor allem Argentinien und Frankreich waren zwischen den Weltkriegen beliebte Auswanderungsländer, zumal die Vereinigten Staaten und Brasilien strengere Einwanderungsregeln eingeführt hatten.
Nach dem Zweiten Weltkrieg richtete sich die Auswanderung zunehmend in Richtung europäischer Staaten. Viele, die vorübergehend als Gastarbeiter nach Belgien, Deutschland, Frankreich, in die Schweiz gekommen waren, ließen sich schließlich auf unbestimmte Zeit in ihren neuen Heimatländern nieder.
Im konsularischen Personenregister sind nach wie vor 4.106.640 Auslandsitaliener registriert. Die folgende Tabelle weist jene Länder (außer Italien) aus, in denen die meisten italienischen Staatsbürger wohnhaft sind.
Staaten mit den meisten italienischen Staatsangehörigen (Quelle: Italienisches Außenministerium[18])
Staat
Einwohnerzahl
Argentinien Argentinien
659.655
Deutschland Deutschland
648.453
Schweiz Schweiz
533.821
Frankreich Frankreich
343.197
Brasilien Brasilien
297.137
Belgien Belgien
251.466
Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten
199.284
Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich
187.363
Venezuela Venezuela
124.133
Australien Australien
122.863
Kanada Kanada
121.465
Spanien Spanien
104.637
Uruguay Uruguay
90.231
Chile Chile
48.966
Niederlande Niederlande
32.730
andere Staaten
341.239
Die Italiener im Ausland dürfen bei den Parlamentswahlen wählen und sind durch 12 Abgeordnete und 6 Senatoren vertreten. Zudem dürfen sie an den nationalen Volksabstimmungen teilnehmen.
Geschichte
→ Hauptartikel: Geschichte Italiens
Italien, vor allem Mittelitalien (Etrurien) und Süditalien (Magna Graecia), ist schon seit der Antike ein wichtiges europäisches Kulturzentrum und war Mittelpunkt des Römischen Reichs. Zur Zeit Caesars wurde Italien, das zuvor bis zum Rubikon bei Rimini reichte, um die Provinz Gallia Cisalpina erweitert. Sizilien und Sardinien (sowie Korsika) wurden erst im Zuge von Kaiser Diokletians Gebietsreform dem Mutterland Italien (Dioecesis Italiae) angegliedert.
Nach dem Einfall der Goten und der Langobarden (410 bzw. 568) zersplitterte das Land in eine Reihe von Herrschaftsgebieten. Im 8. und 9. Jahrhundert, besonders unter Pippin und Karl dem Großen, dominierten die Franken, doch entwickelte sich unter den Nachfolgern Karls ein eigenes Königreich Italien. Seit Otto dem Großen gehörte Italien überwiegend zum Heiligen Römischen Reich, der Süden blieb dabei lange byzantinisch. Jedoch eroberten zunächst Araber ab 827 Sizilien und Teile Süditaliens. Im frühen 11. Jahrhundert begannen Normannen (aus der Normandie) mit der Eroberung Süditaliens bis zum Ende des 11. Jahrhunderts.
Durch den Aufschwung von Handel und Verkehr gewannen insbesondere die Städte Norditaliens im 11. Jahrhundert zunehmende Selbstständigkeit. Die Normannen und zahlreiche Städte Oberitaliens unterstützten während des Investiturstreits den Papst. Mit dem Untergang ihrer Dynastie 1268 scheiterten die Versuche der Staufer, die schwindende Reichsgewalt in Italien zu erneuern, obwohl Heinrich VI. das unteritalienische Normannenreich durch Heirat gewonnen hatte. Den Süden beherrschte ab 1268 die französische Dynastie der Anjou, der Norden zerfiel in eine Reihe von formal dem Heiligen Römischen Reich zugehörigen, jedoch beinahe selbstständigen Städten mit ihrem Umland.
Im 14. und 15. Jahrhundert entstanden im Zeitalter der Renaissance Mittelmächte mit einem enormen wirtschaftlichen und kulturellen Vorsprung. Fünf Mächte, das süditalienische Königreich, der Kirchenstaat, Florenz, Mailand und Venedig teilten sich in wechselnden Koalitionen die politische Macht und die Ressourcen der Halbinsel.
Der Niedergang Italiens begann unmittelbar nach der Entdeckung Amerikas, mit der Verlagerung des Handels in die Überseekolonien westeuropäischer Staaten, auch angesichts der osmanischen Kontrolle über das Mittelmeer. Politisch wurde Italien zum Spielball fremder Mächte. Im 16. Jahrhundert kämpften Frankreich und Spanien um die Vormachtstellung auf der Halbinsel. Die Schlacht bei Pavia (1525) besiegelte die Vorherrschaft Spaniens, das sich die unmittelbare Kontrolle Süditaliens und der Lombardei sichern konnte.
1796 rissen französische Revolutionstruppen die Macht an sich. 1805 krönte sich Napoleon in Mailand zum König von Italien. Nach dem Zusammenbruch seiner Herrschaft fiel Italien in den Einflussbereich des österreichischen Kaiserreiches. Vom 16. bis hinein ins 19. Jahrhundert stand der Großteil Italiens somit unter Fremdherrschaft.
Die anschließende Nationalbewegung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ging als Risorgimento in die Geschichte ein. Unter Führung der Dynastie der Savoyer, Könige von Sardinien-Piemont, angetrieben durch die Freiwilligenverbände unter Giuseppe Garibaldi, gelang in drei Unabhängigkeitskriegen die Vereinigung Italiens. Am 17. März 1861 wurde Viktor Emanuel II. in Turin zum König Italiens ausgerufen. 1865 wechselte die Hauptstadt nach Florenz. 1866 kamen mit dem dritten Unabhängigkeitskrieg auch das österreichische Venetien sowie das Friaul zum Königreich Italien. Rom wurde dann 1870 erobert und ein Jahr später zur Hauptstadt des Landes erkoren. Darüber hinaus versuchte Italien, ähnlich wie andere europäische Mächte, als Kolonialmacht Fuß zu fassen, am Horn von Afrika (Eritrea, erst später Äthiopien) und in Libyen.
Da Italien sich zu Beginn des Ersten Weltkriegs aufgrund territorialer Zugeständnisse aus dem Dreibund gelöst hatte und der Entente beigetreten war, konnte das Königreich auf der Seite der Siegermächte Julisch Venetien, das Trentino sowie das deutschsprachige Südtirol annektieren.
Im Oktober 1922 übernahmen Benito Mussolini und seine Fascisti genannten Gefolgsleute durch den Marsch auf Rom die Macht. Schritt für Schritt wandelte Mussolini das Königreich in einen totalitären Staat um und setzte sich selbst als „Duce“ (Führer) an die Spitze von Volk und Staat. Noch vor Beginn des Zweiten Weltkrieges überfiel Italien Abessinien und okkupierte das Land. Diese völkerrechtswidrige Besetzung war Teil von Mussolinis erklärtem Ziel, das antike Römische Reich wieder aufleben zu lassen. Durch verschiedene Abkommen band sich Mussolini an das Deutsche Reich und Adolf Hitler. Schließlich trat Italien auf der Seite der Achsenmächte, nach merklichem Zögern des Duce, in den Zweiten Weltkrieg ein. Mit dem Rückzug der italienischen Truppen vor den anrückenden Alliierten und dem Sturz der faschistischen Regierung im Herbst 1943 brach Italien den Dreimächtepakt, wechselte die Fronten und erklärte nunmehr seinem vormals Verbündeten den Krieg.
Der folgende Einmarsch der deutschen Wehrmacht stieß auf den Widerstand der Resistenza. Nach der Befreiung Mussolinis durch deutsche Fallschirmjäger in den Apenninen erfolgte die Installation einer Marionettenregierung unter Mussolini in Norditalien bis nach Rom am 23. September 1943 (Italienische Sozialrepublik). Dieser neue Staat blieb mit Deutschland verbündet und erklärte seinerseits dem von den Alliierten besetzten Teil Italiens den Krieg. Eine frischrekrutierte Armee von 40.000 Freiwilligen (Schwarze Brigaden) standen als vermeintlich legitime Staatsgewalt von Beginn an in einer Art Bürgerkrieg gegen die italienischen Partisanen, der sich die letzten 18 Monate bis zum Ende des Krieges hinzog.[19] Als sich die deutschen Verbände im Juni 1944 bis zur „Gotenlinie“ im Apennin zurückzogen und italienische Partisanen ihre Überfälle auf deutsche Soldaten verstärkten, kam es zu Massakern an der Zivilbevölkerung und weiteren schweren Kriegsverbrechen durch die deutschen Besatzer und Truppen der faschistischen Sozialrepublik Italien. Am 28. April 1945 kapitulierten die Wehrmachtsverbände in Italien vor den Westalliierten, die Kämpfe hielten aber noch bis zum 2. Mai 1945 an.
Nach Kriegsende blieb das italienische Mutterland von größeren Gebietsabtretungen verschont (der Großteil von Julisch Venetien an Jugoslawien bzw. das heutige Slowenien und Kroatien, das italienische Dodekanes an Griechenland, die Gemeinden Tende und La Brigue an Frankreich). Zudem verlor Italien sämtliche Kolonien.
Eine verfassungsgebende Versammlung beschloss die neue Costituzione della Repubblica Italiana am 22. Dezember 1947. Sie trat zum 1. Januar 1948 in Kraft.
Die Nachkriegsgeschichte Italiens zeichnet sich innenpolitisch durch häufige Regierungswechsel, allerdings bis 1990 vier Jahrzehnte unter Führung oder Hauptbeteiligung der Democrazia Cristiana, außenpolitisch durch die Gründungsmitgliedschaft in der Europäische Wirtschaftsgemeinschaft und wirtschaftlich durch das Wirtschaftswunder (miracolo economico) aus. Nach Jahrzehnten hoher Inflation, auch durch Entwertung der Lira, wurden in den 1990er Jahren die Staatsfinanzen unter Kontrolle gebracht, und Italien übernahm als Währung den Euro.
Anfang der 90er Jahre wurde die politische Elite des Landes vom Korruptionsskandal Tangentopoli und den Aufklärungsmaßnahmen der Mani pulite weggefegt. Seitdem wird die Politik Italiens von Parteienbündnissen um Silvio Berlusconi sowie wechselnden Mitte-links-Koalitionen bestimmt.
Politik
Politisches System
→ Hauptartikel: Politisches System Italiens
Italien ist seit 1946 eine parlamentarische Republik. Staatsoberhaupt ist der Staatspräsident, das Parlament besteht aus zwei Kammern (Abgeordnetenkammer und Senat), die alle fünf Jahre gewählt werden und absolut gleichberechtigt sind. Daneben gibt es vom Staatspräsidenten ausgezeichnete verdiente Persönlichkeiten, die als Senatoren auf Lebenszeit dem Senat angehören. Auch die früheren Staatspräsidenten sind Senatoren auf Lebenszeit. Regierungschef ist der Ministerpräsident, seit 2008 Silvio Berlusconi.
Zudem ist Italien Mitglied in mehreren überstaatlichen Organisationen. Mit dem 4. April 1949 erfolgte der Eintritt in die NATO. Seit dem 14. Dezember 1955 gehört Italien den Vereinten Nationen an. Zudem ist das Land als Gründungsmitglied der Europäischen Union am 1. Januar 1952 ein bedeutender Ansprechpartner in Europa.
Siehe auch:
Politische Parteien in Italien
Liste der italienischen Ministerpräsidenten
Politische Gliederung
Apulien
Basilikata
Kalabrien
Sizilien
Molise
Kampanien
Abruzzen
Latium
Umbrien
Marken
Toskana
Sardinien
Emilia-Romagna
Ligurien
Piemont
Friaul
Julisch Venetien
Aostatal
Trentino
Südtirol
Venetien
Lombardei
Adriatisches Meer
Ionisches Meer
Mittelmeer
Tyrrhenisches Meer
Ligurisches Meer
Italien ist politisch in 20 Regionen (regioni) mit jeweils eigener Regierung gegliedert. Diese Regionen sind in insgesamt 109 Provinzen (province) und diese in 8.094 Gemeinden (comuni) unterteilt. Fünf Regionen haben ein Sonderstatut (statuto speciale), das ihnen eine große Autonomie gewährt; diese sind in der folgenden Liste mit einem Stern markiert.
Region
Hauptstadt
Einwohner
Fläche (km²)
Einw./km²
Lombardei
Mailand
9.781.682
23.863
408
Kampanien
Neapel
5.815.251
13.590
428
Latium
Rom
5.650.977
17.236
326
Sizilien*
Palermo
5.037.499
25.711
196
Venetien
Venedig
4.899.371
18.399
266
Piemont
Turin
4.440.226
25.402
174
Emilia-Romagna
Bologna
4.357.164
22.446
194
Apulien
Bari
4.079.638
19.358
211
Toskana
Florenz
3.720.366
22.994
161
Kalabrien
Catanzaro
2.007.997
15.081
133
Sardinien*
Cagliari
1.670.539
24.090
69
Ligurien
Genua
1.615.441
5.422
298
Marken
Ancona
1.573.445
9.366
166
Abruzzen
L'Aquila
1.338.103
10.763
124
Friaul-Julisch Venetien*
Triest
1.232.291
7.858
157
Trentino-Südtirol*
Trient
1.022.528
13.607
75
Umbrien
Perugia
897.611
8.456
106
Basilikata
Potenza
589.632
9.995
59
Molise
Campobasso
320.360
4.438
72
Aostatal*
Aosta
127.430
3.263
39
Italien gesamt
60.177.551
301.338
199
Siehe auch: Italienische Regionen, Italienische Provinzen, Italienische Gemeinden
Gesundheitssystem
Das Gesundheitssystem in Italien ist auf regionaler Ebene strukturiert. Die lokalen Sanitätsbetriebe (Aziende Sanitarie Locali) unterstehen den jeweiligen Regionalregierungen. Die regionale Ausprägung führt dazu, dass die Qualität der Dienstleistungen von Region zu Region sehr unterschiedlich ist. Es ist ein scharfes Nord-Süd-Gefälle zu verzeichnen, das einen starken „Gesundheitstourismus“, vor allem in Richtung Venetien, Lombardei und Emilia-Romagna verursacht.
Die ausgezeichneten Leistungen dieser Regionen haben die WHO im Jahr 2000 dazu veranlasst, Italien nach Frankreich auf den zweiten Platz in der Weltrangliste der Gesundheitssysteme zu stellen.[20] Als negativ werden die langen Wartezeiten (oft mehrere Monate) auf stationäre Behandlung gesehen.
Hausärzte erhalten in Italien eine Kopfpauschale für die Patienten, die in einer Liste registriert wurden. Zahnärztliche Leistungen müssen überdies von den Bürgern vollständig selbst getragen werden.
Die gesamten Gesundheitsausgaben betrugen im Jahr 2005 8,9 % des BIP, und kamen damit ungefähr auf der Höhe des OECD-Durchschnitt von 9,0 % zu liegen. Der überwiegende Anteil dieser Ausgaben (76,6 %) wird vom öffentlichen Sektor getragen (OECD: 72,5 %).[11]
Polizei
→ Hauptartikel: Polizei (Italien)
Das italienische Polizeiwesen ist mehrgliedrig und teilweise militärisch organisiert. Die einzelnen Polizeiorganisationen unterstehen verschiedenen Ministerien oder den unteren Gebietskörperschaften. Dieses althergebrachte System hat sich aus Gründen der Tradition erhalten, aber auch, um zu verhindern, dass zu viel polizeiliche Gewalt in einer Hand bzw. in einem Ministerium gebündelt wird. Auf der nationalen Ebene gibt es die zivile Polizia di Stato (Staatspolizei), die dem Innenministerium unterstellt ist. Sie übernimmt hauptsächlich polizeiliche Aufgaben innerhalb der großen Städte. Die Staatspolizei wird ergänzt durch die Carabinieri, einer Gendarmerietruppe, die dem Verteidigungsministerium untersteht und nach Weisung des Innenministeriums Polizeidienst versieht, vor allem auch auf dem Land. Vergleichbare Strukturen finden sich auch in Frankreich (Gendarmerie Nationale) und in Spanien (Guardia Civil). Daneben verfügt das italienische Finanzministerium über die Guardia di Finanza (Finanzwacht), eine Finanz- und Zollpolizei, die auch Grenzschutzaufgaben übernimmt. Auf lokaler Ebene gibt es unter anderem die Gemeindepolizeien (Polizia Municipale), die sich vorwiegend um den örtlichen Straßenverkehr kümmern. Das Feuerwehrwesen ist, von wenigen Ausnahmen abgesehen, im nationalen Rahmen organisiert.
Militär
Die italienische Armee ist eine Berufsarmee und besteht aus den Teilstreitkräften Heer, Marine, Luftwaffe und den Carabinieri. Insgesamt dienen rund 180.000 Männer und Frauen in den Streitkräften, dazu kommen 110.000 Carabinieri und 33.000 zivile Mitarbeiter.
Die allgemeine Wehrpflicht ist in Italien seit dem 1. Juli 2005 ausgesetzt.
Wirtschaft
Italien ist ein Industriestaat mit einer vormals stark gelenkten Volkswirtschaft: Der staatliche Konzern IRI unterhielt zwischenzeitlich 1.000 Tochtergesellschaften und zählte bis zu 500.000 Beschäftigte.[21] Im Laufe der 90er Jahre wurden die Staatsunternehmen nach und nach privatisiert, auch um die Schulden der öffentlichen Hand zu bedienen, die Märkte wurden geöffnet und dereguliert.
Die italienische Wirtschaft ist mit einem Bruttoinlandsprodukt (BIP) von rund 2,3 Billionen US-Dollar (IWF 2008) siebtgrößte Volkswirtschaft der Welt. Das Land liegt im weltweiten Vergleich des BIP je Einwohner auf dem 21. Platz, in der EU nimmt Italien hierzu den 13. Rang ein.
Ferner ist zu bemerken, dass die Schattenwirtschaft in Italien traditionell sehr hoch ist. Die Agentur der Einnahmen schätzt ihren Anteil am BIP auf zwischen 17 % und 18,1 %, andere Beobachter gehen von bis zu 30 % aus. Tatsache ist, dass bei der Ermittlung des BIP die Schattenwirtschaft auf Basis von Schätzungen mitberücksichtigt wird.
Das Wirtschaftswachstum liegt seit über einem Jahrzehnt unter dem Durchschnitt der EU-Länder. Im Jahr 2007 wuchs die italienische Wirtschaft um lediglich 1,5 %, 2008 schrumpfte sie bereits um 1 % und 2009 um 5,1 %.
Wichtigster Handelspartner Italiens ist Deutschland, mit einem Exportanteil von 12,7 % und einem Importanteil von 15,9 %, gefolgt von Frankreich, mit 11,2 % bzw. 8,5 %. Zu den wichtigsten Ausfuhrmärkten für italienische Produkte gehören auch Spanien (6,5 %), die USA (6,2 %) und das Vereinigte Königreich (5,2 %). Die meisten Einfuhren bezieht Italien des Weiteren aus China (6,2 %), den Niederlanden (5,3 %), Libyen (4,6 %) und Russland (4,2 %).[22]
Siehe auch: Ministerium für Wirtschaft und Finanzen (Italien)
Staatshaushalt
Der Staatshaushalt umfasste 2009 Ausgaben von 785 Milliarden Euro, dem standen Einnahmen von 705 Mrd. Euro gegenüber. Daraus ergab sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 5,3 % des BIP. Die Staatsverschuldung betrug 2009 1.763,6 Milliarden Euro oder 116 % des BIP.[23]
Italien hatte in der EU jahrelang die höchste Schuldenquote, ist aber mittlerweile von Griechenland überholt worden. Ein Großteil der Schulden wurde während der 1980er und Anfang der 1990er Jahre angesammelt: 1979 betrug die Verschuldung noch 62,4 %, 1994 wurde der Höchststand von 124,5% erreicht.[24]
Jahr
1999
2000
2001
2002
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
Staatsverschuldung
113,7 %
109,2 %
108,8 %
105,7 %
104,4 %
103,8 %
105,8 %
106,6 %
103,6 %
106,3 %
116,0 %
Staatsdefizit
-1,7 %
-0,8 %
-3,1 %
-2,9 %
-3,5 %
-3,5 %
-4,3 %
-3,4 %
-1,5 %
-2,7 %
-5,3 %
Quelle: Eurostat [25]
Der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) betrug in folgenden Bereichen:
Gesundheit:[26] 9,0 % (2006);
Bildung:[22] 4,5 % (2005);
Militär:[22] 1,8 % (2005).
Steuern
Die Steuerquote ist mit über 43 % im internationalen Vergleich hoch.
Wichtigste Steuern sind:
die IRPEF (Einkommensteuer für natürliche Personen), die in 4 verschiedenen Sätzen von 23 % bis 43 % reicht;
die IRES (Körperschaftssteuer), mit einem Einheitssatz von 27,5 %;
die IVA (Umsatzsteuer), die im Regelfall 20 %, Ausnahmsweise 10 % oder 4 % beträgt;
die IRAP (die regionale Wertschöpfungssteuer), deren Regelsatz bei 3,9 % liegt und in etwa mit der deutschen Gewerbesteuer vergleichbar ist;
die ICI (Gemeindeimmobiliensteuer), die von der Berlusconi-Regierung für alle Erstwohnungen abgeschafft worden ist. Das soll zu einer spürbaren Entlastung der Bürger führen, die zu 87,1 % Hauseigentümer sind.
EU-Beitragszahlungen
Italien ist Teil des Europäischen Binnenmarkts. Zusammen mit 17 EU- Mitgliedstaaten (blau) bildet es eine Währungsunion, die Eurozone.
Italien ist nach Deutschland und Frankreich der drittgrößte Beitragszahler der EU, mit über 15 Milliarden Euro im Jahr 2008, was einen Anteil am Gesamtbudget von 13,6% ausmacht.[27] Rechnet man die erhaltenen Zahlungen dagegen, ist Italien nach Deutschland und vor Frankreich mit 4,1 Milliarden der zweitgrößte Nettozahler der Union.[28]
Währung
Seit 2002 ist der Euro in Italien gesetzliches Zahlungsmittel und löste die italienische Lira ab. In der Exklave Campione d’Italia ist nicht der Euro, sondern der Schweizer Franken gesetzliches Zahlungsmittel.
Rohstoffe
Italien besitzt kaum natürliche Ressourcen bis auf Erdgasvorkommen in der Poebene und in der Adria; auf einige Erdölvorkommen in den Regionen Basilikata und Sizilien; auf Eisenerzvorkommen, v. a. auf der Insel Elba.
Energieversorgung
Italien hatte vor 1990 vier Kernkraftwerke. Ausgelöst durch die Tschernobyl-Katastrophe (26. April 1986) führte Italien ab 1987 einen schrittweisen Atomausstieg durch. 1990 wurde das letzte italienische Atomkraftwerk abgeschaltet. Heute produziert Italien seinen Strom vor allem in thermischen Kraftwerken und importiert einen erheblichen Teil des Stroms (2007: 34.560 Millionen KwH; 2004 = 46.400 ; 2002 = 51.500 [29]), überwiegend aus Frankreich. Über 85 % des gesamten Energiebedarfs wird durch Importe gedeckt.
Italien plante ab 2008 den Bau von vier bis fünf eigenen Kernkraftwerke mit je 1.800 MW Leistung[30] und unterzeichnete 2009 ein Abkommen mit Frankreich zum Bau von vier Kernkraftwerke des Typs EPR, welche im Jahre 2020 an das Netz gehen sollen. [31]
Landwirtschaft, Industrie und Dienstleistungen
Die Landwirtschaft spielt zwar volkswirtschaftlich nur noch eine geringe Rolle (ca. 2 %), bringt jedoch einige wichtige Erzeugnisse hervor. Bedeutend sind der Weinbau, da das Land mit ca. 47 Millionen Hektolitern nach Frankreich der zweitgrößte Weinproduzent der Welt (Stand: 2009) ist, sowie die Erzeugung von Olivenöl: Italien ist auch hier der zweitgrößte Produzent (nach Spanien), mit 626.800 Tonnen im Jahr 2006.
Die Stärke der italienischen Wirtschaft liegt im verarbeitenden Gewerbe, vor allen in kleinen und mittelständischen familiengeführten Unternehmen. Laut zentralem Statistikinstitut ISTAT zählen 95,2 % zu den Kleinstunternehmen mit weniger als 10 Beschäftigten[32]. In Relation zu anderen Volkswirtschaften verfügt Italien daher über weniger Großunternehmen. Das italienische Unternehmen mit dem höchsten Umsatz ist der Öl- und Gaskonzern ENI.
Zu den wichtigsten Industrien zählen der Maschinen-, Flugzeug- (Agusta, Alenia, Finmeccanica), Schiff- (Fincantieri) und Automobilbau (Fiat-Konzern), die Chemieindustrie und die Herstellung elektronischer Produkte (STMicroelectronics). Die Textilindustrie ist sehr stark vertreten und steht mit ihren bekannten Markennamen für den Inbegriff des „made in Italy“. Luxottica ist der weltgrößte Brillenhersteller. Zu den wichtigsten italienischen Exportgütern zählen auch die Erzeugnisse der Nahrungsmittelindustrie. Das größte Unternehmen der Branche ist Ferrero.[33]
Im Dienstleistungssektor ist Italien vor allem durch Großbanken wie Unicredit und Intesa Sanpaolo international vertreten. Die Assicurazioni Generali ist eine der größten Versicherungsgesellschaften der Welt.
Große Bedeutung besitzt die Tourismusbranche. Italien, das in den 1970er Jahren noch das meistbesuchte Land der Welt war, befindet sich heute mit seinen 43,7 Millionen Touristen (2005) an 5. Stelle (hinter Frankreich, Spanien, USA und China).[34]
Siehe auch: Liste der größten Unternehmen in Italien
Arbeitsmarkt
Dank jüngster Arbeitsrechtsreformen hat Italien einen starken Rückgang der Arbeitslosenzahlen verzeichnen können. Laut ISTAT betrug die Arbeitslosenquote 6,7 % im Jahr 2008 [35] bzw. 7,8% im Jahr 2009 [36]. Die Erwerbsquote bleibt hingegen mit 58% relativ niedrig: Das ist damit zu erklären, dass die Beteiligung der Frauen am Arbeitsmarkt sehr gering ist. Als problematisch gilt auch die hohe Jugendarbeitslosigkeit, die im Jahr 2008 bei 21,3 % lag. Die OECD hat auch festgestellt, dass die Erwerbseinkommen in Italien zu den niedrigsten unter den industrialisierten Ländern gehören. Auf nur 19.861 Dollar beläuft sich das durchschnittliche Nettoeinkommen der Italiener, die somit auch von Griechen und Spaniern überholt werden. Der OECD-Schnitt liegt bei 24.660 Dollar.
Die Selbständigenquote ist in Italien umso höher. Sie liegt bei etwa 33 % der Erwerbspersonen (zum Vergleich 17 % in Spanien und 10 % in Deutschland).[37]
Regionale Unterschiede
Nord-Süd-Gefälle
Charakteristisch für Italien ist die wirtschaftliche Zweiteilung des Landes. Der stark industrialisierte Norden steht dem unterentwickelten Süden gegenüber.
Die großen Wirtschaftszentren Mailand, Turin und Genua, die das sogenannte triangolo industriale (industrielles Dreieck) bilden, sind Teil des europäischen Wirtschaftskernraumes Blaue Banane. Der gesamte oberitalienische Raum verfügt über einen gut entwickelten Dienstleistungssektor und gehört zu den wirtschaftlich stärksten Gebieten Europas: Es herrscht weitestgehend Vollbeschäftigung, die Arbeitslosenquote lag 2008 bei 3,9%. Zahlreiche Klein- und Kleinstunternehmen haben es aber schwer, sich am globalisierten Markt gegen die Konkurrenz aus Billiglohnländern zu behaupten. Andererseits sind Industriebranchen wie die Elektrotechnik und der Maschinenbau durchaus wettbewerbsfähig. So ist Italien etwa der viertgrößte Hersteller von Maschinenbauerzeugnissen, noch vor Frankreich und Großbritannien, mit einem Weltmarktanteil von 7,5%[38].
Mittelitalien verfügt über eine Wirtschaft, die auf Unternehmen im Textil-, Schuh- und Möbelsektor und besonders auf Tourismus basiert. Zudem ist Rom Sitz sämtlicher Verwaltungen, vieler internationaler Unternehmen (ENI, ENEL, Finmeccanica) und Organisationen (FAO) und Herz der italienischen Filmindustrie (Cinecittà). Die Arbeitslosigkeit in Mittelitalien liegt im nationalen Schnitt bei 6,1 %.
Der Süden des Landes, auch Mezzogiorno genannt, stellt eine der strukturschwächsten Regionen Westeuropas dar. Die Folge daraus sind sehr hohe Arbeitslosenquoten (über 12%), die für die Jugend Extreme annimmt, eine erhöhte Kriminalitätsrate und nicht zuletzt das organisierte Verbrechen, das besonders in Kampanien, Kalabrien und auf Sizilien die Kontrolle über viele Wirtschaftszweige ausübt.
BIP nach Regionen
Das durchschnittliche BIP pro Kopf fällt nach der Erhebung von Eurostat für das Jahr 2005[39] je nach Region sehr unterschiedlich aus.
Region/Nuts 2
BIP
gesamt Mio.€
BIP
pro Kopf €
Piemont
115.256
26.582
Aostatal
3.522
28.537
Ligurien
39.928
24.936
Lombardei
298.285
31.618
Nordwestitalien
456.991
29.493
Südtirol
15.195
31.665
Trentino
14.213
28.426
Venetien
135.171
28.643
Friaul-Julisch Venetien
32.893
27.263
Emilia-Romagna
123.709
29.670
Nordostitalien
321.181
29.001
Toskana
95.504
26.462
Umbrien
19.700
22.817
Marken
36.868
24.195
Latium
156.746
29.645
Mittelitalien
308.819
27.369
Abruzzen
25.685
19.723
Molise
5.785
17.997
Kampanien
89.709
15.494
Apulien
64.227
15.781
Basilikata
10.247
17.213
Kalabrien
31.389
15.641
Süditalien
227.042
16.119
Sizilien
78.322
15.617
Sardinien
30.693
18.570
Insularisches Italien
109.015
16.349
Italien
1.423.048
24.281
Soziale Unterschiede
Italien ist ein Land, das nicht nur von starken lokalen Unterschieden geprägt ist, sondern auch eine relativ ungleiche Einkommensverteilung ausweist. In der Liste der Länder nach Einkommensverteilung liegt Italien mit einem Gini-Koeffizient von 36 an 52. Stelle, einen Platz hinter Großbritannien. Zum Vergleich liegt Deutschland an 14., Österreich an 19. und die Schweiz an 37. Stelle.
Laut Forbes (2010) ist der Süßigkeitenfabrikant Michele Ferrero mit einem Vermögen von 17 Milliarden Dollar reichster Italiener, gefolgt von Leonardo Del Vecchio (Luxottica) und dem Medienunternehmer und Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi. Zu den reichsten Italienern gehören auch der Modedesigner Giorgio Armani und die Familie Benetton.
Verkehr
Straßenverkehr
Die Gesamtlänge des italienischen Straßennetzes betrug im Jahr 2009 182.136 km [6]. Davon sind 6.621 km Autobahnen, die größtenteils in privater Hand und mautpflichtig sind. Alle anderen Straßen sind Eigentum der öffentlichen Hand. Man unterscheidet zwischen Staats-, Regional-, Provinzial- und Kommunalstraßen. Die meist befahrenen Autobahnen sind die A1 von Mailand bis Neapel, die A4 von Turin über Mailand und Verona nach Venedig, die A14 von Bologna bis Tarent und unter anderem auch die Brennerautobahn A22, die von Modena bis zur Grenze mit Österreich führt.
Siehe auch: Liste der Autobahnen in Italien
Schienenverkehr
Die Gesamtlänge des Schienennetzes betrug im Jahr 2009 16.530 km, von denen etwa zwei Drittel elektrifiziert sind. Sowohl das Netz als auch der Transport sind in den Händen des Staates, bis auf wenige Ausnahmen (vgl. Vinschgaubahn, Ferrovia Trento–Malè). Im Geschäftsjahr 2006 schrieb das Staatsunternehmen Ferrovie dello Stato noch beinahe 2 Milliarden Euro Verlust.
Im europäischen Vergleich ist Bahnfahren in Italien ausgesprochen günstig. Eine einfache Fahrt von Mailand nach Venedig (267 km) mit dem Eurostar Italia kostet etwa 31 Euro, während man für die Strecke Paris-St. Pierre des Corps (253 km) mit dem TGV 51,50, für die Trasse Frankfurt-Göttingen mit dem ICE rund 56 Euro ausgeben muss.[40]
Mit der Eröffnung der letzten noch fehlenden Streckenabschnitte zwischen Novara und Mailand sowie zwischen Bologna und Florenz im Dezember 2009 verfügt Italien über eine gut 900 km lange durchgehende Schnellfahrstrecke von Turin über Mailand, Bologna, Florenz, Rom und Neapel bis nach Salerno. Außerdem sind verschiedene internationale Verbindungen nach Frankreich (Mont-Cenis-Basistunnel mit Anschluss an das TGV-Netz) sowie via Schweiz (Neat) und via Österreich nach Deutschland (Brennerbasistunnel) sowie nach Slowenien angedacht.
Das Streckengleis befindet sich im Gegensatz zu Deutschland auf der linken Seite. Das U-Bahn-System in Rom ist so aufgebaut, dass man bei Umsteigevorgängen in jedwede Richtung nur wenige Minuten warten muss, lediglich in das Umland ist die Umsteigezeit etwas länger. Mailand hat mit einer Gesamtlänge von 74,6 km das am besten ausgebaute U-Bahn-Netz Italiens. Auch Neapel, Turin, Genua und Catania verfügen über eine U-Bahn.
Schifffahrt
Die Gesamtlänge der schiffbaren Wasserwege beträgt 2.400 km.
Den höchsten Passagierfluss verzeichnen die Häfen von Messina und Reggio Calabria, zumal es sich um die wichtigste Verbindung zwischen Sizilien und dem Festland handelt. Größte Container-Umschlagplätze sind Gioia Tauro und Genua. Weitere bedeutende Handelshäfen sind Triest und Tarent.
Die wichtigsten Marinearsenale befinden sich in La Spezia, Tarent und Augusta.
Sämtliche Verbindungen im Mittelmeer werden von der Reederei Tirrenia di Navigazione mit Sitz in Neapel gewährleistet.
Luftfahrt
Die größten Flughäfen Italiens 2007 nach Anzahl der Passagiere:
Pos.
Flughafen
Region
Code
(IATA)
Anzahl Passagiere
Pos.
2006
Veränderung %
1
Rom-Fiumicino
Latium
FCO
32.945.223
1
+9,2
2
Mailand-Malpensa
Lombardei
MXP
23.885.391
2
+9,7
3
Mailand-Linate
Lombardei
LIN
9.926.530
3
+2,4
4
Venedig-Tessera
Venetien
VCE
7.076.114
4
+11,6
5
Catania-Fontanarossa
Sizilien
CTA
6.083.735
5
+12,7
6
Neapel-Capodichino
Kampanien
NAP
5.775.838
7
+13,3
7
Bergamo-Orio al Serio
Lombardei
BGY
5.741.734
6
+9,5
8
Rom-Ciampino
Latium
CIA
5.401.475
8
+9,2
9
Palermo-Punta Raisi
Sizilien
PMO
4.511.165
9
+5,4
10
Bologna-Borgo Panigale
Emilia-Romagna
BLQ
4.361.951
10
+9,0
Größte Fluggesellschaft ist die angeschlagene Alitalia, im Zuge deren Restrukturierung der Flugverkehr in Malpensa zu Gunsten von Fiumicino stark eingeschränkt wurde. Auch die Lufthansa ist auf dem italienischen Flugmarkt tätig: Air Dolomiti, eine hundertprozentige Tochter der deutschen Fluggesellschaft, bedient zahlreiche Flüge, hauptsächlich zwischen Norditalien, München und Frankfurt; im Jahr 2009 hat auch die Lufthansa Italia ihren Betrieb aufgenommen.
Gesellschaft
Schulwesen und Bildung
→ Hauptartikel: Schulsystem in Italien
Das Schulwesen Italiens ist - was den Aufbau und die Gliederung betrifft - durch große Einheitlichkeit gekennzeichnet. Die wesentlichen Bestimmungen für Unterricht und Erziehung sind in Mailand nicht anders als in Palermo. Unterschiede gibt es lediglich im Bereich der beruflichen Bildung, die zum Kompetenzbereich der einzelnen Regionen gehört. Das Schulsystem gliedert sich in folgende Stufen: Vorschule (scuola dell'infanzia, vormals scuola materna, drei Jahre, 3-6), Grundschule (scuola primaria, vormals scuola elementare, fünf Jahre, 6-11), Mittelschule (scuola secondaria di primo grado, vormals scuola media inferiore, drei Jahre, 11-14) und Oberschulen (scuola secondaria di secondo grado, vormals scuola media superiore, fünf Jahre, 14-19). Die staatlichen Oberschulen gliedern sich in Gymnasien, Fachoberschulen und Berufsfachschulen. Im Bereich der Gymnasien gibt es einen humanistischen, einen naturwissenschaftlichen und einen neusprachlichen Zweig (liceo classico, scientifico, linguistico) sowie das so genannte Kunstgymnasium (liceo artistico). Die Fachoberschulen (istituto tecnico), die zur allgemeinen Hochschulreife und auch zu einem berufsqualifizierenden Abschluss führen, untergliedern sich in mehrere Ausbildungsrichtungen, in denen wiederum zahlreiche Spezialisierungen angeboten werden. Den Bereich der beruflichen Ausbildung decken einerseits die staatlichen Berufsfachschulen (istituto professionale) ab, an denen nach drei Jahren ein berufsqualifizierender Abschluss erlangt werden kann, nach zwei weiteren Jahren die Hochschulreife. Auf der anderen Seite stehen die von den italienischen Regionen unterhaltenen oder beaufsichtigten Berufsausbildungszentren (centro di formazione professionale)
Die Schulpflicht ist in den letzten Jahren schrittweise angehoben worden. In der Vergangenheit betrug sie acht Jahre (6-14), womit die Grund- und Mittelschule zur Pflichtschule (scuola dell'obbligo) wurde. Ende der 1990er Jahre erfolgte eine Anhebung auf neun Jahre. 2004 wurde dann eine zwölfjährige Schul- und Berufsausbildungspflicht eingeführt. Diese kann nach Abschluss der Mittelschule entweder durch den Besuch der staatlichen Oberschulen oder der regionalen Berufsschulen erfüllt werden. Alternativ kann auch eine betriebliche Ausbildung durchgeführt werden, wobei auch Kurse an regionalen Berufsschulen zu absolvieren sind. Werden die Ausbildungsgänge an regionalen Berufsausbildungszentren mit einer Staatsprüfung abgeschlossen, steht der Weg zum beruflichen Abitur frei. Wer vor Vollendung des 18. Lebensjahres einen ersten berufsqualifizierenden Abschluss erreicht, ist von der zwölfjährigen Schul- und Ausbildungspflicht freigestellt.
Italien hat in der Fremdsprachenausbildung in den letzten Jahren bedeutende Fortschritte gemacht: Englisch wird bereits in der Grundschule unterrichtet, eine zweite lebende Fremdsprache kann ab der Mittelschule (ab dem 6. Schuljahr) zusätzlich erlernt werden. Die fünfjährigen Gymnasien sehen daneben i. d. R. Lateinunterricht vor, beim altsprachlichen Liceo Classico kommt noch Altgriechisch dazu.
Die PISA-Studie 2003 erteilte der italienischen Schule insgesamt ein relativ schlechtes Zeugnis. Allerdings sind die regionalen Unterschiede noch stärker als z. B. in Deutschland. In der Mathematik-Kompetenz lag Italien mit 466 Punkten weit abgeschlagen (Deutschland 503, Österreich 506). Gut abgeschnitten haben die Lombardei (519) und Venetien (511); das Trentino (547) und Südtirol (536) gehören (möglicherweise allerdings nur dank fehlerhaft gezogener Stichproben[41]) sogar zur internationalen Spitzengruppe (zum Vergleich: Finnland 544).[42] Ähnlich verhält es sich in den anderen Prüfungsbereichen.
Im Hochschulbereich gibt es, anders als in den deutschsprachigen Ländern, keine eigenständigen Fachhochschulen. Mit dem Bologna-Prozess entstand auch an italienischen Universitäten die Unterteilung in ein dreijähriges Bachelorstudium (laurea triennale oder laurea breve) mit nachfolgendem zweijährigem Masterstudiengang (laurea magistrale, vormals laurea specialistica). Jura wird als fünfjährige laurea magistrale angeboten. Was die Hochschuleinrichtungen angeht, kann man folgende Unterscheidungen treffen:
Università: Universitäten im klassischen Sinn;
Politecnici: Technische Universitäten;
Scuole superiori: Eliteuniversitäten, die begabte Studierende fördern. Die bekannteste ist die Scuola Normale Superiore di Pisa in Pisa, meist nur Normale genannt, die von Napoleon gegründet wurde.
Istituti superiori di educazione fisica (ISEF): Sporthochschulen;
Istituti di alta formazione artistica e musicale: Kunst- und Musikhochschulen, die keine eigentlichen Universitäten sind, aber zur höheren Bildung gehören.
Die meisten Universitäten in Italien sind staatlich.[43] Bekannteste Privat-Unis sind die Bocconi in Mailand und die LUISS in Rom. Die Universität Bologna ist älteste Italien- und weltweit, sie wurde im Jahr 1088 gegründet. Insgesamt sind 1.809.186 Studenten an italienischen Hochschulen inskribiert[44]. Die Universität La Sapienza in Rom ist die größte Italien- und europaweit, mit nahezu 140.000 Studierenden.
Siehe auch: Liste der Universitäten in Italien
Relativ neu ist auch der Ausbau der Alten- und Volkshochschulen (università per la terza età).
Feiertage
→ Hauptartikel: Feiertage in Italien
Datum
Bezeichnung
Italienischer Name
Anmerkung
1. Januar
Neujahrstag
Capodanno
6. Januar
Epiphanias
Epifania
-
Ostern
Pasqua
Ostersonntag
-
Ostermontag
Pasquetta
25. April
Tag der Befreiung
Giorno della Liberazione
Befreiung vom Nazifaschismus,
Ende der deutschen Besatzung 1945
1. Mai
Tag der Arbeit
Festa del Lavoro
Ostersonntag + 50 Tage
Pfingstmontag
Lunedì di Pentecoste
Nur in Südtirol
2. Juni
Tag der Republik
Festa della Repubblica
Gründung der italienischen Republik 1946
15. August
Maria Himmelfahrt
Ferragosto
1. November
Allerheiligen
Ognissanti
8. Dezember
Mariä Empfängnis
Immacolata
25. Dezember
Weihnachten
Natale
26. Dezember
Stefanstag
Santo Stefano
Medien
Die italienische Medienlandschaft ist vor allem im Fernseh- und Rundfunkbereich von einer außergewöhnlich hohen Konzentration geprägt. Die öffentlich-rechtliche Sendeanstalt RAI und der von Familie Berlusconi dominierte private Medienkonzern Mediaset teilten sich im Jahr 2006 87,5 % des Marktes.
Diese erhebliche Medienkonzentration veranlasste die Organisation Freedom House dazu, Italien zwischen 2004 und 2006 und erneut seit 2009 bezüglich der Pressefreiheit als „teilweise frei“ einzustufen, wegen der möglichen Einflussnahme von Ministerpräsident Berlusconi auf die staatliche Sendergruppe RAI.[45] Italien ist somit der einzige Staat Westeuropas, dessen Medien von Freedom House nicht als „frei“ eingestuft werden.
Presse
Die meisten Tageszeitungen nennen sich zwar quotidiano indipendente, also „unabhängige Tageszeitung“, sind jedoch mehr oder weniger von politischen und kommerziellen Interessen beeinflusst. Die Bezeichnung stammt daher, weil sie sich von den reinen Parteizeitungen wie der linken L’Unità, des kommunistischen Il Manifesto oder der Lega-Nord-Zeitung La Padania unterscheiden, welche ihre Parteizugehörigkeit nicht leugnen.
Die meisten Tageszeitungen sind in einer relativ anspruchsvollen Aufmachung und Gestaltung, es wird sehr bewusst nach einem qualitativen und intellektuellen Schreibstil gestrebt. Dennoch wird im europäischen Vergleich in Italien wenig Zeitung gelesen. Eine Besonderheit der italienischen Presselandschaft stellen die täglichen Sportzeitungen dar. Derzeit existieren immerhin drei Tageszeitungen, die sich nur mit Sport beschäftigen und allesamt relativ hohe Auflagen erreichen. Die meistgelesene italienische Sportzeitung, La Gazzetta dello Sport, erreicht an ihrem umsatzstärksten Tag in etwa die Auflage der meistverbreiteten italienischen Tageszeitung.
Die wichtigsten Verleger nationaler Tageszeitungen sind die RCS MediaGroup (Corriere della Sera und Gazzetta dello Sport) und der Gruppo Editoriale L’Espresso (La Repubblica). Il Giornale gehört dem Bruder des Ministerpräsidenten, Paolo Berlusconi. Die meistverkauften Tageszeitungen mit italienweiter Verbreitung, die alle auch sonntags erscheinen, sind in folgender Tabelle aufgelistet (Beobachtungszeitraum August 2008-Juli 2009).
Nationale Tageszeitung
verteilte Exemplare
verkaufte Exemplare
Corriere della Sera
577.364
510.081
La Repubblica
501.317
454.424
La Gazzetta dello Sport
350.358
307.427
Il Sole 24 Ore
313.956
176.195
La Stampa
307.541
264.038
Corriere dello Sport - Stadio
208.417
204.366
Il Giornale
176.886
170.616
Libero
116.831
103.408
Tuttosport
113.285
111.361
Avvenire
105.643
20.729
Italia Oggi
73.763
24.138
L'Unità
50.879
47.461
Il Tempo
46.162
44.058
Il Manifesto
23.588
19.901
Daneben gibt es zahlreiche regionale Tageszeitungen, deren wichtigsten Verleger die Caltagirone-Gruppe (Il Messaggero und Il Gazzettino) sowie der Gruppo Editoriale L’Espresso (Il Tirreno, La Nuova Sardegna, Messaggero Veneto - Giornale del Friuli sowie die in Südtirol erscheinende Alto Adige) sind. Die Lokalzeitungen mit mindestens 50.000 verkauften Kopien sind in der folgenden Tabelle aufgelistet.
Regionale Tageszeitung
Verbreitung
verkaufte Exemplare
Il Messaggero
Latium, Umbrien, Marken, Abruzzen, Molise
206.895
Il Resto del Carlino
Emilia-Romagna, Marken, Venetien (Provinz Rovigo)
158.642
La Nazione
Toskana, Umbrien, Ligurien
129.817
Il Secolo XIX
Ligurien
98.063
Il Gazzettino
Venetien, Friaul-Julisch Venetien
84.721
Il Tirreno
Toskana
80.793
Il Mattino
Kampanien
77.691
L'Unione Sarda
Sardinien
68.358
Il Giorno
Lombardei
67.709
Il Giornale di Sicilia
Sizilien
66.995
La Sicilia
Sizilien
63.243
La Nuova Sardegna
Sardinien
59.608
L'Eco di Bergamo
Lombardei
54.308
Dolomiten
Südtirol
51.858
Messaggero Veneto - Giornale del Friuli
Friaul-Julisch Venetien
50.867
Die Bandbreite der italienischen Wochenzeitschriften ist vergleichbar mit der des deutschsprachigen Raumes. Dabei kann man auch die Unterscheidung zwischen Klatschpresse und anspruchsvollen Magazinen erkennen. Doch auch populäre Wochenzeitschriften, z. B. Oggi und Gente, bemühen sich um sehr hohe Qualität. Zu den seriösen Wochenmagazinen gehören der linksliberale L'Espresso und das zu Berlusconis Mondadori-Gruppe gehörende Panorama.
Rundfunk und Fernsehen
Die drei nationalen Radioprogramme sowie die Fernsehsender Rai Uno, Rai Due sowie Rai Tre sind unter der staatlich kontrollierten Organisation RAI-TV zusammengefasst. Daneben existiert eine Vielzahl an Privatsendern, die ihre Stationen in fast jeder größeren Stadt haben. Diese finanzieren sich durch einen sehr hohen Anteil an Werbung, das Programm besteht zu großen Teilen aus Musik und Shows.
Dabei gibt es große qualitative Unterschiede. Einige wenige etablierte Sender schlossen sich zu einem großen Sendernetz zusammen, andere hingegen beschränken sich auf die Ausstrahlung von Filmen, deren Qualität teilweise fraglich ist. Insgesamt existieren in Italien rund 1.700 Fernsehsender, die rund 30 Millionen Zuschauer erreichen.
Unter dem Namen Mediaset sind die Privatsender Canale 5, Italia 1 und Rete 4 zusammengefasst. Berlusconi kaufte diese Sender in den Jahren 1980 bis 1984 auf. Sie erreichen täglich ein Millionenpublikum und strahlen populäre Sendeformate wie Reality Shows und Sportübertragungen aus.
Darüber hinaus gibt es mit Rupert Murdochs SKY Italia ein sehr umfangreiches Pay-TV, das nach eigenen Angaben im September 2009 4.800.000 Abonnenten zählte.
Neue Medien
Etwa 42 % der Bevölkerung nutzt einen Internetanschluss; Auf 100 Einwohner kommen etwa 18,9 Breitbandanschlüsse.[46]
Sport
Fußball
Die beliebteste italienische Sportart ist der Fußball (Calcio). Der italienische Fußball verfügt über sehr bekannte Fußballvereine, die bei internationalen Turnieren viele Erfolge errangen, wie zum Beispiel Juventus Turin, Inter Mailand, AC Mailand, Lazio Rom, AS Rom und FC Parma. Auch die italienischen Fans („Tifosi“) sind international sehr bekannt, aus Italien stammt z. B. die Ultrà-Bewegung. Allerdings mehren sich in jüngster Zeit rechtsextreme Handlungen in Zusammenhang mit Fußballspielen. So wurden z. B. dunkelhäutige Spieler in Stadien wiederholt ausgepfiffen. Die Nationalmannschaft Italiens gewann schon viermal den Weltmeistertitel (1934, 1938, 1982 und 2006) und konnte 1968 den Europameistertitel erringen.
Motorsport
Außerdem ist in Italien Motorsport sehr beliebt, schon von dem Zweitem Weltkrieg begründeten Fahrer wie Tazio Nuvolari und die Hersteller Alfa Romeo und Fiat die großartige italienische Rennsporttradition. Nach dem Krieg wurde Ferrari das bekannteste und erfolgreichste Team der Formel 1. Auch der Motorradrennsport erfreut sich großer Beliebtheit. Giacomo Agostini ist der erfolgreichste Fahrer in der Geschichte der Motorrad-Weltmeisterschaft, heute wird diese Tradition vor allem von Publikumsliebling Valentino Rossi, Loris Capirossi, Max Biaggi und Marco Melandri fortgesetzt. Auch die Hersteller MV Agusta und Ducati sind in aller Welt für ihre großartigen Erfolge bekannt. Zu den Formel-1- und Motorradrennen auf den Traditionsrennstrecken von Monza, Imola und Mugello strömen alljährlich hunderttausende Zuschauer.
Radsport
Des Weiteren gilt Italien auch als ein Radsportland. Der Giro d’Italia gilt nach der Tour de France als zweitbedeutendstes Radrennen der Welt. Wichtige Eintagesrennen, die zu den Klassikern gerechnet werden, sind Mailand-Sanremo und die Lombardei-Rundfahrt. Zu den wichtigsten Radsportlern gehören unter anderem der verstorbene Marco Pantani und Mario Cipollini bzw. in der Radsportgeschichte Fausto Coppi und Gino Bartali.
Skisport
Außer in Apulien und Sardinien gibt es in allen italienischen Regionen gut ausgestattete Skigebiete, wobei für ausländische Touristen vor allem die Skiorte in den Alpen von Bedeutung sind. Zwei der heute bekanntesten Skifahrer sind bei den Herren Giorgio Rocca und bei den Damen Isolde Kostner. Der im Ausland vermutlich berühmteste italienische Skifahrer ist Alberto Tomba.
Sonstige
Daneben gehören in Italien Wasserball, Basketball, Volleyball und Rugby Union zu den beliebtesten Sportarten.
Kultur
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Italien hat in Europa schon sehr früh eine entscheidende Rolle in Kunst und Kultur gespielt. Die griechisch-römische Antike war in der Zeit des Römischen Reiches Vorbild aller Bauwerke Europas. Auch im Mittelalter und in der Zeit der Renaissance war Italien, begünstigt u.a. durch den Zerfall des byzantinischen Reiches und der Flucht seiner Gelehrten nach Italien, mit dass Ausgangsland der europäischen Kunst, Kultur und Forschung. Auf dem Gebiet der Malerei, Bildhauerei und Architektur brachte Italien eine Fülle bedeutender Persönlichkeiten wie Leonardo da Vinci, Botticelli, Raffael, Fra Angelico und Michelangelo hervor. Für Italien wichtige Architekten im 21. Jahrhundert sind Renzo Piano (Genua) und Flavio Albanese (Vicenza).
Italien ist weltbekannt für seine Kunst und Kultur, für seine historischen Gebäude wie das Kolosseum, den Trevi-Brunnen und den schiefen Turm von Pisa genauso wie für Wein, Design, Film, Theater, Literatur, Poesie und die Malerei.
Aus der italienischen Küche haben Speisen und Gerichte wie Pizza, Pesto, Speiseeis, Panettone, oder Tiramisù internationale Berühmtheit erlangt.
Berühmte Komponisten italienischer Musik sind Giacomo Puccini (um 1900, Lucca), Giuseppe Verdi (um 1850, Mailand) und Alessandro Scarlatti (um 1700, Neapel). Klassische Interpreten wie Enrico Caruso und Luciano Pavarotti haben sich um die Oper verdient gemacht.
In der Pop- und Rockmusik ist Italien mit Künstlern wie Gianna Nannini, Eros Ramazzotti und Eiffel 65 präsent. Auch in weniger frequentierten Genres wie Power Metal (Rhapsody) und Punkrock (Vanilla Sky oder Evolution So Far) sind die Italiener vertreten.
Literatur
Ernst Ulrich Große, Günter Trautmann: Italien verstehen. Primus, Darmstadt 1997. ISBN 3-89678-052-2
Stefan Köppl: Das politische System Italiens. Eine Einführung. Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2007. ISBN 978-3-531-14068-1
Richard Brütting (Hg.): Italien-Lexikon. Schlüsselbegriffe zu Geschichte, Gesellschaft, Wirtschaft, Politik, Justiz, Gesundheitswesen, Verkehr, Presse, Rundfunk, Kultur und Bildungswesen. Erich Schmidt Verlag, Berlin 1997. ISBN 978-3-503-03772-8
Siehe auch
Portal:Italien – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Italien
Italianistik
Weblinks
Commons: Italien – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
Wiktionary: Italien – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wikiquote: Italienische Sprichwörter – Zitate
Italienische Botschaft in Berlin (italienisch, deutsch)
Italienisches Konsulat in Bern (italienisch, deutsch)
Italienische Botschaft in Wien (italienisch, deutsch)
Länderprofil des Statistischen Bundesamtes
Offizielle statistische Daten über Italien (italienisch)
Seite der ENIT, des Staatlichen Italienischen Fremdenverkehrsamts
Fußnoten
↑ Mehr dazu siehe Sprachen
↑ Demographische Bilanz 2009
↑ Human Development Report 2009, abgerufen am 13. November 2009
↑ In Campione d’Italia der Schweizer Franken
↑ 1866 Venedig zu Italien, 1870 Rom, nach dem Ersten Weltkrieg Trient und Triest
↑ a b ISTAT: Italien in Zahlen, 2010, S. 3
↑ Der Grenzverlauf auf dem Mont Blanc ist jedoch umstritten. Nach französischer Auffassung wäre dann der Mont Blanc de Courmayeur mit seinen 4.748 m der höchste Gipfel Italiens
↑ Corriere della sera, 5. Mai 2009, Fazit zum Erdbeben in den Abruzzen am 6. April 2009 abgerufen am 12. Mai 2009
↑ a b Istat.it und Demographische Datenbank 2008
↑ Centro Studi Economici e Sociali: Convivere nelle mega cities, in Rapporto annuale 2008, Seite 19-23
↑ a b c d e OECD: OECD-Gesundheitsdaten 2007 - Deutschland im Vergleich, abgerufen am 29. Januar 2008
↑ NationMaster, Europe, Italy, Religion
↑ Alle Daten wurden aus dem Dossier 2008 der Caritas/Migrantes entnommen und beziehen sich auf die Wohnbevölkerung Italiens
↑ G. Nr. 482/1999
↑ a b ISTAT, Demographische Indikatoren, S. 8
↑ 1 Million illegale Einwanderer in Italien, Corriere della Sera, 10. August 2009
↑ Quelle: Aufarbeitung von Daten von ISTAT, in Gianfausto Rosoli, Un secolo di emigrazione italiana 1876-1976, Roma, Cser, 1978
↑ Statistisches Jahrbuch 2009, S. 121-129
↑ arte.tv: Geschichte am Mittwoch (Mussolini, 2. Teil); gesendet am 4. März 2009
↑ World Health Organization Assesses the World's Health Systems
↑ Istituto per la Ricostruzione Industriale S.p.A. - Company Profile
↑ a b c The World Factbook
↑ Bereitstellung der Daten zu Defizit und Verschuldung 2009
↑ Anmerkungen zur italienischen Staatsverschuldung von 1885 bis 2001, von Prof. Roberto Artoni, S. 10
↑ Finanzstatistik des Sektors Staat, Haupttabellen [1]
↑ Der Fischer Weltalmanach 2010: Zahlen Daten Fakten, Fischer, Frankfurt, 8. September 2009, ISBN 978-3-596-72910-4
↑ Centrum für Europäische Politik, Beitragszahlungen der Mitgliedsstaaten an die EU 2008
↑ FTD, 30. Oktober 2009 EU-Reformvertrag vor dem Durchbruch, Grafik „Die größten Nettobeitragszahler und -empfänger der EU-Staaten“
↑ Welt auf einen Blick
↑ spiegel.de vom 9. Juni 2008: Enel-Konzern plant neue Kernkraftwerke in Italien
↑ spiegel.de vom 24. Februar 2009: Franzosen bauen Kernkraftwerke in Italien
↑ ISTAT - Unternehmen in Italien
↑ Bei Konsumgütern hinkt Italien hinterher, Il Sole 24 Ore, 26 Februar 2010
↑ UNWTO Tourism Highlights, Ausgabe 2005
↑ ISTAT: Italien in Zahlen, 2009
↑ ISTAT: Italien in Zahlen, 2010
↑ Il Sole 24 Ore, August 2008
↑ Bundesagentur für Außenwirtschaft
↑ Regionales BIP je Einwohner in der EU27 (PDF)
↑ Il Sole 24 Ore, 8. Januar 2008.
↑ Entgegen internationalen Regeln wurden in Südtirol Berufsschulen von der PISA-Testung ausgeschlossen: M. Putz: PISA - Jedem das seine … Wunschergebnis
↑ Ergebnisse Pisa 2003 laut Südtiroler Schulamt
↑ Ewald Berning - Hochschulen und Studium in Italien
↑ MIUR - Unterrichtsministerium: Studierende 2006/7
↑ Freedom House: Press Freedom 2004 - Italy, 2005, 2006 und 2007, alle in Englisch, abgerufen am 29. Januar 2008
↑ http://www.itu.int/ITU-D/icteye/DisplayCountry.aspx?countryId=111
Politische Gliederung Europas
Albanien | Andorra | Belgien | Bosnien und Herzegowina | Bulgarien | Dänemark2 | Deutschland | Estland | Finnland | Frankreich2 | Griechenland | Irland | Island | Italien2 | Kasachstan1 | Kroatien | Lettland | Liechtenstein | Litauen | Luxemburg | Malta | Mazedonien | Moldawien | Monaco | Montenegro | Königreich der Niederlande2 | Norwegen2 | Österreich | Polen | Portugal2 | Rumänien | Russland1 | San Marino | Schweden | Schweiz | Serbien | Slowakei | Slowenien | Spanien2 | Tschechien | Türkei1 | Ukraine | Ungarn | Vatikanstadt | Vereinigtes Königreich2 | Weißrussland
Sonstige Gebiete:
Färöer | Gibraltar | Guernsey | Isle of Man | Jersey
Umstrittene Gebiete:
Kosovo | Transnistrien
1 Liegt größtenteils in Asien. 2 Hat zusätzliche Gebiete außerhalb Europas.
Mitgliedstaaten der Europäischen Union
Belgien | Bulgarien | Dänemark | Deutschland | Estland | Finnland | Frankreich | Griechenland | Irland | Italien | Lettland | Litauen | Luxemburg | Malta | Niederlande | Österreich | Polen | Portugal | Rumänien | Schweden | Slowakei | Slowenien | Spanien | Tschechien | Ungarn | Vereinigtes Königreich | Zypern
Mitgliedstaaten der OECD
Australien | Belgien | Chile | Dänemark | Deutschland | Estland | Finnland | Frankreich | Griechenland | Irland | Island | Israel | Italien | Japan | Kanada | Luxemburg | Mexiko | Neuseeland | Niederlande | Norwegen | Österreich | Polen | Portugal | Schweden | Schweiz | Südkorea | Slowakei | Slowenien | Spanien | Tschechien | Türkei | Ungarn | Vereinigte Staaten | Vereinigtes Königreich
Teilnehmerstaaten der OSZE
Albanien | Andorra | Armenien | Aserbaidschan | Belgien | Bosnien und Herzegowina | Bulgarien | Dänemark | Deutschland | Estland | Finnland | Frankreich | Georgien | Griechenland | Irland | Island | Italien | Kanada | Kasachstan | Kirgisistan | Kroatien | Lettland | Liechtenstein | Litauen | Luxemburg | Malta | Mazedonien | Moldawien | Monaco | Montenegro | Niederlande | Norwegen | Österreich | Polen | Portugal | Rumänien | Russland | San Marino | Schweden | Schweiz | Serbien | Slowakei | Slowenien | Spanien | Tadschikistan | Tschechien | Türkei | Turkmenistan | Ukraine | Ungarn | Usbekistan | Vatikanstadt | Vereinigtes Königreich | Vereinigte Staaten | Weißrussland | Republik Zypern
Partnerstaaten: Afghanistan | Australien | Ägypten | Algerien | Israel | Japan | Jordanien | Marokko | Mongolei | Tunesien | Südkorea | Thailand
G8-Staaten
G6: Deutschland | Frankreich | Vereinigtes Königreich | Italien | Japan | Vereinigte Staaten
G7: Kanada | G8: Russland
4312
Koordinaten: 43° N, 12° O
NEWS / AKTUELL
Künftig muss in Italien auf verpackten Lebensmitteln das Herkunftsland angegeben werden. Die Massnahme soll den Konsumenten Sicherheit darüber geben, woher die Produkte stammen, schreibt Agrarzeitung Online.
Italian people - Wikipedia, the free encyclopedia
For an analysis on the nationality, see Italian nationality law. ... c Italian citizens, many of which are Latin American nationals with Italian citizenship. ...
NEWS / AKTUELL
Die Arbeitstagung “Agrofood in Syrien: Potentielle Entwicklung von Investitionen und Geschäftsbeziehungen mit Italien” fand vom 15.-16. Dezember in Damaskus innerhalb der “Cooperation Initiative” statt, die von Italiens Regierung finanziert wird.
Web Immagini Video Maps News Libri Gmail altro. Traduttore Blog In tempo reale. YouTube ... Ricerca avanzata Strumenti per le lingue. Pubblicità Tutto su Google ...
NEWS / AKTUELL
Am 30. November wurde eine neue Zollarbeitsabteilung in dem AgroFood-Center von Rom (CAR) an einer strategischen Stelle sowohl für die Ost-West- als auch Nord-Süd-Verbindungen in Italien eröffnet.
Apennine Po Ebene Piemonte Lago Maggiore Lago di Como Lago di Garda Mittelitalien Abruzzen Molise Puglia Apulien Lazio Campania Sditalien Neapel Capri Ischia Procida Vesuv Italien Bella Italia Hauptstadt Rom Einwohner 2 561 180 2006 Lngst haben wir Deutschen das zauberhafte Land sdlich der Alpen in unser Herz geschlossen
http://www.iruv.de/land.asp?id=3
Italian Language
Improve your knowledge of the Italian Language by learning new Italian vocabulary, Italian Grammar, Italian pronunciation and other Italian Language resources.
NEWS / AKTUELL
Das Treffen “New PAC & fresh produce sector: Italy’s position” (New PAC & Frischobst- und –gemüsesektor: Italiens Position) fand am 31. Januar in Bologna statt.
Italian language: Information from Answers.com
Italian language Romance language spoken in Italy (including Sicily and Sardinia) and in parts of Switzerland and France (including Corsica)
Bowling: Vallee paces seniors
Team standings: Lions 96-32, Snakes 87-41, Alligators 84-44, Bears 76-52, Camels 63-65, Tigers 52-76, Raccoons 48-80.
Italian | Define Italian at Dictionary.com
Italian definition, of or pertaining to Italy, its people, or their language. See more.
Bowling: Good Time Lanes results
Team standings: Lions 98-38, Snakes 91-45, Bears 84-52, Alligators 84-52, Camels 69-67, Tigers 60-70, Raccoons 52-84.
Italian: Definition from Answers.com
Italian adj. Of or relating to Italy or its people, language, or culture. n. A native or inhabitant of Italy
NEWS / AKTUELL
Ab Januar 2011 ist Renzo Piraccini nicht länger Generaldirektor der “Apofruit Cooperative”, da er zum Hauptgeschäftsführer ernannt wurde. Der neue Generaldirektor ist Mario Tamanti, 43, der seit 13 Jahren bei Apofruit arbeitet, berichtet das “Greenmed Journal” auf seiner Webseite.
Italian - definition of Italian by the Free Online Dictionary ...
Translations of Italian. Italian synonyms, Italian antonyms. Information about Italian in the free online English dictionary and encyclopedia. italian ...
NEWS / AKTUELL
Wie erwartet, fand am Montag, dem 10. Januar, das erste Treffen für die Entwicklung des nationalen Abkommens über Industrietomaten im Kreise des betreffenden Produktkomitees der Interprofessionellen Institution statt.
Italian Language - Learn Italian - About Italian Language ...
For a snapshot of what occupied the Italian mindset in 2010—at least online—look no further than lo Zeitgeist italiano 2010 di Google (Google Zeitgeist 2010) ...
NEWS / AKTUELL
Das Jahr 2010 wird in der Region Trentino als ein besonderer Jahrgang in Erinnerung bleiben. Während die Apfelproduktion in Europa um rund 15% abnahm, hatte die Region Trentino eine Zunahme ihrer Produktion bei einem Rekord von 3 Millionen 300 Tausend Dezitonnen.
Italian Government Tourist Board
Features tourism information for Italy, including accommodation, transportation, travel tips, and regional information.
NEWS / AKTUELL
Laut Coldiretti, der italienische Landwirtschaftshandelsverband, hatte die landwirtschaftliche Produktion 2010 insgesamt einen Rückgang um 2%, was einer wesentlichen Abnahme der Ertragsproduktion (-5%) und einem Anstieg der Viehbestandsproduktion (+2,3%) zuzuschreiben ist.
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