Langwies Basisdaten Staat: Schweiz Kanton: Graubünden Bezirk: Plessurw Gemeindenummer: 3924i1f3f4 Postleitzahl: 7057 Koordinaten: (773809 / 188198)46.8222249.7166661377Koordinaten: 46° 49′ 20″ N, 9° 43′ 0″ O; CH1903: (773809 / 188198) Höhe: 1'377 m ü. M. Fläche: 54.96 km² Einwohner: 276 (31. Dezember 2009)[1] Website: www.gemeindelangwies.ch Langwies Karte w Langwies (romanisch Prauliung) ist eine politische Gemeinde im Kreis Schanfigg, Bezirk Plessur des Kantons Graubünden in der Schweiz. Inhaltsverzeichnis 1 Wappen 2 Geographie 3 Geschichte 4 Bevölkerung 5 Politik 6 Wirtschaft 6.1 Tourismus 6.2 Verkehr 7 Bildung 8 Sehenswürdigkeiten 9 Persönlichkeiten 10 Sonstiges 11 Literatur 12 Weblinks 13 Einzelnachweise // Bearbeiten Wappen Blasonierung: In Gold schräglinks gestürzte blaue Keule. Motiv nach einem Gerichtssiegel von 1798. Farben des Zehngerichtenbundes. Bearbeiten Geographie Langwies liegt 14 km (Luftlinie) östlich von Chur im hinteren Schanfigg dort, wo sich drei Quelltäler zum fortan in westlicher Richtung ziehenden Haupttal vereinen: von Süden das Arosertal mit dem Oberlauf der Plessur, von Osten das Sapün und von Nordosten das Fondei. Auf der westlichen Talseite umfasst das Gemeindegebiet den Prätschwald vom Fluss (rund 1'300 m ü. M.) bis zu einer etwa auf Kote 1800 verlaufenden felsigen Hangkante, talaufwärts bis zur Talenge von Litzirüti. Rechts der Plessur beinhaltet das Territorium das gesamte Einzugsgebiet von Fondeier- und Sapünerbach und darüber hinaus einen 3 km langen Abschnitt des Arosertals vom Fluss bis zum Grat. Talauswärts führt die Grenze von der Mündung des Frauentobels in die Plessur fast in direkter Linie zum Gipfel des Mattjisch Horn (2461 m) und weiter zum Chistenstein (2473 m), dem nördlichsten Punkt des Gebiets. Jenseits des Durannapasses (2117 m) und des Casannapasses (2233 m), die als jeweils breite Sattel vom Fondei ins mittlere Prättigau hinüber führen, bildet durchweg die Weissflue-Strelakette (Wasserscheide gegen das Landwassertal) die Grenze zur Landschaft Davos. Der von der Weissflue (2843 m, höchster Punkt der Gemeinde) nach Südwesten über Schiahorn (2709 m), Chüpfenflue (2658 m), Mederger Flue (2674 m), Tiejer Flue (2781 m) zum Furggahorn (2727 m) verlaufende Grat wird von der Lücke des Strelapasses (2350 m) unterbrochen, der das hintere Sapün mit Davos verbindet. Pirigen oberhalb Langwies Neben der heutigen Hauptsiedlung, Langwies Platz am rechten Ufer der Plessur nahe der Einmündung des Sapünerbachs, sind auch die talaufwärts gelegenen Weiler Sunnenrüti und Litzirüti ganzjährig bewohnt. Ausserdem zählen zur Gemeinde eine grössere Zahl von Einzelhöfen, zumeist am sonnigen Hang westlich von Langwies Platz gelegen, die Maiensässe Medergen und Pirigen sowie die verstreuten Siedlungen der Täler Fondei (mit Strassberg) und Sapün, die früher bedeutender als Langwies Platz waren, aber seit dem 20. Jahrhundert nur noch im Sommer genutzt werden. Zu Langwies gehört die Alp Rongg (rätoromanisch für Rodung). Auf der Alp stehen drei Wohnhäuser, von denen eines ganzjährig bewohnt wird. Daneben gibt es noch vier weitere Bauten als genutzte oder ehemalige Stallungen. Bei den Gebäuden handelt es sich um Walser-Bauten aus dem 19. Jahrhundert, welche für die Region Schanfigg typisch sind. Vom gesamten Gemeindeareal von fast 55 km² wird beinahe die Hälfte (genau 2'675 ha) landwirtschaftlich, meist als Weideland, genutzt. 1'509 ha sind unproduktive Fläche (meist Gebirge im Norden und Osten der Gemeinde). Weitere 1'237 ha sind von Wald und Gehölz bedeckt und die restlichen 64 ha sind Siedlungsfläche. Nachbargemeinden sind Peist, Fideris, Conters im Prättigau, Klosters-Serneus, Davos und Arosa. Bearbeiten Geschichte Langwies Platz um 1890 Seit dem 13. Jahrhundert lebten einige wenige Bündnerromanen im Gebiet. Dann begann 1307 die Einwanderung von Walsern. Zuerst besiedelten diese nur die hoch gelegenen Teile der Gemeinde wie Fondei, Sapün und Medergen. Später siedelten sie auch talwärts. Der deutsche Ortsname die lang wise erscheint erstmals 1384 als Bezeichnung für den Bauplatz der neu zu errichtenden Kirche. Die vielzitierte Urkunde von 998 ist eine Fälschung aus dem Jahre 1656. Wegen Nichtbeachtung neuer Forschungsergebnisse ist dieser Unsinn bis in die heutige Geschichtsschreibung weitergetragen worden. Zuerst übten bis 1338 die Freiherren von Vaz, dann bis 1479 diverse andere Herren die Oberherrschaft aus, ehe die Gemeinde unter die Fittiche der Habsburger geriet. Die Gerichtsgemeinde Langwies, einschliesslich des 10 km entfernten, ebenfalls von Walsern besiedelten Praden, genoss gewisse Privilegien, beispielsweise die freie Wahl des Ammanns. Sie gehörte seit 1436 zum Zehngerichtenbund. Trotz österreichischer Herrschaft nahmen die Bewohner 1530 die Neue (reformierte) Lehre an. Die Einwohner wehrten sich in den Bündner Wirren im Jahr 1622 heftig gegen die anrückenden österreichischen Truppen. Zwischen 1652 und 1657 kauften sich die Bewohner von allen Herrschafts- und Lehnsrechten frei. Bearbeiten Bevölkerung Bevölkerungsentwicklung Jahr 1850 1900 1950 2000 2005 Einwohnerzahl 385 285 383 303 297 Von den Ende 2004 285 Bewohnern waren 271 Schweizer Bürger. Bearbeiten Politik Der Gemeinderat besteht aus fünf Personen. Die Gemeindepräsidentin ist Dorothea Mattli-Salzgeber (Stand 2010). Bearbeiten Wirtschaft Früher lebte die Einwohnerschaft von der Landwirtschaft, hauptsächlich Viehzucht. Heute verdienen die meisten Beschäftigten ihr Geld direkt oder indirekt im Fremdenverkehr. Mit Stand 2000–01 waren 51 Personen in der Land- und Forstwirtschaft beschäftigt, 4 im gewerblichen Bereich und 73 im Dienstleistungssektor. Bearbeiten Tourismus In den Ortsteilen Platz und Litzirüti gibt es zusammen vier Hotels (rund 6500 Logiernächte im Jahr 2005) und etwa 30 Ferienwohnungen. Die Häuser in den Weilern Fondei, Sapün und Medergen wurden grösstenteils zu Ferienhäusern umgebaut. Im Sommer können Wander- und Velotouren unternommen, im Winter die Pisten der Nachbargemeinde Arosa genutzt werden. Langwies selbst bietet Winterwander- und Schlittelwege. Bearbeiten Verkehr Durch Langwies führt die Schanfiggerstrasse. Die Gemeinde ist durch die Stationen Langwies GR und Litzirüti an der 1914 eröffneten Bahnstrecke Chur–Arosa der Rhätischen Bahn an das Netz des öffentlichen Verkehrs angeschlossen. Bis 1877 war der Weg über den Strelapass nach Davos die wichtigste Verbindung zur Aussenwelt. Seit der Fertigstellung der Strasse Chur–Langwies hat sich die Orientierung Richtung Chur geändert. Seit 1891 besteht auch eine Strassenverbindung hinauf nach Arosa. Der nächstgelegene Autobahnanschluss ist Chur-Nord (von Sargans her) respektive Chur-Süd (von Reichenau her) an der A13. Bearbeiten Bildung Bereits im 17. Jahrhundert gab es eine Art Schulunterricht in der Gemeinde. Im 19. Jahrhundert pendelte die Dorfschule zwischen den drei Grosssiedlungen Fondei, Sapün und Dorf Langwies umher oder wurde parallel geführt. Seit 1903 gibt es nur noch eine Schule im Dorf. Derzeit gibt es im Ort einen Kindergarten und eine Gesamtschule der 1.–6. Primarschulklasse. Bearbeiten Sehenswürdigkeiten Langwies Platz Wahrzeichen von Langwies ist der 1914 fertig gestellte Langwieser Viadukt der Rhätischen Bahn, der als 284 m lange Stahlbetonkonstruktion in einer Höhe von 62 m die Plessur und den Sapünerbach überspannt. Weiter sehenswert sind die Steinmannli genannten Erdpyramiden und der Gründjitobel-Viadukt im Gründjitobel, nahe der westlichen Gemeindegrenze. Sehenswert ist auch die reformierte Dorfkirche, die bis zur Reformation Marienkirche hiess. Vom ersten Kirchenbau aus den Jahren 1384–85 stammen der Turm, die Mauern des Kirchenschiffs sowie einige Malereien. 1488 erfolgte ein Umbau im spätgotischen Stil. Bearbeiten Persönlichkeiten Sepp und Carlo Simonelli (Engadiner Ländlerfründa) Regula Engel-Egli Bearbeiten Sonstiges Da die Frauen angeblich im seither so genannten Frauentobel an der Grenze zwischen Ausser- und Innerschanfigg im Jahr 1622 die anrückenden österreichischen Truppen zurückschlugen, dürfen sie beim Gottesdienstbesuch immer als Erste zum Abendmahl gehen. Eines der bekanntesten Walser Volkslieder ist das Langwieser Lied mit der Eingangszeile Mis Büeli geit über Sapünersteg i. Bearbeiten Literatur Hans Danuser/Walser-Vereinigung Graubünden (Hrsg.): Alte Wege im Schanfigg, Verlag Walser-Vereinigung Graubünden, Splügen 1997. Fritz Maron, Ferdinand Zai: Das alte Eggahaus in Arosa - Ein Heimatmuseum für das Tal Schanfigg, Eigenverlag Verein für Naturschutz und Heimatkunde Arosa, Arosa o.J. (um 1948). Dr. C. Fischer: Land und Leute im Tale Schanfigg, Manatschal Ebner & Cie., Chur 1905. Bearbeiten Weblinks Offizielle Website der Gemeinde Langwies Langwies. In: Historisches Lexikon der Schweiz.  Commons: Langwies – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien Bearbeiten Einzelnachweise ↑ Statistik Schweiz – Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach Kantonen, Bezirken und Gemeinden Politische Gemeinden im Bezirk Plessur Arosa | Calfreisen | Castiel | Chur | Churwalden | Langwies | Lüen | Maladers | Molinis | Peist | St. Peter-Pagig | Tschiertschen-Praden Kanton Graubünden | Bezirke des Kantons Graubünden | Gemeinden des Kantons Graubünden



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