Äquatorialguinea
1066
1492
Afrika
Albanien
Alghero
Ancona
Andorra
Angevin
Anglonormannisch
Angola
Antillen
Aostatal
Apenninen
Aragón
Aragonesische Sprache
Aranesische Sprache
Aromunische Sprache
Asturien
Asturische Sprache
Asturleonesische Sprache
Ausgestorbene Sprache
Auvergnatische Sprache
Auvergne
Bündnerromanisch
Balearische Inseln
Balkanromanische Sprachen
Belgien
Belize
Brasilien
Bretagne
DR Kongo
Dakorumänisch
Dalmatische Sprache
Dialekt
Diglossie
Dubrovnik
Elfenbeinküste
Elsass
Emilia-Romagna
Emilianisch
England
Esperanto
Extremadurische Sprache
Franko-Provenzalische Sprache
Frankoprovenzalisch
Frankreich
Französische Sprache
Friaul
Furlanisch
Furlanische Sprache
Galicien
Galicische Sprache
Gallo
Galloitalienisch
Galloromanisch
Galloromanische Sprachen
Garonne
Gascognische Sprache
Georg Bossong
Gespanschaft Istrien
Graubünden
Griechenland
Guernsey
Guinea-Bissau
Guyana
Iberoromanische Sprachen
Idiom
Indogermanische Sprachen
Interlingua (Plansprache)
Islamische Expansion
Israel
Istrien
Istriotische Sprache
Istrorumänische Sprache
Italien
Italienische Sprache
Italische Sprachen
Izola
Jèrriais
Jersey
Joachim Grzega
Kalabrien
Kampanien
Kanada
Kanton (Schweiz)
Kanton Tessin
Kap Verde
Katalanische Sprache
Katalonien
Kontinuum
Koper
Korsika
Korsisch
Korsische Sprache
Kosovo
Kreolsprache
Krk
Kroatien
La Spezia
1066
1492
Afrika
Albanien
Alghero
Ancona
Andorra
Angevin
Anglonormannisch
Angola
Antillen
Aostatal
Apenninen
Aragón
Aragonesische Sprache
Aranesische Sprache
Aromunische Sprache
Asturien
Asturische Sprache
Asturleonesische Sprache
Ausgestorbene Sprache
Auvergnatische Sprache
Auvergne
Bündnerromanisch
Balearische Inseln
Balkanromanische Sprachen
Belgien
Belize
Brasilien
Bretagne
DR Kongo
Dakorumänisch
Dalmatische Sprache
Dialekt
Diglossie
Dubrovnik
Elfenbeinküste
Elsass
Emilia-Romagna
Emilianisch
England
Esperanto
Extremadurische Sprache
Franko-Provenzalische Sprache
Frankoprovenzalisch
Frankreich
Französische Sprache
Friaul
Furlanisch
Furlanische Sprache
Galicien
Galicische Sprache
Gallo
Galloitalienisch
Galloromanisch
Galloromanische Sprachen
Garonne
Gascognische Sprache
Georg Bossong
Gespanschaft Istrien
Graubünden
Griechenland
Guernsey
Guinea-Bissau
Guyana
Iberoromanische Sprachen
Idiom
Indogermanische Sprachen
Interlingua (Plansprache)
Islamische Expansion
Israel
Istrien
Istriotische Sprache
Istrorumänische Sprache
Italien
Italienische Sprache
Italische Sprachen
Izola
Jèrriais
Jersey
Joachim Grzega
Kalabrien
Kampanien
Kanada
Kanton (Schweiz)
Kanton Tessin
Kap Verde
Katalanische Sprache
Katalonien
Kontinuum
Koper
Korsika
Korsisch
Korsische Sprache
Kosovo
Kreolsprache
Krk
Kroatien
La Spezia
Die romanischen Sprachen bilden einen Zweig der indogermanischen Sprachen. Es gibt etwa 15 romanische Sprachen mit rund 700 Mio. Muttersprachlern, 850 Mio. inklusive Zweitsprechern. Die sprecherreichsten romanischen Sprachen sind Spanisch (330 Mio. Sprecher, 415 Mio. inklusive Zweitsprecher), Portugiesisch (216 Mio.), Französisch (80 Mio., 265 Mio. inklusive Zweitsprecher), Italienisch (62 Mio.) und Rumänisch (28 Mio.). [1]
Im Gegensatz zu den meisten anderen Sprachgruppen ist die Ursprache des Romanischen gut bezeugt: es handelt sich um das gesprochene Latein der Spätantike (Volkslatein oder Vulgärlatein). Das Lateinische selbst gilt nicht als romanische Sprache, sondern wird zu den italischen Sprachen gerechnet, von denen mit den romanischen Sprachen nur das Lateinische heute noch „Nachkommen“ hat.
Die romanischen Weltsprachen. Dunkle Farbtöne stellen offiziellen Sprachstatus dar, helle eine inoffizielle, aber weite Verbreitung.
Span.
Portugies.
Französ.
Italien.
Rumän.
Inhaltsverzeichnis
1 Heutige Standardsprachen
2 Romanische Sprachen nach Untergruppen
2.1 Iberoromanische Sprachen
2.2 Galloromanische Sprachen
2.3 Rätoromanische Sprachen
2.4 Italoromanische Sprachen
2.5 Sardisch
2.6 Balkanromanische Sprachen
3 Ausgestorbene romanische Sprachen
4 Kreolsprachen auf romanischer Grundlage
5 Plansprachen auf teilweise romanischer Grundlage
6 Sprachvergleich
7 Literatur
7.1 Umfassende wissenschaftliche Werke
7.2 Kürzere Einführungen
8 Weblinks
9 Siehe auch
Bearbeiten Heutige Standardsprachen
Die heutigen romanischen Standardsprachen sind:
Sprache
Verbreitung
Muttersprachler
Spanisch (castellano, español)
Spanien, Nord-, Mittel- und Südamerika (außer Brasilien, Guyana, Surinam, Belize), Äquatorialguinea, Teile der Philippinen
352.000.000
Portugiesisch (português)
Portugal, Brasilien, Angola, Äquatorialguinea, Mosambik, Osttimor, Kap Verde, Guinea-Bissau, São Tomé und Príncipe, Macao
216.000.000
Französisch (français)
Frankreich, Belgien (Region Wallonien), westliche Kantone (Romandie) der Schweiz, Antillen, Kanada (Québec, Teile von Ontario und Neubraunschweig), in ehemaligen französischen und belgischen Kolonien Afrikas (vor allem Elfenbeinküste und DR Kongo)
80.000.000
Italienisch (italiano)
Italien, Schweiz (Tessin und südliches Graubünden), San Marino, Vatikanstadt, Kroatien (Gespanschaft Istrien), Slowenien (Koper, Piran, Izola)
70.000.000
Rumänisch (oder Moldauisch; română)
Rumänien, Moldawien, Serbien (Vojvodina und Timočka Krajina) und andere Länder in Osteuropa und Naher Osten (unter anderem Ukraine und Israel) [2]
28.000.000
Katalanisch (català)
Katalonien (Spanien) einschließlich des Roussillon (Südfrankreich), Andorra, Balearen, Valencia und auf Sardinien in der Stadt L'Alguer/Alghero
8.200.000
Galicisch (galego)
Galicien (Spanien)
3.000.000
Okzitanisch (occitan)
südliches Drittel Frankreichs, Randgebiete Italiens (piemontesische Alpen) und Spaniens (Val d'Aran in Katalonien )
2.800.000
Sardisch (sardo)
Sardinien (Italien)
1.200.000
Furlanisch (furlan)
Friaul (Italien)
350.000
Rätoromanisch (Bündnerromanisch; Rumantsch/Romontsch/Rumauntsch)
Schweizer Kanton Graubünden
60.000 (wovon in Graubünden 27.000)
Ladinisch (ladin)
Italien (Südtirol, Trentino, Venetien)
40.000
Aragonesisch (aragonés)
Aragonien (Spanien)
Status als Standard umstritten
12.000
Bearbeiten Romanische Sprachen nach Untergruppen
Die heutige Ausbreitung romanischer Sprachen in Europa
Das romanische Sprachareal in Europa und dessen Hauptgruppen
Die romanischen Sprachen lassen sich nach teilweise systemlinguistischen, teilweise geographischen Kriterien in mehrere Untergruppen einteilen. Bei der folgenden Liste der romanischen Sprachen ist zu beachten, dass bei vielen romanischen Idiomen die Aufzählung schwierig ist, da sie je nach Quelle mal als eigenständige Sprachen, mal als Dialekte geführt werden. Das hängt damit zusammen, dass sie nicht über eine einheitliche Standardsprache verfügen, sondern überwiegend neben einer anderen Standardsprache vor allem in informellen Kontexten verwendet werden (Diglossie).
Mit Ausnahme des Sephardischen und des Anglonormannischen handelt es sich bei den hier aufgezählten um Sprachformen, die sich direkt und in ungebrochener zeitlicher Kontinuität aus dem gesprochenen Latein entwickelt haben. Sie bilden in Europa mit Ausnahme des Rumänischen auch ein räumliches Kontinuum. Man spricht aufgrund der zeitlichen und räumlichen Kontinuität auch von Romania continua.
Die wichtigste Unterscheidung unter den romanischen Sprachen auf dem Gebiet der historischen Lautlehre und Morphologie ist die zwischen ost- und westromanischen Sprachen. Zum Westromanischen werden das gesamte Iberoromanische und Galloromanische sowie die norditalienischen Varietäten gerechnet, zum Ostromanischen das Italienische (mit Ausnahme der norditalienischen Varietäten) und das Balkanromanische. Die Stellung der rätoromanischen Sprachen (Bündnerromanisch, Ladinisch und Furlanisch) in dieser Klassifikation ist strittig. Das Sardische wird meist ganz von dieser Unterscheidung ausgenommen, da es keiner der beiden Gruppen klar zugeordnet werden kann.
Bearbeiten Iberoromanische Sprachen
Zum Iberoromanischen gehören die spanische, die portugiesische und die galicische Standardsprache (letztere werden manchmal zu einem Diasystem zusammengefasst). Die Stellung des im Nordosten der Iberischen Halbinsel gesprochenen Katalanischen (einschließlich des Valencianischen) ist umstritten, es nimmt eine Übergangsstellung zwischen dem Iberoromanischen und dem Galloromanischen ein. Außerdem gehören zu den iberoromanischen Sprachen:
Aragonesisch im Norden der Region Aragón in Spanien
Asturleonesisch in der Region Asturien und der Provinz León in Spanien. Eng mit diesem verwandt ist das Mirandesische (Mirandês) im Nordosten Portugals, das dort lokale Amtssprache ist.
Sephardisch, die Sprache der nach 1492 aus Spanien vertriebenen Sepharden, wird noch heute in der Türkei, in Israel und in New York gesprochen.
Bearbeiten Galloromanische Sprachen
Auf fast dem gesamten Gebiet der galloromanischen Sprachen wird heute die französische Standardsprache verwendet. Nach systemlinguistischen Kriterien kann man die galloromanischen Sprachen zu drei Gruppen zusammenfassen:
Langues d’oïl. Zu diesen gehören neben dem Französischen mehrere enger mit diesem verwandte Dialekte, die von manchen auch als eigene Sprachen angesehen werden:
Picardisch in Nordfrankreich und Belgien
Wallonisch in Nordostfrankreich und Belgien
Anglonormannisch, die Sprache der normannischen Oberschicht im mittelalterlichen England nach 1066
Normannisch in Nordwestfrankreich und den Kanalinseln (Jèrriais auf der Insel Jersey, Dgèrnésiais auf der Insel Guernsey und Sercquiais auf der Insel Sark)
Gallo im östlichen Teil der Bretagne
Angevin in Westfrankreich
Lothringisch in den lothringischen Départements Moselle, Meurthe-et-Moselle und Vosges, ein Unterdialekt ist Welche im Elsass.
Franko-Provenzalisch. Unter diesem Begriff werden von Linguisten die Dialekte des mittleren Rhônetales, des größten Teiles der französischsprachigen Schweiz (Romandie), Savoyens und des Aostatales zusammengefasst. Eine Standardsprache oder ein eigenständiges Sprachbewusstsein existiert jedoch nicht, als Schriftsprache wird hier von Alters her das Französische verwendet.
Okzitanisch oder Langue d’oc in Südfrankreich (Okzitanien), den Alpen Nordwestitaliens und der Val d'Aran in Katalonien. Dieses muss aufgrund des Systemabstandes auf alle Fälle als eigenständige romanische Sprache klassifiziert werden, besitzt jedoch keine allgemein anerkannte Standardvarietät:
Auvergnatisch in der Auvergne
Gascognisch in Südwestfrankreich zwischen der Garonne und den Pyrenäen sowie in der Val d'Aran; in der Val d'Aran ist die lokale Varietät, das Aranesische, lokale Amtssprache.
Languedokisch im Languedoc
Limousinisch im Limousin
Nissart im Gebiet um Nizza (wird oft auch zum Provenzalischen gezählt)
Provenzalisch in der Provence (die Bezeichnung Provenzalisch wurde früher auch für das Okzitanische als Ganzes verwendet)
Die Abgrenzung des Galloromanischen zum Iberoromanischen und zum Italoromanischen innerhalb des romanischen Dialektkontinuums ist nicht eindeutig. Das Katalanische nimmt eine Übergangsstellung zwischen Galloromanisch und Iberoromanisch ein, die galloitalienischen Varietäten haben rein systemlinguistisch betrachtet mehr mit dem Galloromanischen gemeinsam als mit dem übrigen Italoromanischen, zu dem sie aus geographischen und kulturgeschichtlichen Gründen meist gezählt werden. Die enge Verzahnung mit dem Romanischen des heutigen Frankreichs wird aber beispielsweise in den gallischen/keltischen Reliktwörtern des Galloitalienischen deutlich, die zum größten Teil auch im keltischen Reliktwortschatz der Transalpina zu finden sind.[3]
Bearbeiten Rätoromanische Sprachen
Unter der Bezeichnung alpenromanische oder rätoromanische Sprachen werden manchmal das Furlanische, das Bündnerromanische und das Ladinische zusammengefasst. Sie sind von den galloitalienischen Idiomen gleichsam abgesondert worden, nachdem diese bzw. ihre Sprecher sich mehr südlich an den zentralitalienischen Mundarten orientierten.
Bearbeiten Italoromanische Sprachen
Die einzige italoromanische Standardsprache ist das Italienische. Die übrigen italoromanischen Sprachen gehören mit Ausnahme des Korsischen und des Monegassischen alle zum Geltungsbereich der italienischen Standardsprache und werden deshalb oft auch als italienische Dialekte klassifiziert. Sie lassen sich in drei Untergruppen einteilen, zwischen denen große Unterschiede bestehen:
Die Varietäten der nördlichen Gruppe nehmen eine Übergangsstellung zum Galloromanischen ein. Während das Venetische größere Gemeinsamkeiten mit dem übrigen Italoromanischen aufweist, haben die übrigen norditalienischen Varietäten, die zusammenfassend auch als Galloitalienisch bezeichnet werden, auf dem Gebiet der Lautentwicklung, der Morphologie und des Wortschatzes mehr mit dem Galloromanischen gemeinsam als mit dem übrigen Italoromanischen. Zur nördlichen Gruppe gehören:
Emilianisch in der Emilia-Romagna
Ligurisch in Ligurien; eine ligurische Varietät ist auch das Monegassische in Monaco
Lombardisch in der Lombardei
Piemontesisch im Piemont
Venezianisch in der Region Venetien in Nordostitalien
Mittelitalienische Varietäten werden in den Regionen Toskana und Umbrien und im größten Teil von Latium und Marken gesprochen. Die Grenze zu den norditalienischen Varietäten folgt ungefähr der Linie La Spezia – Rimini, die Grenze zu den süditalienischen Varietäten der Linie Rom – Ancona. Sie bilden die Grundlage der italienischen Standardsprache. Das Korsisch auf Korsika, das dort neben dem Französischen auch in begrenztem Maße offizielle Anerkennung erlangt hat, gehört systemlinguistisch betrachtet auch zu den mittelitalienischen Varietäten, hat jedoch aus geographischen und kulturgeschichtlichen Gründen eine Sonderstellung.
Die süditalienischen Varietäten werden in der südlichen Hälfte der Apenninhalbinsel und auf Sizilien gesprochen. Am bekanntesten sind das Neapolitanische in Kampanien und einigen benachbarten Landstrichen, die vielfältigen und für Standarditalienischsprecher praktisch unverständlichen kalabresischen Dialekte in Kalabrien und das Sizilianisch auf Sizilien.
Das Istriotische wird im Südwesten Istriens gesprochen und mitunter auch als eigenständige Sprache bezeichnet.
Bearbeiten Sardisch
Das Sardische auf Sardinien lässt sich keiner der Untergruppen zuordnen. Es besitzt derzeit keine einheitliche Standardsprache, muss jedoch aufgrund seines Systemabstandes zu den übrigen romanischen Sprachen auf alle Fälle als eigenständige Sprache klassifiziert werden.
Bearbeiten Balkanromanische Sprachen
Zur Balkanromanischen Sprachgruppe gehört als einzige Standardsprache das Rumänische (auch als Dakorumänisch bezeichnet). Die offiziell als Moldauisch bezeichnete Amtssprache Moldawiens ist bis auf wenige Unterschiede mit der rumänischen Standardsprache identisch.
Zur Gruppe der Balkanromania gehören zudem mehrere in Südosteuropa gesprochene Kleinsprachen:
Aromunisch (auch Mazedorumänisch) in Nordgriechenland, Mazedonien, Albanien, Kosovo
Istrorumänisch im Nordosten Istriens (Kroatien)
Meglenorumänisch in der Meglen-Ebene an der Grenze zwischen Griechenland und Mazedonien.
Bearbeiten Ausgestorbene romanische Sprachen
Heute ausgestorbene romanische Sprachen (Romania submersa, untergegangene Romania) sind:
Dalmatisch an der östlichen Adriaküste (mit den Varianten Vegliotisch auf der Insel Krk (italienisch: Veglia) und Ragusäisch um Dubrovnik (italienisch: Ragusa)
Mozarabisch (im Spanien zwischen der arabischen Eroberung und der Reconquista)
nordafrikanisches Romanisch
Moselromanische Sprache (romanische Sprachinsel im Moseltal)
Bearbeiten Kreolsprachen auf romanischer Grundlage
Manche Linguisten rechnen auch die romanisch-basierten Pidgins und Kreolsprachen zu den romanischen Sprachen. Diese „neuromanischen Sprachen“ (Romania nova) lassen sich einteilen in:
Lingua Franca (Pidgin)
französisch-basierte Kreolsprachen
spanisch-portugiesisch-basierte Kreolsprachen
Siehe auch: Liste der Kreolsprachen
Bearbeiten Plansprachen auf teilweise romanischer Grundlage
Die allermeisten Plansprachen sind eine reformierte romanische Sprache oder eine Synthese aus mehreren. Unter der sogenannten naturalistischen Richtung versteht man eben solche Plansprachen. Das bekannteste und wichtigste Beispiel ist Interlingua von 1951. Aber auch das Esperanto der sogenannten autonomen Richtung hat seinen Wortschatz zu mehr als drei Vierteln aus dem Lateinischen und romanischen Sprachen, vor allem dem Französischen.
Bearbeiten Sprachvergleich
Grammatikalische und Wortähnlichkeiten innerhalb der romanischen Sprachen bzw. zwischen diesen und dem Latein zeigen die folgenden Beispielsätze:
Klassisches Latein
Semper fenestra clausa femina cenat.
Vulgärlatein
Ea semper fenestram claudit antequam cenet.
Latein in "romanischerem Satzbau"
(Illa) claudit semper fenestram ante quam cenat (oder: ante cenam = vor dem Mahl).
aragonesisch
Ella tranca (zarra) siempre la finestra antis de zenar.
leonesisch
Ella piecha siempres la fiestra primeiru de xintare.
asturisch
Ella pieslla siempre la ventana (feniestra) primero de cenar.
extremadurisch
Ella siempri afecha la ventana enantis de cenal.
lombardisch
(Lé) la sèra sèmper sö la finèstra prima de senà.
Mailänder Dialekt
(Lee) la sara semper su la finestra primma de disnà.
katalanisch
Ella tanca sempre la finestra abans de sopar.
französisch
Elle ferme toujours la fenêtre avant de dîner (souper).
galizisch
Ela pecha sempre a fiestra (xanela) antes de cear.
italienisch
(Lei) chiude sempre la finestra prima di cenare.
mirandesisch
Eilha cerra siempre la bentana (jinela) atrás de jantar.
neapolitanisch
Chella chiude (’nzerra) sempe ’a fenesta primm’ ’e mangià.
okzitanisch
Barra totjorn la fenèstra abans de sopar.
piemontisch
Chila a sara sèmper la fnestra dnans da fé sin-a.
portugiesisch
Ela fecha sempre a janela antes de jantar.
römisch (Stadtdialekt Roms)
(Quella) chiude sempre ’a finestra prima de magnà.
rumänisch
Ea închide totdeauna fereastra înainte de cina.
rätoromanisch (romantsch)
Ella clauda (serra) adina la fanestra avant ch’ella tschainia.
sardisch
Issa semper serrat su balcone antes de chena.
sizilianisch
Idda chjùi sempri a finestra avànti chi mmància.
spanisch
Ella siempre cierra la ventana antes de cenar (comer).
venetisch
Ła sera sempre ła finestra prima de senar.
wallonisch
Ele sere todi li finiesse divant di soper.
Übersetzung
Sie schließt immer das Fenster, bevor sie zu Abend isst.
Auch die folgende Übersicht macht Ähnlichkeiten, aber auch Unterschiede im Wortschatz deutlich.
Latein (Nomen im Nominativ und Akkusativ)
Französisch
Italienisch
Spanisch
Okzitanisch
Katalanisch
Portugiesisch
Rumänisch
Sardisch
Korsisch
Frankoprovenzalisch
Deutsche Übersetzung
clavis/clavem
clé
chiave
llave
clau
clau
chave
cheie
crae
chjave/chjavi
clâ
Schlüssel
nox/noctem
nuit
notte
noche
nuèch (nuèit)
nit
noite
noapte
notte
notte/notti
nuet
Nacht
cantare
chanter
cantare
cantar
cantar (chantar)
cantar
cantar
cânta
cantare
cantà
chantar
singen
capra/capram
chèvre
capra
cabra
cabra (chabra, craba)
cabra
cabra
capra
cabra
capra
cabra / chiévra
Ziege
lingua/linguam
langue
lingua
lengua
lenga
llengua
língua
limbă
limba
lingua
lenga
Sprache
platea/plateam
place
piazza
plaza
plaça
plaça
praça
piaţă
pratza, pratha
piazza
place
Platz
pons/pontem
pont
ponte
puente
pont (pònt)
pont
ponte
pod
ponte
ponte/ponti
pont
Brücke
ecclesia/ecclesiam
église
chiesa
iglesia
glèisa (glèia)
església
igreja
biserică
creia, cresia
ghjesgia
églésé
Kirche
hospitalis/hospitalem
hôpital
ospedale
hospital
espital (espitau)
hospital
hospital
spital
ispidale
spedale/uspidali
hèpetâl
Hospital
caseus/caseum
Vulgärlateinisch formaticum
fromage
formaggio
queso
formatge (hormatge)
formatge
queijo
caş
casu
casgiu
tôma / fromâjo
Käse
Bearbeiten Literatur
Bearbeiten Umfassende wissenschaftliche Werke
Georg Bossong: Die romanischen Sprachen. Eine vergleichende Einführung. Buske, Hamburg 2008.
Martin Harris, Nigel Vincent (Hrsg.): The Romance Languages. Oxford University Press, London 1988.
Günter Holtus / Michael Metzeltin / Christian Schmitt: Lexikon der Romanistischen Linguistik. Niemeyer, Tübingen 1988-2005 (12 Bände).
Rebecca Posner: The Romance Languages. Cambridge University Press, Cambridge 1996.
Lorenzo Renzi: Einführung in die romanische Sprachwissenschaft. Narr, Tübingen 1981. (Verbesserte italienische Auflage: Nuova introduzione alla Filologia romanza. Il Mulino, Bologna 1994.)
Carlo Tagliavini: Einführung in die romanische Philologie. Francke, Bern 1998. (Erstauflage 1972.)
Bearbeiten Kürzere Einführungen
Alwin Kuhn: Die romanischen Sprachen. Francke, Bern 1951.
Petrea Lindenbauer / Michael Metzeltin / Margit Thir : Die romanischen Sprachen. Eine einführende Übersicht. G. Egert, Wilhelmsfeld 1995.
Michael Metzeltin: Las lenguas románicas estándar. Historia de su formación y de su uso. Academia de la Llingua Asturiana, Uviéu 2004.
Michael Metzeltin: Erklärende Grammatik der romanischen Sprachen, Satzkonstruktion und Satzinterpretation. Praesens, Wien 2010.
Rainer Schlösser: Die romanischen Sprachen. Beck, München 2001.
Carl Vossen: Mutter Latein und ihre Töchter. Fischer, Frankfurt 1968.
Bearbeiten Weblinks
↑ Saint Ignatius High School, Cleveland, USA: vergleichende Zusammenstellung verschiedener Quellen zur Verbreitung der Weltsprachen (englisch)
↑ Ethnologue Information zur rumänischen Sprache. Siehe auch MSN Encarta
↑ Vgl. dazu Joachim Grzega: Romania Gallica Cisalpina: Etymologisch-geolinguistische Studien zu den oberitalienisch-rätoromanischen Keltizismen. (Beihefte zur Zeitschrift für romanische Philologie 311), Tübingen: Niemeyer 2001.
Bearbeiten Siehe auch
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