Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Ural (Begriffsklärung) aufgeführt. p1p5 Ural Höchster Gipfel Narodnaja (1.895 m) Lage Russland Koordinaten 65° 2′ N, 60° 7′ O65.03333333333360.1166666666671895Koordinaten: 65° 2′ N, 60° 7′ O dep1 Der Ural (russ. Урал, Уральские горы; auch Uralgebirge genannt) ist ein bis 1895 m hohes und knapp 2100 km langes Gebirge, das sich in Nord-Süd-Richtung durch den mittleren Westen Russlands erstreckt und einen Teil der asiatisch-europäischen Grenze darstellt. Inhaltsverzeichnis 1 Geographie 1.1 Lage 1.2 Umgebung des Ural 1.3 Innereurasische Grenze 1.4 Untergliederung 1.5 Berge 1.6 Flüsse 1.7 Ortschaften 1.8 Erzbergbau und Wirtschaft 2 Erdgeschichte 3 Verweise 3.1 Literatur 3.2 Weblinks 3.3 Siehe auch // Bearbeiten Geographie Karte des Ural Bearbeiten Lage Das Uralgebirge, welches Hochgebirgs- und Mittelgebirgscharakter aufweist, befindet sich zwischen der Osteuropäischen Ebene im Westen und dem Westsibirischen Tiefland im Osten. Es erstreckt sich aus Richtung Norden von der Südküste der Karasee, welche ein Teil des Nordpolarmeers ist, anfangs nach Südwesten, biegt nach rund 500 km in Richtung Süden, erreicht bei Jekaterinburg seine größte Breite und endet nach weiteren 1600 km Länge am Uralknie zwischen Orenburg und Orsk an der kasachischen Nordgrenze. Das nördliche Drittel des Urals verläuft etwa parallel zum Ob, einem großen sibirischen Strom, der sich rund 100 km vor seiner Mündung in den Obbusen des Nordpolarmeers dem Uralgebirge bei Labytnangi auf nur zirka 50 km nähert. Der Ural durchzieht 3 Klimazonen und ist trotz knapp 2100 km Länge mit durchschnittlich etwa 50 km Breite sehr schmal. Er ist Quellgebiet vieler Flüsse (siehe unten), zum Beispiel des Flusses Ural. Bearbeiten Umgebung des Ural An das nördliche Ende des Uralgebirges schließt sich in Richtung Nordwesten das Pai-Choi-Gebirge an, das bis zur schmalen Jugorstraße reicht, an deren nördlicher Seite sich die Waigatsch-Insel erstreckt. Nördlich dieser Insel befindet sich die Karastraße, an die sich die Doppelinsel Nowaja Semlja anschließt. Waigatsch und Nowaja Semlja können als die nördlichen Fortsetzungen des Urals und Pai-Choi-Gebirges angesehen werden. Als die südliche Fortsetzung des Uralgebirges kann das in Kasachstan gelegene Mugodschar-Gebirge, das sich etwas südlich des zuvor genannten Uralknies bei Orsk anschließt, betrachtet werden. Weiter südlich befindet sich die Kasachensteppe, an die sich die Aralo-Kaspische Niederung mit Aralsee und Kaspischem Meer anschließen. Bearbeiten Innereurasische Grenze Seit Wassili Nikititsch Tatischtschew bildet das Ural-Gebirge zusammen mit Ural-Fluss einen Großteil des Grenzverlaufs zwischen Europa und Asien. Die „beiden Urale“ teilen somit den Großkontinent Eurasien in zwei ungleich große Kontinente (Fläche 10,2 bzw. 44,5 Mio. km²). Bearbeiten Untergliederung Das knapp 2100 km lange Uralgebirge wird in fünf Teile bzw. direkt ineinander übergehende Gebirgszüge untergliedert, dies sind von Nord nach Süd betrachtet: Geo-Koordinaten (Breitengrad = B; Längengrad = L) Polarural (Poljarny Ural): B = 69 bis 66° Nord, L = 67 bis 62° Ost; nördlich der Narodnaja, des höchsten Berges des Ural Subpolarural (Pripoljarny Ural): B = 66 bis 64° Nord, L = 62 bis 59° Ost; in der Gegend der Narodnaja Nördlicher Ural (Sewerny Ural): B = 64 bis 59° Nord, L = ca. 59° Ost; etwa zwischen Narodnaja und Serow Mittlerer Ural (Sredni Ural): B = 59 bis 56° Nord, L = 58 bis 61° Ost; etwa zwischen Serow und Tscheljabinsk Südlicher Ural (Juschny Ural): B = 56 bis 52° Nord, L = 60 bis 57° Ost; etwa zwischen Tscheljabinsk und Orsk Bearbeiten Berge Im mittleren Norden des Urals befindet sich der mit 1.895 m höchste Gipfel des Gebirges, die Narodnaja. 169 km südlich des Polarkreises, stellt der dortige Teil des Uralgebirges nicht nur klimatisch betrachtet ein Hochgebirge dar. Einige der höchsten Berge (der Höhe nach sortiert) im Überblick: Narodnaja (1.895 m, B = 65°02' Nord, L = 60°07' Ost) Neroika (1.646 m, ~64° Nord), nahe den Petschora-Quellen Jamantau (1.640 m, zwischen 55° und 54° Nord) – südlicher Ural Telpos-Is (1.617 m, ~64° Nord), nahe den Petschora-Quellen Iremel (1.582 m, zwischen 55° und 54° Nord) südlicher Ural Konschakowski Kamen (1.569 m, ~60° Nord), östlich des Kama-Quellgebiets Pajer (1.499 m, ~67° Nord) Deneschkin Kamen (1.492 m, ~60° Nord), östlich des Kama-Quellgebiets Otschenyrd (1.363 m, ~68° Nord) Iserim (1.331 m, ~61° Nord) Osljanka (1.119 m, ~59° Nord), höchster Berg des Mittleren Ural Bearbeiten Flüsse Die wichtigsten im Ural entspringenden Flüsse sind: In Richtung Europa entspringen bzw. fließen: Im Norden des Urals: die zur Petschora fließende Ussa und deren Zuflüsse Im Westen des Urals: einige Quellflüsse der zur Wolga fließenden Kama die nach Südwesten fließende Ufa, Tschussowaja, Koswa, Sylwa die nach Süd, West, Nord fließende Belaja, die bei Ufa das Wasser der Ufa aufnimmt Im Süden des Urals: die zur Ufa fließende Jurjusan die nach Südwesten zum Ural fließende Sakmara (~ 500 km) In Richtung Asien entspringen bzw. fließen: Im Nordosten des Urals: einige direkte, kurze Nebenflüsse des Obs Im Osten des Urals die über die angrenzenden Sümpfe stark mäandrierend abfließenden Flüsse: die nach Nordosten zum Ob fließende Nördliche Soswa (Sewernaja Soswa) die in östliche Richtungen zum Irtysch fließende Loswa und Soswa im Gebiet von Jekaterinburg: die in östliche Richtungen zum Tobol fließende Isset, Tagil, Tawda, Tura und Ui Der eurasische Fluss: im Südosten und Süden des Urals: der nach Süden fließende Ural, der auf der Innereurasischen Grenze verläuft; einer seiner Quellflüsse bildet einen Stausee mit dem Namen Energetik Weitere große Flüsse im Umkreis des Urals sind: Emba und Tobol. Bearbeiten Ortschaften Zu den Städten und größeren Ortschaften am bzw. im Ural gehören: Im Westen (europäische Seite): Norden bis Mitte: Workuta, Inta, Petschora Südwest: Solikamsk, Beresniki, Perm, Slatoust, Ufa, Salawat Im Osten (asiatische Seite; Sibirien): Mitte: Serow, Nischni Tagil, Jekaterinburg (bis 1991 Swerdlowsk), Kamensk-Uralski Südosten: Tscheljabinsk, Miass, Magnitogorsk Im Süden: Orenburg und Orsk (beide am Ural-Fluss). Bearbeiten Erzbergbau und Wirtschaft Im mittleren und südlichen Ural wird eine Reihe von Erzen abgebaut, unter anderem Eisen (beachte den Namen Magnitogorsk) und das Edelmetall Platin. Auch Halb- und Edelsteine werden gewonnen. Zudem fanden sich hier reiche Malachit-Vorkommen, für die der Ural sehr bekannt war. Dieses Mineral wurde außerdem in den umliegenden Städten zu hochwertigem Schmuck weiterverarbeitet, der dank seiner hohen Qualität ebenfalls einen entsprechenden Bekanntheitsgrad besitzt. Der Ural wies neben Zaire, Provinz Shaba (früher Katanga) die weltweit häufigsten und reinsten Vorkommen an Malachit auf. Wie in Mitteleuropa (siehe o.a. Genese und Zechstein) gibt es große Lagerstätten von Mineralsalzen inklusive sehr großer Kalisalzlagerstätten im westlichen Vorland (Solikamsk), und durch das warme Klima während der Gebirgsbildungen auch Kohle, Erdöl und Erdgas. Der Erzreichtum hat ferner zur Entwicklung einiger großer Zentren der Schwerindustrie geführt, wofür beispielsweise die Namen Perm, Jekaterinburg und Magnitogorsk stehen. Allerdings kämpfen sie seit dem Ende der Sowjetunion teilweise mit wirtschaftlichen Problemen. Bearbeiten Erdgeschichte Der Ural wurde bereits im mittleren und späten Paläozoikum aufgefaltet. Für sein Alter von 300 bis 250 Millionen Jahren ist das Gebirge noch ungewöhnlich hoch. Die erste Gebirgsbildung setzte in den Erdzeitaltern des Devon und Karbon ein; vorher (im Kambrium, vor etwa 500 Mill. Jahren) erstreckte sich der so genannte Ural-Ozean zwischen den damaligen Urkontinenten Sibiria (heutiges Nordasien) und Fennosarmatia (Teile des heutigen Nord- und Osteuropa). Die variszische Orogenese erreichte durch die West-Verschiebung von Gondwana einen Höhepunkt und erzeugte die Appalachen und den Ural. Im Perm (290 bis 248 Ma vor heute) vereinigten sich durch Kollisionen der großen Kontinentalplatten alle Kontinente der Erde zu einem einzigen „Urkontinent“ Pangaea. Im Uralgebiet betraf dies vor allem Laurasia und Sibiria sowie die Lithosphäre unter dem heutigen Kasachstan. Der neue Superkontinent war vom Urozean Panthalassa umgeben; Mitteleuropa lag damals fast am Äquator und sein Wüstenklima führte zur Bildung mächtiger Salzlagerstätten. Als später die Tethys von Osten her in Pangaea eindrang, kam es vor etwa 250 Mill. Jahren zur Extrusion kontinentaler Plateaubasalte in Sibirien, mit der ein Massensterben zusammenhängen dürfte. Im Oberperm begann in Europa die Abtragung der variszischen Gebirge und eine weiträumige Meerestransgression (siehe auch Zechsteinmeer und Geologie von Polen). Durch Vorstoß des arktischen Meeres nach Mitteleuropa bestand im Gebiet des späteren Ural eine Ozeanverbindung zur Tethys. Aus ihr faltete sich im Übergang vom Paläo- zum Mesozoikum das Uralgebirge auf. Gleichzeitig entstanden in Südeuropa mächtige Kalksedimente, die heute Teile der Alpen bilden, und auch die lange Geosynklinale der späteren Anden. Diese großtektonischen Vorgänge sind eine wesentliche Ursache für den Erzreichtum des Ural – siehe auch die Artikel Erzgang und Paläozoikum. Bearbeiten Verweise Bearbeiten Literatur W.W. Ez, D.J. Gaft, B.I. Kusnesow: Morfologija i uslowija obrasowanija geolomorfnoj skladtschatosti na primere: Zilairskogo sinklinerija Južnogo Urala, Published Moskwa: Nauka 1965 Bearbeiten Weblinks Uralgebirge Bearbeiten Siehe auch Acadische Gebirgsbildungsära Pangaea


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