Alexander Gerschenkron#Werk
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Balassa-Samuelson-Effekt
Bank für Internationalen Zahlungsausgleich
Big-Mac-Index
Big Mac
Bruttoinlandsprodukt
Bruttonationaleinkommen
Deutsche Mark
Einkommen
Entwicklungsländer
Gustav Cassel
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Jevons Gesetz
Kaufkraft (Währung)
Kaufkraftparität
Kaufkraftstandard
Makroökonomie
McDonalds
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Pro-Kopf-Einkommen
Rudiger Dornbusch
The Economist
US-Dollar
Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung
Währung
Währungsraum
Warenkorb
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Zinsparitätentheorie
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Zinsparitätentheorie
Kaufkraftparität (KKP) (engl. purchasing power parity, PPP; Parität = Gleichheit von lat. par = gleich) ist ein Begriff der makroökonomischen Analyse. Die KKP zwischen zwei geografischen Räumen liegt dann vor, wenn Waren und Dienstleistungen eines Warenkorbes für gleich hohe Geldbeträge erworben werden können. Werden zwei unterschiedliche Währungsräume verglichen, so werden die Geldbeträge durch Wechselkurse vergleichbar gemacht.
Inhaltsverzeichnis
1 Anwendungsgebiete
2 Kaufkraftparitätentheorie
2.1 Grundkonzept
2.2 Kritik
3 Kaufkraftparitäten als Korrekturfaktor
4 Beispieltabelle
5 Empirie
5.1 International Comparison Program
5.1.1 Preissystemwahl & Gerschenkroneffekt
5.1.2 Modell
5.1.3 Ergebnisse
5.1.4 Kritik & Probleme
6 Siehe auch
7 Quellen
8 Literatur
9 Weblinks
Bearbeiten Anwendungsgebiete
Das Konzept der Kaufkraftparität wird für eine ganze Reihe von Anwendungen genutzt:
als langfristige Wechselkurstheorie (Kaufkraftparitätentheorie): Demzufolge passen sich Wechselkurse so an, dass zwischen beiden Währungsräumen Kaufkraftparität herrscht. Den Wechselkurs, zu dem die Kaufkraft in beiden Währungsräumen gleich ist, bezeichnet man als kaufkraftparitätischen Wechselkurs.
als Korrekturfaktor: Um volkswirtschaftliche Größen wie Bruttoinlandsprodukt, Bruttonationaleinkommen, Pro-Kopf-Einkommen oder absolute Armut international vergleichbar zu machen, ist eine bloße Umrechnung mit aktuellen Wechselkursen nicht ausreichend, da die Kaufkraft in beiden Währungsräumen stark abweichen kann. Typische Konzepte sind hier der Kaufkraftstandard (KKS) und der PPP-US-Dollar (PPP-$).
Bearbeiten Kaufkraftparitätentheorie
Bearbeiten Grundkonzept
Die Kaufkraftparitätentheorie besagt, dass die Wechselkurse zwischen zwei Währungen hauptsächlich deshalb schwanken, um Preisniveauunterschiede auszugleichen. Sie basiert auf dem Grundsatz des Gesetzes vom einheitlichen Preis. Demnach müsste sich ein Gut überall auf der Welt zum gleichen Preis verkaufen. Andernfalls gäbe es Arbitrage-Möglichkeiten. Nach der Theorie muss eine Geldeinheit in allen Ländern die gleiche Kaufkraft haben, sie muss überall den gleichen realen Wert besitzen.
Die Kaufkraftparitätentheorie stammt ursprünglich aus der monetären Außenwirtschaftstheorie. Es wird dabei berechnet, wie viel Einheiten der jeweiligen Währung notwendig sind, um den gleichen repräsentativen Güterkorb zu kaufen, den man für 1 US-Dollar in den USA erhalten könnte. Kurzfristig kann der Wechselkurs von der Kaufkraftparität abweichen, insbesondere da monetäre Störungen schnelle Änderungen des Wechselkurses verursachen können während sich das Preisniveau nur relativ langsam ändert. Langfristig jedoch sollte er aber um diesen Wert schwanken.
Als Wegbereiter der Kaufkraftparitätentheorie gilt Gustav Cassel, wenngleich Ansätze zu ihr sich schon im 17. Jahrhundert finden. Ausgehend von dieser Interpretation und der Zinsparitätentheorie entwickelte Rudiger Dornbusch die monetäre Wechselkurstheorie.
Bearbeiten Kritik
Die Kaufkraftparitätentheorie ist eine vereinfachte Darstellung des Prinzips, wie sich Wechselkurse konstituieren. Nicht enthalten sind die in der Praxis faktisch anfallenden Transaktionskosten (Transportkosten, Zoll und Steuerabgaben, sowie Verzerrungen durch staatliche Handelsbeschränkungen).
So zeigen Dornbusch und Fischer empirisch am Beispiel des Wechselkurses der DM und dem US-Dollar seit dem Jahr 1979, dass die Theorie nicht in jedem Fall linear anwendbar ist.[1]
Ein weiterer Kritikpunkt ist der heutige (geringe) Einfluss, den Kauf und Verkauf von Devisen aus Warengeschäften auf die Wechselkursentwicklung ausüben. Laut der letzten Devisenmarktstatistik der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich vom April 2007 beträgt der durchschnittliche Tagesumsatz am Devisenmarkt 3.210.000.000.000 (3,21 Billionen) US-Dollar und ist seit der letzten Umfrage im Jahre 2004 um 70 % gestiegen. Nur etwa drei Prozent der Umsätze stammen danach aus Warengeschäften.[2]
Bearbeiten Kaufkraftparitäten als Korrekturfaktor
Für internationale Einkommensvergleiche ermitteln internationale Organisationen (z. B. Weltbank) solche Kaufkraftparitäten empirisch, um Verzerrungen durch Wechselkursschwankungen zu eliminieren. So verwendet die Weltbank den Begriff lokale Kaufkraft für ihre Definition von Armut. Um das Einkommen der Personen vergleichen zu können, wird die Kaufkraft des US-Dollars in lokale Kaufkraft umgerechnet. Ein US-Dollar in lokaler Kaufkraft wird als finanzielles Minimum angesehen, das eine Person zum Überleben braucht.
Da viele Entwicklungsländer (nach der Kaufkraftparitätentheorie) unterbewertete Währungen aufweisen, stellt sich ihr Pro-Kopf-Einkommen in (USD-) Kaufkraftparitäten zumeist höher dar als mit offiziellen Wechselkursen umgerechnet.
Ein populäres Beispiel für Kaufkraftparitäten auf einer alternativen Basis ist der von der Zeitschrift The Economist regelmäßig veröffentlichte Big-Mac-Index. Dabei wird ermittelt, wie viel ein Big Mac in einem McDonalds-Restaurant in den verschiedenen Ländern der Welt kostet. Diese Preise werden zur Grundlage einer Währungsumrechnung gemacht. Ähnlich ist der iPod-Index. Hierbei wird der Verkaufspreis des von der Firma Apple produzierten iPods in verschiedenen Ländern verglichen. Ein Hauptunterschied zwischen beiden Indizes liegt darin, dass iPods ein über Landesgrenzen handelbares Gut darstellen, während mit Big Macs kein internationaler Handel betrieben wird, weshalb es bei Big Macs auch nicht zu ausgleichenden Arbitrage-Geschäften kommen kann.
Bearbeiten Beispieltabelle
Bruttoinlandsprodukte ausgewählter Staaten von 1997 (Quelle: Fischer Weltalmanach 2000)
Land
BIP/Kopf (in USD)
BIP/Kopf (in PPP-$)
Relation
Schweiz
43060
26580
0,62
Norwegen
36100
24260
0,67
USA
29080
29080
1
Deutschland
28280
21170
0,75
Vereinigtes Königreich
20870
20710
0,99
Portugal
11010
14180
1,29
Saudi-Arabien
7150
10540
1,47
Brasilien
4790
6350
1,32
Polen
3590
6510
1,81
China
860
3070
3,57
Indien
370
1660
4,49
Nigeria
280
860
3,07
Sierra Leone
160
410
2,56
1997 mussten für einen US-Dollar etwa 1,43 Schweizer Franken bezahlt werden. 1,43 geteilt durch 0,62 (siehe Tabelle) ergibt 2,31; die Kaufkraftparität zwischen Dollar und Franken betrug demnach 2,31. Das bedeutet, dass im besagten Jahr in der Schweiz mit 2,31 Franken gleich viele Warenwerte wie in den USA mit 1 US-Dollar eingekauft werden konnten.
Gemäß der Kaufkraftparitätentheorie wäre der Schweizer Franken gegenüber dem US-Dollar überbewertet, denn es bestünde eine Arbitragemöglichkeit. Man könnte Franken in Dollar wechseln, damit in den USA Waren kaufen und diese mit Gewinn in der Schweiz verkaufen. Dadurch würden stetig Franken in Dollar gewechselt, und der Franken würde an Wert verlieren. Erst wenn der Schweizer Franken gegenüber dem US-Dollar auf 62% seines ursprünglichen Wertes abgewertet wäre, bestünde diese Möglichkeit nicht mehr und Arbitrage würde sich nicht mehr lohnen.
Bearbeiten Empirie
Bearbeiten International Comparison Program
Das ursprünglich von Irving Kravis, Alan Heston und Robert Summers initiierte Forschungsprogramm der Weltbank vergleicht Volkswirtschaften mittels der Kaufkraftparitätentheorie.
Das internationale Vergleichsprojekt (ICP) versucht die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit von Volkswirtschaften vergleichbarer zu machen. Ein realer Vergleich ist oft schwierig, da die frei gebildeten Wechselkurse oft verzerrt sind (z. B.: Chinas Deviseninterventionen). Daher betrachtet das ICP die preisliche Entwicklung von Warenkörben gemäß dem Kaufkraftparitätenansatz, um eine realitätsnähere Untersuchung zu ermöglichen.
Bearbeiten Preissystemwahl & Gerschenkroneffekt
Die Wahl eines geeigneten Preissystems erweist sich als schwierig, da trotz gleicher wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit -aufgrund von unterschiedlichen Preisniveaus- Länder verschieden leistungsfähig erscheinen. Dieser Verzerrungseffekt wird auch Gerschenkroneffekt genannt. Das ICP wählt ein Durchschnittspreissystem, um den Gerschenkroneffekt zu verringern.
Bearbeiten Modell
Die internationalen Preise (Durchschnittspreissystem) werden definiert als:
womit sich umgekehrt für die Kaufkraftparität des Landes j ergibt:
Erläuterung der Symbole:
πi - internationaler Preis für Gut i
pij - Preis für Gut i in Land j
KKPj - Kaufkraftparität von Land j
qij - produzierte Menge von Gut i in Land j
- Weltproduktion von Gut i
Bearbeiten Ergebnisse
Verglichen mit der herkömmlichen Berechnung über Wechselkurse:
Abstand zwischen den Ländern fällt geringer aus
Dienstleistungsquote (Ausgaben für Dienstleistungen gemessen am Sozialprodukt) ist in Entwicklungs- wie auch Industrieländern ähnlich (jeweils ca. 1/3)
Investitionsquote (Investitionsausgaben gemessen am Sozialprodukt) ist in Industriestaaten viel höher
Bearbeiten Kritik & Probleme
statistische Datenerhebung
vergleichbares Produkt finden um, pij qij erheben zu können (besonders schwierig bei Dienstleistungen)
Gerschenkron-Effekt tritt trotz des Durchschnittspreissystems auf
in Gleichung zur Bestimmung der internationalen Preise wird Anteil eines Landes an Weltproduktion stark gewichtet:
⇒ Verzerrung der internationalen Preise zugunsten Länder mit hoher Weltproduktion
ICP basiert auf Kaufkraftparitätenansatz, der Freihandel voraussetzt (Gesetz vom einheitlichen Preis)
Bearbeiten Siehe auch
Balassa-Samuelson-Effekt
Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung
Bearbeiten Quellen
↑ Rüdiger Dornbusch, Stanley Fischer: Makroökonomik, 6. Auflage, 1995, R. Oldenbourg Verlag, München, ISBN 3-486-22800-5, S. 760-761
↑ Triennial Central Bank Survey der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich
Bearbeiten Literatur
Gerhold, R.: Die Kaufkraftparität als Verbindungsglied zwischen der realen und monetären Außenwirtschaftstheorie, Metropolis, Marburg 1999.
Obstfeld, M./Rogoff, M.: Foundations of international macroeconomics, 7. Aufl. Cambridge/MA, 2004.
N. Mankiw: Grundzüge der Volkswirtschaft 3. Auflage Schäffer Poeschel 2004
Braulke "Monetäre Außenhandelstheorie" Vorlesung WS 2008/2009 Uni Osnabrück [1]
Kravis, Irving B, 1984. "Comparative Studies of National Incomes and Prices," Journal of Economic Literature, American Economic Association, vol. 22(1), pages 1-39, March
Bearbeiten Weblinks
Penn World Table - Umfangreiche Sammlung statistischer Daten der letzten Jahrzehnte
Internationaler Vergleich der Verbraucherpreise - Verbrauchergeldparitäten des Statistischen Bundesamtes (DESTATIS)
Kaufkraftparitäten - KKP - Qualitätsmerkmale der Statistik - Statistisches Bundesamt (DESTATIS; PDF-Datei)
Preise und Löhne rund um die Welt - Kaufkraftvergleich der UBS (PDF-Datei; 1,44 MB)
Branko Milanovic: Wie Statistik die Weltwirtschaft verändert, Artikel eines Weltbank-Volkswirtes über die Auswirkungen einer umfassender Datenrevision zur Kaufkraftparität vom Dezember 2007
Weltbank - "The 2005 International Comparison Program – Results"
OECD: Prices and Purchasing Power Parities (PPP)
Diamant FX Portfolio - Der Börsenbrief für den Handel mit ...
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Linguatec - LinguaDict Online Dictionary German-English
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Metropolis-Verlag | Die Kaufkraftparität als Verbindungsglied ...
Metropolis - Verlag für Ökonomie, Gesellschaft und Politik ... Die Kaufkraftparität als Verbindungsglied zwischen der realen und monetären Außenwirtschaftstheorie " ...
Kaufkraftparität – Wikipedia
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dict.cc | Kaufladen | English Dictionary
English Translation for Kaufladen - dict.cc German-English Dictionary ... Kaufkraftparität. Kaufkraftparitäten. Kaufkraftschwund. Kaufkraftverlust. Kaufkraftzuwachs ...

