Äthiopien
Übermensch
1758
Adam des Y-Chromosoms
Afrika
Ahnenkult
Allgemeine Erklärung der Menschenrechte
Altweltaffen
Anatomie
Anbetung
Anthropologie
Araneus angulatus
Archäologie
Archaischer Homo sapiens
Ardipithecus ramidus
Art (Biologie)
Artikel 1 des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland
Ausbreitung des Menschen
Ausbreitung des Menschen#Stammb.C3.A4ume
Australien
Australopithecus afarensis
Basenpaare
Baumwollschwanzkaninchen
Beweis (Logik)
Biber
Biosoziologie
Bonobo
Bundesverfassungsgericht
C.H.Beck Wissen
C14-Methode
Carl Alexander Clerck
Carl von Linné
Charles Darwin
China
Christentum
Chromosom
Cro-Magnon
Der vitruvianische Mensch
Desoxyribonukleinsäure
Digital Object Identifier
Divergenz (Biologie)
Donau
Edward Drinker Cope
Eigentliche Spitzhörnchen
Eiszeitalter
Erasmus von Rotterdam
Euarchonta
Euarchontoglires
Eukaryoten
Europa
Evolution
Familie (Biologie)
Federschwanz-Spitzhörnchen
Fossilien
Friedemann Schrenk
Friedrich Nietzsche
Galeopterus
Gattung (Biologie)
Gebet
Gegenwart
Gen
Genetik
Genetische Variabilität (Mensch)
Genfluss
Genom
Gesa Lindemann
Geschichte
Geschichtswissenschaft
Gesundheit
Glauben
Glires
Gorillas
Höhere Säugetiere
Hasenartige
Hochkultur (Geschichtswissenschaft)
Holotypus
Hominini
Hominisation
Hominisation#Sexualverhalten
Homo
Homo erectus
Homo ergaster
Homo habilis
Homo insipiens
Homo rudolfensis
Homo sapiens (Begriffsklärung)
Homo sapiens idaltu
Homologie (Biologie)
Human Genome Project
ICZN Code
Iberische Halbinsel
Indien
Innere Organe
International Union for Conservation of Nature and Natural Resources
Islam
Judentum
Jungpaläolithikum
Körpergröße
Kategorie (Philosophie)
Kladogramm
Übermensch
1758
Adam des Y-Chromosoms
Afrika
Ahnenkult
Allgemeine Erklärung der Menschenrechte
Altweltaffen
Anatomie
Anbetung
Anthropologie
Araneus angulatus
Archäologie
Archaischer Homo sapiens
Ardipithecus ramidus
Art (Biologie)
Artikel 1 des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland
Ausbreitung des Menschen
Ausbreitung des Menschen#Stammb.C3.A4ume
Australien
Australopithecus afarensis
Basenpaare
Baumwollschwanzkaninchen
Beweis (Logik)
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Bonobo
Bundesverfassungsgericht
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Carl Alexander Clerck
Carl von Linné
Charles Darwin
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Cro-Magnon
Der vitruvianische Mensch
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Divergenz (Biologie)
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Eiszeitalter
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Euarchonta
Euarchontoglires
Eukaryoten
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Evolution
Familie (Biologie)
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Friedemann Schrenk
Friedrich Nietzsche
Galeopterus
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Genetische Variabilität (Mensch)
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Hominisation#Sexualverhalten
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Homo ergaster
Homo habilis
Homo insipiens
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Homo sapiens idaltu
Homologie (Biologie)
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Iberische Halbinsel
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Kategorie (Philosophie)
Kladogramm
Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem modernen Menschen, der Art Homo sapiens. Weitere Bedeutungen finden sich unter Mensch (Begriffsklärung) und Homo sapiens (Begriffsklärung).
Mensch
Darstellung des Menschen von Leonardo da Vinci
Systematik
Teilordnung:
Altweltaffen (Catarrhini)
Überfamilie:
Menschenartige (Hominoidea)
Familie:
Menschenaffen (Hominidae)
Tribus:
Hominini
Gattung:
Menschen (Homo)
Art:
Mensch
Wissenschaftlicher Name
Homo sapiens
Linnaeus 1758
Der Mensch (lat. Homo sapiens, einsichtsfähiger, weiser Mensch) ist innerhalb der biologischen Systematik ein höheres Säugetier aus der Ordnung der Primaten (Primates). Er gehört zur Unterordnung der Trockennasenaffen (Haplorrhini) und dort zur Familie der Menschenaffen (Hominidae). Der Mensch ist die einzige bis heute überlebende Art der Gattung Homo. Er entwickelte sich vor mehr als 200.000 Jahren in Afrika,[1] vermutlich aus dem Homo erectus und über eine als archaischer Homo sapiens bezeichnete Mosaikform. Die Bezeichnung Homo sapiens wurde 1758 durch Carl von Linné in der zehnten Auflage seines Werks Systema Naturae geprägt.
Zeitweise wurde der moderne Mensch als Homo sapiens sapiens bezeichnet, und der Neandertaler als Homo sapiens neanderthalensis. Diese Einordnung des Neandertalers (Homo neanderthalensis) als Unterart von Homo sapiens gilt heute als veraltet.
Inhaltsverzeichnis
1 Der Mensch als Teil der Natur
1.1 Menschwerdung
1.2 Cytologie
1.2.1 Genom
1.2.2 Genetische Verwandtschaft
1.3 Verbreitung des modernen Menschen über den Globus
2 Der Mensch als Teil der Gesellschaft
2.1 Geschichte
2.2 Bildung
2.3 Recht
2.4 Religion
2.5 Wissenschaft und andere Kategorien
3 Wissenschaftlicher Name (Homo sapiens) und nomenklatorischer Typus
4 Siehe auch
5 Literatur
6 Weblinks
7 Einzelnachweise
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Der Mensch als Teil der Natur
Bis in die späten 1980er Jahre wurden die Orang-Utans, Gorillas und Schimpansen in der Familie der Menschenaffen (Pongidae) zusammengefasst und der Familie der Echten Menschen (Hominidae) gegenübergestellt. Genetische Vergleiche zeigten, dass Schimpansen und Gorillas näher mit dem Menschen verwandt sind als mit den Orang-Utans; seitdem werden Menschen, Schimpansen und Gorillas nebst all ihren fossilen Vorfahren zu einem gemeinsamen Taxon zusammengefasst (Homininae) und dieses neben das Taxon der Orang-Utans (Ponginae) gestellt.
Ein erwachsener Mensch hat eine typische Körpergröße zwischen 150 cm und 200 cm. Wie bei anderen Wirbeltieren auch lässt sich der Körper anatomisch in einen Stütz- und Bewegungsapparat, die inneren Organe, das Nervensystem und die Sinnesorgane strukturieren.
Einzigartig unter den verwandten Arten sind besonders die Geschlechtsorgane des Menschen (siehe Evolution des Sexualverhaltens) sowie das Haupthaar, das zumindest einige Jahre lang kontinuierlich wachsen kann.
Menschwerdung
Stammbaum der Menschenaffen (Hominidae)
→ Hauptartikel: Hominisation, Stammesgeschichte des Menschen, Archaischer Homo sapiens
Mit der Entwicklungsgeschichte der Menschheit von ihren Anfängen bis zum heutigen Jetzt-Menschen beschäftigen sich die Paläoanthropologie, die Archäologie und die Genetik, welche wichtige Datenquellen für die Forschung liefern. Viele Vorgänge der Menschwerdung aus affenartigen Vorfahren, vermutlich im Osten Afrikas, sind noch nicht endgültig geklärt.
Neben der biologischen Entwicklung ist für den Menschen jedoch auch seine kulturelle Entwicklung maßgebend, welche insbesondere auf die Entwicklung der Sprache zurückzuführen ist. Der kulturelle Entwicklungsstand der frühen Vorfahren des modernen Menschen war zunächst über Jahrhunderttausende hinweg nahezu konstant. Erst nach der Entstehung des modernen Menschen beschleunigte sich die kulturelle Innovation, bis seit Ende der letzten Eiszeit mit dem Aufkommen von Ackerbau und Viehzucht der Mensch erstmals großräumig gestaltend in seine Umgebung eingriff.
Die Entwicklung des Menschen führte vermutlich über Arten, die den nachfolgend aufgeführten Arten zumindest ähnlich gewesen sein dürften, zu Homo sapiens: Ardipithecus ramidus, Australopithecus afarensis, Homo rudolfensis / Homo habilis und Homo ergaster / Homo erectus.
Die Gattung Homo und ihre entfernten Verwandten: Kladogramm und Zeitspannen der Aufspaltung der Euarchontoglires in Euarchonta und Glires sowie in die Primatomorpha für folgende Taxa (nach Janečka et al., 2007[2]):
Nagetiere: Tamias (Streifenhörnchen) – Castor (Biber) – Pedetes (Springhasen)
Hasenartige: Sylvilagus (Baumwollschwanzkaninchen) – Ochotona (Pfeifhasen)
Riesengleiter: Galeopterus – Cynocephalus
Primaten: Lemuren – Microcebus (Mausmakis) – Otolemur (Riesengalagos) – Ateles (Klammeraffen) – Macaca (Makaken) – Homo
Spitzhörnchen: Tupaias – Urogale (Philippinen-Spitzhörnchen) – Ptilocercus (Federschwanz-Spitzhörnchen)
Cytologie
Genom
Das menschliche Genom wurde als erstes Eukaryoten-Genom in den Jahren 1998-2005 vollständig analysiert. Bereits seit 100 Jahren ist bekannt, dass es aus einem doppelten Satz von 23 Chromosomen, sowie dem X- und Y-Chromosom besteht. Hinzu kommt die Mitochondriale DNA. Insgesamt enthält das Genom 3,101,788,170 Basenpaare und 20,251 Gene.[3][4]
→ Hauptartikel: Human Genome Project
Genetische Verwandtschaft
Von links nach rechts: Orang-Utans, Gorillas, Menschen, Bonobos und Schimpansen
Das menschliche Genom enthält (wie das jedes anderen Eukaryoten) sowohl codierende als auch nicht-codierende DNA-Sequenzen, die oftmals denjenigen verwandter Lebewesen homolog sind („gleiches“ Gen) und häufig mit den DNA-Sequenzen sehr nahe verwandter Arten – wie der anderer Menschenaffen – sogar völlig übereinstimmen. Aus der Ähnlichkeit der DNA-Sequenzen unterschiedlicher Arten lässt sich zudem deren Verwandtschaftsgrad berechnen: Auf diese Weise bestätigten genetische Analysen, dass Bonobos, Schimpansen, Gorillas und Orang-Utans (in dieser Reihenfolge) die nächsten Verwandten des Menschen sind.
Weitere genetische Analysen ergaben, dass die genetische Vielfalt beim Menschen, im Vergleich mit den anderen Menschenaffen, gering ist. Dieser Befund wird erklärt durch eine zeitweise sehr geringe (am Rande des Aussterbens befindliche) Population (vergleiche: Mitochondriale Eva, Adam des Y-Chromosoms).
Nach einer Studie von R. E. Green (2010) könnten 1 bis 4 Prozent der DNA des nicht-afrikanischen Menschen durch Genfluss vom Neandertaler stammen. [5]
Verbreitung des modernen Menschen über den Globus
→ Hauptartikel: Ausbreitung des Menschen
Die ersten Wanderungen gingen in den Nahen Osten und nach Australien
(M 168 und M 130 bezeichnen Marker im Y-Chromosom; Details dazu siehe unter Ausbreitung des Menschen)
In Abgrenzung zu mehreren Theorien des archaischen Homo sapiens sind Schädelknochen des Homo sapiens idaltu aus Äthiopien, von vor 160.000 Jahren, der älteste – unbestritten dem biologisch modernen Menschen zugeordnete – fossile Fund. Verstärkt treten solche Relikte ab 100.000 Jahre auf. Alle heute lebenden Menschen sind sehr nahe miteinander verwandt, näher als andere biologische Arten, wie molekularbiologische Untersuchungen an der ribosomalen RNA und der mitochondrialen DNA gezeigt haben. Die größten Unterschiede finden sich innerhalb der afrikanischen Populationen. Die Populationen außerhalb Afrikas sind – mit Ausnahme einiger erst relativ spät aus Afrika ausgewanderter Gruppen – genetisch sehr uniform. Zahlreiche Funde unterstützen die sogenannte Out-of-Africa-Theorie, der zufolge die Ausbreitung des Menschen vom afrikanischen Kontinent aus erfolgte. Lange Zeit lebte die Art in Afrika zeitparallel zum primär europäisch und vorderasiatisch angesiedelten Neandertaler, der besonders an das Leben in gemäßigten bis arktischen Zonen angepasst war.
Zunächst im Vorderen Orient, seit dem frühen Jungpaläolithikum auch in Europa, kamen Neandertaler und Homo sapiens gleichzeitig in derselben Region vor, im Nahen Osten etwa 60.000 Jahre lang, in Mitteleuropa knapp 10.000 Jahre lang. Für die Ausbreitung des Homo sapiens vom Balkan bis zur Iberischen Halbinsel nahm die Forschung bisher etwa 7.000 Jahre an. Paul Melars von der Cambridge University berichtete 2006 in Nature, dass es vermutlich nur 5.000 Jahre dauerte. Einige Gruppen breiteten sich entlang der Po-Ebene in Italien aus, andere wählten den Weg durch das Donautal, wiederum andere drangen fast bis Sibirien vor.
Die Ausbreitungsgeschwindigkeit betrug im Schnitt 400 m/Jahr. Die Atlantikküste auf der Iberischen Halbinsel wurde frühestens vor 41.000 Jahren von Homo sapiens erreicht, vielleicht später. Die neuen Erkenntnisse verdanken wir revidierten Ergebnissen der Kohlenstoffdaten (C14-Methode), die auch eine kürzere bis allenfalls sehr kurze Koexistenz-Zeit mit dem Neandertaler in Europa wahrscheinlich machen. Das spekulative Element ist bei all diesen Annahmen jedoch sehr groß, da aus der Zeit vor mehr als 30.000 Jahren bislang nur ein einziger europäischer Knochenfund des Homo sapiens existiert, nämlich ein mit ca. 31.000 Jahren datierter Schädel aus Tschechien, und die vermeintlich bis zu 40.000 Jahre alten Funde aus Cro-Magnon und der Schwäbischen Alb, die sich auf Grund der C14-Datierung als maximal 30.000 Jahre (Cro-Magnon) bzw. maximal 5.000 Jahre alt (Schwaben) erwiesen haben. Manche Kulturgüter wie die äußere Form von Steinwerkzeugen und Höhlenzeichnungen scheinen sich in Regionen der Koexistenz angeglichen zu haben.
Es ist aufgrund unserer Kenntnisse unwahrscheinlich, dass sich beide Arten in nennenswertem Umfang vermischt haben: Die Mehrzahl der Fossilien weist deutlich erkennbare morphologische Unterschiede auf. Die neuesten molekulargenetischen Analysen der mtDNA sprechen gegen eine Vermischung beider Arten. Das inzwischen sehr umfangreiche Fundmaterial vor allem auch in Nahost weist auf eine Koexistenz dieser genetisch primär sehr unterschiedlichen biologischen Arten hin. Sie kannten einander, hatten aber keine Neigung, sich zu vermischen, oder zumindest blieben Nachkommen aus. In Nahost besiedelten sie mehrmals abwechselnd dieselben Siedlungsräume.
Die alternative, früher verbreitetere Theorie nimmt an, dass sich der Homo sapiens an verschiedenen Orten des Globus unabhängig voneinander aus dem Homo erectus entwickelt hat. Nach den molekulargenetischen Untersuchungen der jüngeren Zeit kommt dieser These allerdings nur geringe Wahrscheinlichkeit zu.
Der Mensch als Teil der Gesellschaft
→ Hauptartikel: Menschheitsgeschichte und Weltbevölkerung
Die Beziehung des Menschen zu anderen Lebewesen ist umstritten: Eine Gruppe sieht den Menschen unter den Lebewesen vor allem durch zahlreiche kognitive Fähigkeiten ausgezeichnet. Diese Eigenschaften konstituieren die menschliche Kultur und Gesellschaft sowie die Fähigkeiten zur Reflexion und Transzendenz.[6] Das Christentum und das aristotelische Weltbild sprechen von der „Krone der Schöpfung“. Andere Positionen vertreten unter Verweis auf die vielen Lebewesen gemeinsame Fähigkeit zur Antizipation eines zeitunabhängigen Ich-Begriffs eine Kontinuität dieser Eigenschaften und folgern daraus eine Dekonstruktion des Menschbegriffs.[7]
In mehreren Eigenschaften unterscheidet der Mensch sich deutlich von den heute bekannten übrigen Arten:
Kulturelle Evolution: Die biologische Evolution ist gegenüber der schnelleren „kulturellen Evolution“, die durch die menschliche Sprache sehr gefördert wird, in den Hintergrund getreten. Von einigen Wissenschaftlern wird dieser Prozess unter dem Begriff der Memetik (Evolution von Memen losgelöst von Genen) erforscht.
Darstellung von Mann und Frau; Ausschnitt der Plakette der Pioneer-Raumsonden
Wissensvermittlung: Die Individuen anderer Arten besitzen nicht im selben Maße wie der Mensch die Fähigkeit, ihr erlerntes Wissen an nachfolgenden Generationen weiterzugeben. Nur der Mensch kann bewusst auf Informationen zurückgreifen, die viele Generationen vor ihm geschaffen haben. Der Mensch besitzt zudem ein historisches Bewusstsein: Er ist in der Lage, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in kausale Zusammenhänge zu bringen. Hierdurch kann er seine Handlungen vergleichen, planen und somit teilweise eine Zukunft entwerfen (Kreativität), die er durch absichtsvolle Handlungen zumindest teilweise erreichen kann.
Selbstbewusstsein: Zum Dritten werden nur Menschen sich ihrer Sterblichkeit bewusst. Durch das absehbare Sterben können nur Menschen nach einem Sinn des Lebens und einem Leben nach dem Tod fragen. Diese Fragen sind in Philosophie und Religion zentrale und wiederkehrende Themen. Spiegeltests weisen jedoch darauf hin, dass auch anderen Menschenaffen und einigen anderen Tierarten wenigstens ein Selbstbewusstsein zugeschrieben werden kann.
Geschichte
Der Eintritt der Menschen in die Geschichte im Sinne der Geschichtswissenschaft findet erst mit dem Beginn der Hochkulturen statt.
Mit den Abläufen und Folgen des Zusammenlebens handelnder Menschen beschäftigen sich insbesondere die Soziologie und die Anthropologie, ferner die Soziobiologie und die Biosoziologie.
Bildung
„Der Mensch wird nicht geboren, sondern erzogen! …“, so der Humanist Erasmus von Rotterdam, der in vielen seiner Bücher den Menschen Bildung vermitteln wollte: „… Nichts ist naturgemäßer als Tugend und Bildung – ohne sie hört der Mensch auf, Mensch zu sein“. Ähnlich argumentierten seit der griechischen Philosophie viele Geisteswissenschaftler und Philosophen, die in den meist „ungebildeten“ Menschen den Homo insipiens eine „Vorstufe“ zu Homo sapiens sahen. Für Friedrich Nietzsche war Homo sapiens allerdings auch nur eine Vorstufe zum idealen Übermenschen.
Recht
Gemäß Artikel 1 des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland ist jeder Mensch, und damit jedes menschliche Leben,[8] Träger der Menschenwürde. Es gibt Gesellschaften, in denen das nicht jeder Mensch ist: In Stammesgesellschaften beispielsweise kann ein Neugeborenes bis zur Anerkennung durch den Vater ohne Rechtsfähigkeit sein; in Staaten mit Sklaverei galten Sklaven zuweilen als „Sachen“ u. a.
Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen soll in jedem Staat einen Grundstatus vorgeben. Gemäß diesem Menschenbild besitzt jeder einzelne Mensch von Geburt an eine besondere, unantastbare und unveräußerliche Würde. Aus diesem Grund hat jeder Einzelne bestimmte Rechte, zum Beispiel das Recht auf Leben, auf körperliche Unversehrtheit, auf Religionsfreiheit und auf Meinungsfreiheit sowie auf einen angemessenen Arbeitslohn. Dieses Ideal ist aber nicht überall verwirklicht, denn in vielen Staaten werden Leute ohne Gerichtsverfahren eingesperrt, Gefangene gefoltert, Frauen und Kinder unterdrückt und Menschen leben in Armut. Ferner wird das Grundrecht auf Leben, obgleich mit dem Begriff der Würde eng verknüpft, in keinem Land als unantastbar angesehen, da eine solche Unantastbarkeit mit jeglicher Bewaffnung (Armee, Polizei usw.) im Widerspruch stünde. Zum Grundrecht auf Leben siehe auch die Entscheidung des deutschen Bundesverfassungsgerichts zum Abschießen von durch Terroristen entführten Flugzeugen [9].
Manche Kulturkreise und Religionen kennen keine allgemeingültigen Menschenrechte. Insbesondere im Judentum, Christentum, Islam, der indischen und der chinesischen Kultur gibt es Strömungen, die einen Unterschied zwischen „Gläubigen“ und „Ungläubigen“ oder zwischen den Rechten des Mannes und denen der Frau machen.
Religion
Der Mensch kann selbst sowohl als glaubendes, betendes und Riten ausübendes Subjekt handeln, als auch Objekt religiöser Riten und Anbetungen sein. In einer Vielzahl von Religionen gilt er als direkte (und größte) Schöpfung eines oder mehrerer Götter.
Religionen und religiöse Motive haben nahezu die gesamte bekannte Geschichte des Menschen begleitet, zuerst als Verehrung von Naturkräften und Ahnenkult, dann als Polytheismus und Monotheismus. Dies führte zu der philosophischen Frage, inwieweit Religiosität zu den spezifischen Merkmalen des Menschen gehöre.
Wissenschaft und andere Kategorien
Ob „Wissenschaft“ (bzw. präziser: „Wissenschaftlichkeit“) eine eigene Kategorie des Menschlichen bildet, die eventuell den genannten noch übergeordnet werden kann, ist umstritten.[10] Es scheint jedenfalls Erkenntnisse zu geben, die unabhängig von religiöser bzw. rechtlicher Interpretation direkt „beweisbar“ sind, wobei die Begriffe des Erkennens bzw. der „Logik“ den Kategorien des „Handelns“ noch überzuordnen wären. Man gerät so jedenfalls automatisch in Grundfragen der Philosophie. Andere wichtige Kategorien (z. B. Kunst, Musik und Literatur) sind ästhetischer Natur.
Wissenschaftlicher Name (Homo sapiens) und nomenklatorischer Typus
Der wissenschaftliche Name des Menschen Homo sapiens Linnæus, 1758 wurde auf Seite 20 in seinem Werk Systema naturae beschrieben. Es ist die erste Tierart, die Linnæus dort aufgelistet hat, jedoch handelt es sich bei Homo sapiens nicht um die allererste gültig beschriebene Tierart der modernen Wissenschaft (diese Ehre kommt einer schwedischen Spinne Araneus angulatus zuteil, die Clerck 1757 beschrieben hatte[11]).
Carl von Linné hatte, als er den Menschen 1758 in dem Werk Systema Naturae beschrieb, sich nicht wie nach 1999 vorgeschrieben[12] auf ein bestimmtes Individuum als wissenschaftliches Belegexemplar bezogen (Holotypus), dies war in dieser Zeit noch nicht üblich. Er wäre auch sicherlich der Ansicht gewesen, dass der Mensch dem Menschen („Homo nosce te ipsum“) bekannt sei und es daher eines solchen Exemplars nicht bedurfte. Der Botaniker William Thomas Stearn erklärte 1959 Carl von Linné selbst („Linnaeus himself“) zum Lectotypus der Art Homo sapiens[13]. Diese Festlegung ist nach den heute gültigen Regeln korrekt[14]. Carl von Linnés sterbliche Überreste (sein im Dom von Uppsala bestattetes Skelett) sind daher der nomenklatorische Typus der modernen menschlichen Art[15].
1993 erklärte der Paläontologe und Dinosaurierforscher Robert T. Bakker, er wolle den Schädel des Paläontologen Edward Drinker Cope als Typusexemplar des Homo sapiens durch „subsequent designation“ eines Lectotypus festgelegen. Als Verehrer Copes wolle er damit dessen letzten Willen entsprechen. Eine Festlegung als Lectotypus widerspräche neben der Prioritätsregel[16] auch der Regel im Nomenklaturcode, nach der nur solche Exemplare als Lectotypus gewählt werden können, die Teil der ursprünglichen Typusserie waren[17], Linné (1707–1778) hatte Cope (1840–1897) jedoch nicht gekannt. Bakker hätte einen Neotypus festlegen können, unter der Voraussetzung, dass der bisherige Lectotypus nachweislich verlorengegangen ist[18] und es eine ausdrücklich formulierte außergewöhnliche Notwendigkeit dazu gegeben hätte[19]. Da die Identität von Homo sapiens derzeit aber nicht in Zweifel steht, wäre eine solche Neotypusfestlegung von vornherein nicht gültig[20]. Für einen Neotypus gelten weitere strenge Voraussetzungen, die Cope alle nicht erfüllt, beispielsweise müsste dieser aus Schweden kommen[21] und es müsste die Forschungsinstitution benannt werden, in der der Neotypus aufbewahrt ist[22] – der Schädel von Cope scheint in der betreffenden Museumssammlung derzeit gar nicht mehr auffindbar zu sein. Bakkers beabsichtigte Typusfestlegung ist von ihm selbst nicht gültig publiziert worden, sondern wurde lediglich in dem Buch Hunting Dinosaurs von Psihoyos & Knoebber (1994)[23] zitiert[24], was für sich genommen einer gültigen Typusfestlegung jedoch nicht im Weg stehen würde.
Ausgehend von der Bezeichnung der biologischen Art des Menschen, Homo sapiens, haben sich in anderen Wissenschaftsbereichen zahlreiche daran angelehnte Benennungen etabliert.
Siehe auch
Person
Philosophische Anthropologie, Zoon politikon
Menschenbild, Rassentheorien
Kategorie:Menschlicher Rekord
Literatur
Göran Burenhult u. a. – Die ersten Menschen. Die Ursprünge des Menschen bis 10.000 vor Christus, Jahr-Verlag, Hamburg 2000, ISBN 3-8289-0741-5.
Charles Darwin – Die Abstammung des Menschen, Schweizerbart, Stuttgart 1871 (erste deutsche Übersetzung des englischen Originaltextes), Fischer Taschenbuch, Frankfurt am Main 2005, ISBN 3-596-50900-9.
Konrad Kunsch, Steffen Kunsch – Der Mensch in Zahlen. Eine Datensammlung in Tabellen mit über 20000 Einzelwerten, 3. Aufl. Spektrum Akademischer Verlag 2006, ISBN 3-8274-1731-7.
Friedemann Schrenk: Die Frühzeit des Menschen. Der Weg zum Homo sapiens. C. H. Beck, 5., vollständig neubearbeitete und ergänzte Auflage, München 2008 (C.H.Beck Wissen), ISBN 978-3-406-57703-1.
Joachim Schüring – Von der anderen Art in: Abenteuer Archäologie. Kulturen, Menschen, Monumente, Spektrum der Wissenschaft Verl.-Ges., Heidelberg 2006,1, 32ff. ISSN 1612-9954 (zu Neandertaler und Mensch, out of africa und Genanalyse).
Weblinks
Commons: Mensch – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
Wiktionary: Mensch – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wikiquote: Mensch – Zitate
Vergleich von Menschenaffen und Menschen
Die Stammesgeschichte des Menschen
Vom Gejagten zum Jäger
Tucholsky-Satire „Der Mensch“
Homo sapiens in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN
Einzelnachweise
↑ Ian McDougall u. a.: Stratigraphic placement and age of modern humans from Kibish, Ethiopia. In: Nature, Band 433, 2005, S. 733–736, doi:10.1038/nature03258
↑ Jan E. Janečka et al.: Molecular and Genomic Data Identify the Closest Living Relative of Primates. Science, Band 318, 2007, S. 793
↑ NCBI MapViewer Statistics
↑ UniProt Suchergebnis
↑ Richard E. Green et al.: A draft sequence of the Neandertal Genome. Science, Band 328, 2010, S.710–722, doi:10.1126/science.1188021
↑ Hans-Peter Krüger, Gesa Lindemann: Philosophische Anthropologie im 21. Jahrhundert: Wer oder was ist der Mensch? – Paradigma der philosophischen Anthropologie heute. S. 15ff.
↑ Martin Balluch: Kontinuität von Bewusstsein – Das naturwissenschaftliche Argument für Tierrechte. Guthmann-Peterson, 2005.
↑ BVerfG, Urteil vom 25. Februar 1975, Az. 1 BvF 1/74, 1 BvF 2/74, 1 BvF 3/74, 1 Bvf 4/74, 1 BvF 5/74, 1 BvF 6/94, BVerfGE 39, 1ff., Rn 187
↑ Das Bundesverfassungsgericht
↑ Siehe die Kategorien der Philosophie.
↑ Seite 22 in Clerck, C. 1757. Svenska Spindlar uti sina hufvud-slågter indelte samt under några och sextio särskildte arter beskrefne och med illuminerade figurer uplyste. - Aranei Svecici, descriptionibus et figuris æneis illustrati, ad genera subalterna redacti, speciebus ultra LX determinati. - pp. [1-8], 1-154, pl. 1-6. Stockholmiæ. (L. Salvii).
↑ ICZN Code Art. 16.4
↑ Seite 4 in Stearn, W. T. 1959. The Background of Linnaeus's Contributions to the Nomenclature and Methods of Systematic Biology. - Systematic Zoology 8 (1): 4–22, online
↑ ICZN Code Art. 74.1 (Teil der Syntypenserie), 74.3 (individuelle Lectotypus-Festlegung), 74.5 (Verwendung der Formulierung „the type“)
↑ Not my type
↑ ICZN Code Art. 74.1.1
↑ ICZN Code Art. 74.1
↑ ICZN Code Art. 75.1
↑ ICZN Code Art. 75.3
↑ ICZN Code Art. 75.2
↑ ICZN Code Art. 75.3.6
↑ ICZN Code Art. 75.3.7
↑ Psihoyos, L. & Knoebber, J. 1994. Hunting dinosaurs. - pp. I-XVII [= 1-17], 1-267. London. (Cassell).
↑ Homo sapiens lectotype
DGAP-News: Mensch und Maschine Software SE discloses preliminary 2010 figures
DGAP-News: Mensch und Maschine Software SE / Key word(s): PreliminaryResultsMensch und Maschine Software SE discloses preliminary 2010 figures01.02.2011 / 18:37Q4/2010: Strong sales growth and operating profit leap- Full year 2010: Sales +19% / …
mensch: Definition from Answers.com
mensch or mensh n. Informal , pl. , mensches , or menschen . A person having admirable characteristics, such as fortitude and firmness of purpose:
01.02.2011 - PRESS RELEASE: Mensch und Maschine Software SE discloses preliminary 2010 figures
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Mensch | Define Mensch at Dictionary.com
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Mensch Artist: Herbert Grönemeyer Rating: Release Date: August 30, 2002 Type: Lyrics are included with the album Genre: Rock Review Mensch is the
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Religion Notes
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Laura DeWalt is studying bio-behavioral science.



















