Österreich
Übergangsmetalle
1783
Actinium
Actinoide
Aggregatzustand
Alkalimetalle
Alphastrahlung
Alphazerfall
Aluminium
Americium
Anaerobie
Anomalie des Wassers
Antimon
Argon
Arizona
Arsen
Astat
Atomare Masseneinheit
Atommasse
Atomradius
Barium
Berkelium
Beryllium
Betastrahlung
Bioelement
Bismut
Blei
Bleiwolframat
Block des Periodensystems
Blutplasma
Bohrium
Bolivien
Bor
Brinellhärte
Brom
Bronchialkarzinom
CAS-Nummer
CRESST
Cadmium
Caesium
Calcium
Calciumwolframat
Californium
Carl Wilhelm Scheele
Centers for Disease Control and Prevention
Cer
Charakteristische Röntgenstrahlung
Chemisches Element
Chemisches Element#Sortierte Liste chemischer Elemente
Chlor
Chrom
Chromgruppe
Clarke-Wert
Cobalt
Copernicium
Curium
Darmstadtium
Dart (Spiel)
Deckfarbe
Dehydrogenase
Dense Inert Metal Explosive
Dichte
Dubnium
Dunkle Materie
Dysprosium
Edelgase
Einsteinium
Eisen
Elektrische Leitfähigkeit
Elektron
Elektronegativität
Elektronegativität#Pauling-Skala
Elektronen-Einfang
Elektronenkonfiguration
Elektronenröhre
Elektronenvolt
Elektrophysiologie
Elementsymbol
Empfindlichkeit (Technik)
Energieniveau
Erbium
Erdalkalimetalle
Erdhülle
Erdkruste
Erythrozyten
Erzgebirge
Europium
F-Orbital
Fallon (Nevada)
Farbe
Fausto Elhuyar
Felbertal
Fermium
Festigkeit
Fluor
Fluorwasserstoffsäure
Flusssäure
Formel 1
Francium
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Chemisches Element#Sortierte Liste chemischer Elemente
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Dieser Artikel behandelt das chemische Element Wolfram; zu anderen Bedeutungen von Wolfram siehe Wolfram (Begriffsklärung).
Eigenschaften
Xe 4f145d46s2
74
W
Periodensystem
Allgemein
Name, Symbol, Ordnungszahl
Wolfram, W, 74
Serie
Übergangsmetalle
Gruppe, Periode, Block
6, 6, d
Aussehen
gräulich weiß, glänzend
CAS-Nummer
7440-33-7
Massenanteil an der Erdhülle
64 ppm[1]
Atomar [2]
Atommasse
183,84 u
Atomradius (berechnet)
135 (193) pm
Kovalenter Radius
162 pm
Elektronenkonfiguration
Xe 4f145d46s2
Elektronen pro Energieniveau
2, 8, 18, 32, 12, 2
1. Ionisierungsenergie
770 kJ/mol
2. Ionisierungsenergie
1700 kJ/mol
Physikalisch [2]
Aggregatzustand
fest
Kristallstruktur
kubisch raumzentriert
Dichte
19,3 g/cm3 (20 °C)[3]
Mohshärte
7,5
Magnetismus
paramagnetisch (χm = 7,8 · 10−5)[4]
Schmelzpunkt
3695 K (3422 °C)
Siedepunkt
5828 K (5555 °C)
Molares Volumen
9,47 · 10−6 m3/mol
Verdampfungswärme
824 kJ/mol
Schmelzwärme
35,4 kJ/mol
Schallgeschwindigkeit
5174 m/s
Elektrische Leitfähigkeit
18,52 · 106 A/(V · m)
Wärmeleitfähigkeit
170 W/(m · K)
Chemisch [2]
Oxidationszustände
6, 5, 4, 3, 2
Normalpotential
−0,119 V (WO2 + 4H+ + 4e−
→ W + 2H2O)
Elektronegativität
2,36 (Pauling-Skala)
Isotope
Isotop
NH
t1/2
ZM
ZE MeV
ZP
178W
{syn.}
21,6 d
ε
0,091
178Ta
179W
{syn.}
37,05 min
ε
1,060
179Ta
180W
0,13 %
1,8 · 1018 a
α
2,516
176Hf
181W
{syn.}
121,2 d
ε
0,188
181Ta
182W
26,3 %
Stabil
183W
14,3 %
Stabil
184W
30,67 %
Stabil
185W
{syn.}
75,1 d
β−
0,433
185Re
186W
28,6 %
Stabil
187W
{syn.}
23,72 h
β−
1,311
187Re
188W
{syn.}
69,4 d
β−
0,349
188Re
Weitere Isotope siehe Liste der Isotope
NMR-Eigenschaften
Spin
γ in
rad·T−1·s−1
E
fL bei
B = 4,7 T
in MHz
183W
1/2
1,128 · 107
1,07 · 10−5
4,166
Sicherheitshinweise
Gefahrstoffkennzeichnung [5]
Leicht-
entzündlich
(F)
Pulver
R- und S-Sätze
R: 11
S: 43
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet.
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Wolfram ˈvɔlfram (engl. Tungsten) ist ein chemisches Element mit dem Elementsymbol W und der Ordnungszahl 74. Es zählt zu den Übergangsmetallen, im Periodensystem steht es in der 6. Nebengruppe (Gruppe 6) oder Chromgruppe. Wolfram ist ein weißglänzendes in reinem Zustand sprödes Schwermetall hoher Dichte. Es besitzt von allen reinen Metallen den höchsten Schmelzpunkt und den zweithöchsten Siedepunkt. Seine bekannteste Verwendung ist daher die als Glühwendel in Glühlampen.
Inhaltsverzeichnis
1 Geschichte
2 Vorkommen
2.1 Förderung weltweit
2.2 Förderung in Österreich
3 Gewinnung und Darstellung
4 Eigenschaften
4.1 Physikalische Eigenschaften
4.2 Chemische Eigenschaften
5 Isotope
6 Verwendung
7 Physiologie
7.1 Toxikologie
8 Sicherheitshinweise
9 Verbindungen
9.1 Oxide
9.2 Sonstige Verbindungen
9.3 Verwendung der Verbindungen
10 Einzelnachweise
11 Literatur
12 Weblinks
//
Bearbeiten Geschichte
Bereits im 16. Jahrhundert beschrieb der Freiberger Mineraloge Georgius Agricola das Vorkommen eines Minerals in sächsischen Zinnerzen, welches die Zinngewinnung durch Verschlackung des Zinnanteils erheblich erschwerte. Der Namensbestandteil „Wolf“ rührt von dieser Eigenschaft, da das Mineral das Zinnerz wie ein Wolf „auffraß“. Ob es sich dabei um Wolframit handelte, ist auch heute noch umstritten, da er von der „Leichtigkeit“ des Minerals sprach. Er nannte das Mineral lupi spuma, was aus dem Lateinischen übersetzt soviel wie „Wolf(s)-Schaum“ bedeutet. Später wurde es Wolfram genannt, von mhd. rām „Ruß, Dreck“, da sich das schwarzgraue Mineral sehr leicht zerreiben lässt und dann an Ruß erinnert.[6]
Das im Englischen und Französischen gebräuchliche Wort Tungsten, leitet sich von Tung Sten (schwedisch für „schwerer Stein“) ab. Damit wurde in Schweden seinerzeit aber nicht Wolfram selbst (schwedisch Volfram), sondern Calciumwolframat bezeichnet. In diesem erkannte 1781 der deutsch-schwedische Chemiker Carl Wilhelm Scheele ein bis dahin unbekanntes Salz. Reines Wolfram wurde erstmals 1783 von den spanischen Brüdern Fausto und Juan José Elhuyar (die unter der Leitung von Scheele arbeiteten) durch Reduktion von Wolframtrioxid, welches man aus Wolframit gewinnt, hergestellt.
Bearbeiten Vorkommen
Wolframit aus Portugal
Der Wolframgehalt der Erdkruste liegt etwa bei 0,0001 g/t[7] oder 0,0064 Gewichtsprozent (Clarke-Wert). Das Metall konnte in der Natur bisher nicht gediegen (in reiner Form) nachgewiesen werden. Die „Doklady Akademii Nauk“ in Russland veröffentlichten allerdings 1995 einen Bericht zu gediegenem Wolfram, ohne dass dieser von der zur IMA gehörenden „Commission on new Minerals, Nomenclature and Classification“) (CNMNC) geprüft wurde[8]. Es sind einige Minerale, vor allem Oxide und Wolframate bekannt. Die wichtigsten Wolframerze sind Wolframit (Mn, Fe)WO4 und Scheelit CaWO4. Daneben gibt es weitere Wolframminerale, wie Stolzit PbWO4 und Tuneptit WO3 · H2O.
Die größten Lagerstätten findet man in China, Peru, den USA, Korea, Bolivien, Kasachstan, Russland, Österreich und Portugal. Auch im Erzgebirge findet man Wolframerze. Die sicheren und wahrscheinlichen Weltvorkommen betragen derzeit 2,9 Mio. Tonnen reines Wolfram.
Das bedeutendste bekannte Vorkommen von Wolfram in Europa befindet sich im Felbertal in den Hohen Tauern (Bundesland Salzburg in Österreich).
Bearbeiten Förderung weltweit
2006 betrug die Weltproduktion von reinem Wolfram 73.300 Tonnen[9]. Der mit Abstand größte Produzent an Wolfram ist China. Mehr als 80 % des auf der Welt produzierten Wolframs wird dort hergestellt. Die Staaten mit der größten Förderung von Wolfram (2006): [9]
Rang
Land
Fördermengen
(in Tonnen pro Jahr )
1
China
62.000
2
Russische Föd.
4500
3
Kanada
2500
4
Österreich
1350
5
Portugal
900
6
Nordkorea
600
7
Bolivien
530
8
andere Länder
900
Bearbeiten Förderung in Österreich
In Österreich wurde das Wolframerz Scheelit erstmals schon 1815/16 auf der Goldlagerstätte Schellgaden in der Gemeinde Muhr (Bundesland Salzburg) entdeckt. In der Folge fand man in vielen Klüften der Hohen Tauern schöne, mitunter mehrere Zentimeter große Scheelitkristalle. Diese Funde waren allesamt von keinem praktischen Nutzen. Die große Lagerstätte im Felbertal blieb vorerst unentdeckt.
1950 wurde bekannt, dass in der bereits seit 1927 im Abbau befindlichen Magnesitlagerstätte auf der Wanglalm bei Lanersbach/Tux (Tirol) im hinteren Zillertal Scheelit in größeren Mengen auftrat. Es handelte sich dabei um derben, mit Magnesit und Quarz verwachsenen Scheelit. In den folgenden Jahren wurden jeweils etwa 10.000 Tonnen Erz mit einem Wolframoxidgehalt von durchschnittlich 1,8 % gewonnen, was eine weltweit einmalig hohe Qualität darstellte. Wegen des niedrigen Marktpreises wurde die Wolframgewinnung Ende der 1960er Jahre eingestellt, aber 1971 wiederaufgenommen und bis zur Schließung des Magnesitbergbaues 1976 weitergeführt.
1967 wurde schließlich das bislang größte Scheelitvorkommen Europas im Felbertal entdeckt. Den in Bächen vorhandenen Erzstücken wurde dabei mit Hilfe von UV-Licht nachgespürt (Scheelit fluoresziert). Die schwierigen Explorationsarbeiten im hochalpinen Gelände (höchste Abbaustelle am Brentling in 2100 m Seehöhe) begannen 1971, der vorerst übertägige Bergbau wurde im Felbertal 1976 aufgenommen (ab 1979 auch Untertagebergbau, Übertagebergbau 1986 eingestellt). Von Anfang 1993 bis Mitte 1995 war der Bergbau wegen des niedrigen Marktpreises für Wolfram vorübergehend eingestellt.[10]
Wolframerz aus dem Felbertal wird im nahen Mittersill aufbereitet. Von hier gelangt das Scheelitkonzentrat nach Sankt Martin im Sulmtal (Steiermark). Auf dem Gelände der 1976 geschlossenen Untertage-Braunkohlengrube von Pölfing-Bergla entstand eine Wolframhütte, in der seit 1977 aus Konzentraten aus mehreren Ländern Wolframoxid-, Wolframmetall- und Wolframcarbidpulver hergestellt werden.
Bedeutendste deutsche Verarbeiter sind H.C. Starck und die Longyear GmbH.
Bearbeiten Gewinnung und Darstellung
hochreine aufgedampfte Wolframkristalle
Wolfram kann nicht durch Reduktion mit Kohle aus den oxidischen Erzen gewonnen werden, da hierbei Wolframcarbid entsteht.
Durch Zusatz ammoniakalischer Lösung entsteht ein Komplex namens Ammonium-Parawolframat (APW). Dieser wird abfiltriert und anschließend bei 600 °C in relativ reines Wolframtrioxid überführt. Durch Glühen erhält man Wolfram(VI)-oxid (WO3), das bei 800 °C unter Wasserstoffatmosphäre zu stahlgrauem Wolfram reduziert wird:
Dabei entsteht graues Wolframpulver, dieses wird meist in Formen verdichtet und elektrisch zu Barren gesintert. Bei Temperaturen über 3400 °C kann in speziellen Elektroöfen mit reduzierender Wasserstoffatmosphäre ein kompaktes Wolframmetall erschmolzen werden (Zonenschmelzverfahren).
Bearbeiten Eigenschaften
Bearbeiten Physikalische Eigenschaften
Es ist ein weißglänzendes, hartes, in reinem Zustand dehnbares Metall hoher Dichte – fast gleich hoch wie Gold –, Härte (Brinellhärte von 250 HB) und Festigkeit (Zugfestigkeit von 550-620 N/mm2 (weich) bis 1920 N/mm2 (hart) [11]). Das Metall existiert in einer stabilen kubisch-raumzentrierten α-Modifikation mit einem Netzebenenabstand von 316 pm bei Raumtemperatur. Dieser Kristallstrukturtyp wird häufig nach Wolfram Wolfram-Typ genannt. Bei einer als metastabile β-Modifikation des Wolframs (verzerrt kubisch-raumzentriert) bezeichneten Substanz handelt es sich tatsächlich um das wolframreiche Oxid W3O[12].
Wolfram besitzt nach dem Element Kohlenstoff mit 3422 °C den zweithöchsten Schmelzpunkt aller chemischen Elemente. Der Siedepunkt von 5555 °C wird nur noch von dem seltenen Metall Rhenium mit 5596 °C um 41 K übertroffen. [13][14]
Das Metall ist ein Supraleiter mit einer Sprungtemperatur von 15 mK[15].
Bearbeiten Chemische Eigenschaften
Wolfram ist ein chemisch sehr widerstandsfähiges Metall, das selbst von Fluorwasserstoffsäure und Königswasser (zumindest bei Zimmertemperatur) kaum angegriffen wird. Es löst sich aber in Gemischen aus Fluss- und Salpetersäure und geschmolzenen Gemischen aus Alkalinitraten und -karbonaten auf.
Bearbeiten Isotope
Von Wolfram sind 33 Isotope und 5 Kernisomere bekannt. In der Natur kommen davon 5 Isotope vor 180W, 182W, 183W, 184W und 186W. Das Wolframisotop 184W weist dabei die größte Häufigkeit auf. Alle 5 natürlichen Isotope wurden lange Zeit für stabil gehalten. Erst 2004 gelang dem CRESST Experiment am Laboratori nazionali del Gran Sasso als Nebenergebnis der Suche nach Dunkler Materie der Nachweis, dass das Isotop 180W dem Alphazerfall unterliegt,[16]. Die Halbwertszeit beträgt extrem lange 1,8 Trillionen Jahre, daher ist dieser Zerfall in normaler Laborumgebung nicht nachweisbar. Die Radioaktivität dieses natürlichen Isotops ist so gering, dass sie für alle praktischen Zwecke ignoriert werden kann. Die künstlichen radioaktiven Isotope von Wolfram haben dagegen kurze Halbwertszeiten zwischen 0,9 ms bei 185W und 121,2 Tagen bei 181W.
Bearbeiten Verwendung
Beginn einer Glühwendel
Die wichtigste Anwendung von Wolfram ist wegen seines hohen Schmelzpunktes in der Leuchtmittelindustrie als Glühwendel in Glühlampen und als Elektrode in Gasentladungslampen und in Elektronenröhren.
In Glühlampen macht man sich dabei zu Nutze, dass die elektrische Leitfähigkeit von Wolfram deutlich geringer ist als die der Leitungsmetalle Kupfer und Aluminium. Dadurch heizt sich die dünne Glühwendel aus Wolfram auf, bis sie glüht, während die dickeren Zuleitungen aus den Leitungsmetallen kaum warm werden.
Seine zweite große Bedeutung hat es als Legierungsmetall in der Eisenmetallurgie. Es bildet in Werkzeugstählen Wolframcarbide, welche die Sekundärhärte erhöhen.
Auf Grund seiner hohen Dichte wird es für Ausgleichsgewichte und zur Abschirmung von Strahlung verwendet. Obwohl seine Dichte und damit die Abschirmwirkung wesentlich höher ist als die von Blei, wird es seltener als Blei für diesen Zweck verwendet, da es teurer und schwerer zu verarbeiten ist. Ebenfalls wird wegen der hohen Dichte des Wolframs in einigen Armeen panzerbrechende Munition mit einem Projektilkern aus Wolframcarbid anstelle des billigeren, aber radioaktiven und giftigen abgereicherten Urans verwendet. Im Zweiten Weltkrieg war Wolfram wichtig für den Bau der deutschen Panzergranate 40, welche einen Wolframkern besaß. In Zukunft soll Munition mit Wolframkern vom neuen Schützenpanzer Puma benutzt werden, der den Marder ablösen soll.
Wegen seiner hohen Korrosionsbeständigkeit kann Wolfram auch als Werkstoff für Apparaturen in chemischen Anlagen verwendet werden. Allerdings wird diese Anwendungsform wegen der schlechten Bearbeitbarkeit von Wolfram (Wolfram kann nur mittels Laser- oder Elektronenstrahl geschweißt werden) nur selten angewandt. Das Gleiche gilt auch für eine denkbare Anwendung im Bereich der Medizintechnik.
In der Physiologie, besonders der Neurophysiologie, werden Mikroelektroden aus Wolfram für extrazelluläre Ableitungen verwendet.
WIG-Schweißen
Zudem werden Elektroden für Schweißprozesse aus Wolfram hergestellt. Z.B. beim Widerstandsschweißen, insbesondere wenn Werkstoffe wie Kupfer, Bronze oder Messing geschweißt werden sollen. Auch beim universellen WIG (Wolfram-Inert-Gas) Schweißen besteht eine Elektrode aus Wolfram oder einer Legierung davon. Diese Elektroden werden dabei nicht im Schweißprozess abgeschmolzen. Der Lichtbogen brennt dabei als Plasma in einem Schutzgas zwischen der Elektrode und dem Bauteil. Das Füllmaterial wird in Form von Stäben separat zugeführt.
Ring (Schmuck) aus Wolframcarbid
Im Sport kommt Wolfram zur Herstellung hochwertiger Barrels für das Dartspiel zum Einsatz, und beim Hammerwurf wurden Hammerköpfe zeitweise zur Reduktion des Luftwiderstandes und des Rotationsradius ebenfalls aus Wolfram gefertigt. Außerdem werden Wolframplatten als Zusatzgewichte in der Formel 1 verwendet, um das vorgeschriebene Mindestgewicht von Formel 1-Wagen (inkl. Öl-, Brems- und Kühlflüssigkeit, sowie Fahrer im Rennoverall und mit Helm) von 600 kg zu erreichen. Auch im Segelsport kommt es seit einiger Zeit in den Kielbomben großer Racer zum Einsatz. Dabei wird der Wasserwiderstand durch die größere Dichte gegenüber herkömmlichen Materialien wie Blei oder Gusseisen stark verringert. Ebenso gibt es bereits Schläger im Tennissport, in deren Carbonrahmengeflecht Wolframfasern eingearbeitet wurden. So können ganz gezielt bestimmte Bereiche des Schlägerrahmens zusätzlich stabilisiert werden um die Spielpräzision zu erhöhen.
Saiten für Musikinstrumente werden zum Teil mit Wolfram umsponnen, um ihr Gewicht zu erhöhen und dadurch die Tonhöhe zu verringern.
Wolfram findet auch in der Röntgendiagnostik als Targetmaterial in der Anode Verwendung. Die Kα- und Kβ-Linien der Charakteristischen Röntgenstrahlung liegen um 59 keV bzw. 67 keV.
In der Rastertunnelmikroskopie wird Wolfram oft als Material für die Sondenspitze verwendet.
Seit Anfang des 21. Jahrhunderts wird Wolframcarbid, fälschlicherweise als Wolfram bezeichnet, auch zu Schmuck (Tungsten-Schmuck), z. B. Ringen verarbeitet. Dieses ist sehr leicht anhand der Härte und der Dichte feststellbar. WC hat die Mohshärte 9,5, Wolfram nur 7,5. Bisher sind alle auf dem Markt befindlichen Schmuckteile aus Wolframcarbid hergestellt.
Bearbeiten Physiologie
Wolfram wird als positives Bioelement von anaeroben Bakterien des Typs Eubacterium acidaminophilum verwendet und als Cofaktor in einige Enzyme eingebaut. E. acidaminophilum ist ein Aminosäuren vergärendes Bakterium, welches Wolfram in den Enzymen Formiat-Dehydrogenase und Aldehyd-Dehydrogenase nutzt. In diesen Organismen ersetzt Wolfram das Molybdän, weil es in deren natürlichen Umgebung (Vulkanschlote am Meeresboden) weitaus häufiger vorkommt.[17][18][19]
Bearbeiten Toxikologie
Nach dem derzeitigen Wissensstand gelten Wolfram und seine Verbindungen als physiologisch unbedenklich. Lungenkrebserkrankungen bei Arbeitern in Hartmetall produzierenden oder verarbeitenden Betrieben werden auf das ebenfalls anwesende Cobalt zurückgeführt.[20]
Im Tiermodell wurde festgestellt, dass die größte Menge an peroral aufgenommenen Wolfram-Verbindungen wieder rasch über den Urin ausgeschieden wird. Ein kleiner Teil des Wolframs geht in das Blutplasma und von dort in die Erythrozyten über. Danach wird es in den Nieren und im Knochensystem abgelagert. Drei Monate nach der Verabreichung wird der größte Anteil des insgesamt nur in sehr kleiner Menge vom Körper aufgenommenen Wolframs in den Knochen gefunden.[21]
2003 wurden in Fallon/Nevada mit 16 seit 1997 an Leukämie erkrankten Kindern und in Sierra Vista/Arizona mit 9 ebenfalls an Blutkrebs erkrankten Kindern zwei sogenannte Krebscluster – das ist ein lokales Gebiet mit einer überdurchschnittlich hohen Rate an Krebserkrankungen – identifiziert. In beiden Orten weist das Trinkwasser außergewöhnlich hohe Konzentrationen von Wolfram auf. Im Urin der Bevölkerung wurden deutlich erhöhte Wolframkonzentrationen nachgewiesen. Beide Orte sind für ihre Vorkommen von Wolfram-Erzen bekannt. [22][23] In den nachfolgenden, etwa ein Jahr dauernden Untersuchungen des Centers for Disease Control (CDC) konnte allerdings kein direkter Zusammenhang zwischen Wolfram und den Leukämie-Erkrankungen festgestellt werden. Wolfram zeige in keinem Testverfahren karzinogene Wirkungen, und in anderen Orten Nevadas mit ähnlich hohen Wolframwerten im Urin der Bevölkerung seien keine Krebscluster feststellbar.
In einer neuen Studie sieht das Radiobiology Research Institute mit Sitz in Bethesda diese Befürchtung nun jedoch bestätigt. 92 Ratten wurden kleine Wolframstücke implantiert. Jedes Tier entwickelte nach einigen Monaten bösartige Tumore um das Wolfram, die Metastasen in der Lunge hervorbrachten. Eine Kontrollgruppe von Ratten, die Tantal injiziert bekam, entwickelte keinen Krebs. [24] Dieses Ergebnis ist besonders für die Wehrtechnik von Bedeutung, da Splitter von Wolframmunition (z. B. DIME-Waffen) auch bei keiner sofortigen Tötung nach Monaten durch Krebserzeugung indirekt tödlich sein können.
Bearbeiten Sicherheitshinweise
Als Pulver oder Staub ist es leicht entzündlich, in kompakter Form nicht brennbar.
Bearbeiten Verbindungen
Bearbeiten Oxide
Wolfram bildet mehrere Oxide[25]. Zwischen dem Anfangsglied:
Wolfram(VI)-oxid WO3 – zitronengelb
und dem Endglied:
Wolfram(IV)-oxid WO2 – braun
gibt es noch folgende intermediäre Oxide:
W10O29 blauviolett, Homogenitätsbereich WO2,92-WO2,88
W4O11 rotviolett, Homogenitätsbereich WO2,76-WO2,73
W18O49, WO2,72
W20O50, WO2,50
Bearbeiten Sonstige Verbindungen
Natriumwolframat Na2WO4
Zirkoniumwolframat ZrW2O8 zeigt beim Erwärmen eine Anomalie.
Wolframbronzen MxWO3; M=Alkali-,Erdalkalimetall,Lanthanoid, ca. 0.3 < x < 0.9 besitzen elektrische Leitfähigkeit und sind intensiv und je nach Metallgehalt unterschiedlich gefärbt.
Calciumwolframat CaWO4 ist als Mineral unter dem Namen Scheelit bekannt.
Wolframcarbid WC ist eine extrem harte metallähnliche Verbindung. Daneben gibt es noch Diwolframcarbid W2C.
Wolframhexafluorid WF6
Bleiwolframat PbWO4
Bearbeiten Verwendung der Verbindungen
Wolframcarbid wird als Neutronenreflektor bei Kernwaffen eingesetzt, um die kritische Masse herabzusetzen. Wolframcarbide (Hartmetall) werden aufgrund ihrer hohen Härte in der Materialbearbeitung verwendet.
Wolframate werden zur Imprägnierung von Stoffen verwendet, um diese schwer entflammbar zu machen.
Wolframhaltige Farben werden in der Malerei sowie in der Keramik- und Porzellanindustrie verwendet.
Bleiwolframat wird als moderner Szintillator in der Teilchenphysik verwendet.
Bearbeiten Einzelnachweise
↑ Harry H. Binder: Lexikon der chemischen Elemente, S. Hirzel Verlag Stuttgart 1999, ISBN 3-7776-0736-3
↑ Die Werte für die Eigenschaften (Infobox) sind, wenn nicht anders angegeben, aus www.webelements.com (Wolfram) entnommen.
↑ N. N. Greenwood und A. Earnshaw: Chemie der Elemente, 1. Auflage, 1988, S. 1291, ISBN 3-527-26169-9.
↑ Weast, Robert C. (ed. in chief): CRC Handbook of Chemistry and Physics. CRC (Chemical Rubber Publishing Company), Boca Raton 1990. Seiten E-129 bis E-145. ISBN 0-8493-0470-9. Werte dort sind auf g/mol bezogen und in cgs-Einheiten angegeben. Der hier angegebene Wert ist der daraus berechnete maßeinheitslose SI-Wert.
↑ Eintrag zu Wolfram (Pulver) in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 22. November 2010 (JavaScript erforderlich)
↑ Kluge: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. (24. Auflage) Berlin: Walter de Gruyter 2002, Seiten 995–996. ISBN 3-11-017473-1
↑ dtv-Atlas zur Chemie. Bd 1, S.243.
↑ IMA/CNMNC List of Mineral Names - Tungsten (englisch, PDF 1,8 MB; S. 290)
↑ a b Wolfram bei usgs mineral Resources
↑ Wolfram Bergbau- und Hütten-GmbH Nfg. KG, abgerufen am 21. April 2009
↑ http://www.goodfellow.com/G/Wolfram.html
↑ Hollemann-Wiberg : Lehrbuch der Anorganischen Chemie, 101.Aufl
↑ http://www.webelements.com/rhenium/physics.html
↑ http://www.webelements.com/tungsten/physics.html
↑ Holleman-Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie 102. Auflage, 2007, S. 1426
↑ Cristina Cozzini et al, Detection of the natural α decay of tungsten, Physical Review C (2004), preprint
↑ Rauh D et al. Tungsten-containing aldehyde oxidoreductase of Eubacterium acidaminophilum., in Eur J Biochem, 271/2004, S.212–9.
↑ Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Wolframat-Aufnahme Gram-positiven anaeroben Bakterien, abgerufen am 23. November 2007
↑ Bevers LE, Hagedoorn PL, Hagen WR: The bioinorganic chemistry of tungsten. In: Coord. Chem. Rev.. 253, 2009, S. 269-90.
↑ Agency for Toxic Substances & Disease Registry: Toxicologic Profile for Tungsten, abgerufen am 22. Februar 2009
↑ George Kazantzis und Per Leffler, in Handbook on the Toxicology of Metals (Third Edition), 2007, S. 871–9
↑ vom 4. Februar 2003, Wolfram für die Entstehung von Leukämie mitverantwortlich?
↑ Pressetext Austria vom 4. Februar 2003, Wolfram verändert Leukämie-Zellen
↑ Kalinich JF, Emond CA, Dalton TK, Mog SR, Coleman GD, et al. Embedded Weapons-Grade Tungsten Alloy Shrapnel Rapidly Induces Metastatic High-Grade Rhabdomyosarcomas in F344 Rats. 2005 in Environ Health Perspect 113(6) doi:10.1289/ehp.7791
↑ Dr. Heinrich Remy: Lehrbuch der Anorganischen Chemie Band I + II, Leipzig 1973
Bearbeiten Literatur
Holleman-Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie. 102. Auflage, de Gruyter, Berlin, 2007, ISBN 978-3-11-017770-1
Hans Breuer: dtv-Atlas Chemie, Band 1. dtv-Verlag, 9. Auflage 2000, ISBN 3-423-03217-0
M. Binnewies: Allgemeine und Anorganische Chemie. Spektrum Verlag, 1. Auflage 2004, ISBN 3-8274-0208-5
N. N. Greenwood, A. Earnshaw: Chemie der Elemente. VCH Verlagsgesellschaft, 1. Auflage 1988, ISBN 3-527-26169-9
Harry H. Binder: Lexikon der chemischen Elemente - das Periodensystem in Fakten, Zahlen und Daten. Hirzel, Stuttgart 1999, ISBN 3-7776-0736-3
Bearbeiten Weblinks
Wiktionary: Wolfram – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Commons: Wolfram – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Mineralienatlas:Wolfram (Wiki)
F1Total.com-News – Dank Wolfram schwer auf den Punkt gebracht
Komplette Daten bezüglich des Wolframs (Englisch)
Bild in der Sammlung von Heinrich Pniok
Periodensystem der Elemente
H
He
Li
Be
B
C
N
O
F
Ne
Na
Mg
Al
Si
P
S
Cl
Ar
K
Ca
Sc
Ti
V
Cr
Mn
Fe
Co
Ni
Cu
Zn
Ga
Ge
As
Se
Br
Kr
Rb
Sr
Y
Zr
Nb
Mo
Tc
Ru
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Wolfram|Alpha Releases API Version 2.0
Version 2.0 Delivers Enhanced Features and Opens Access to All Developers With Free API for Personal Use and Simplified Commercial Licenses
Wolfram Research, Inc.
Wolfram Research, makers of Mathematica, the only fully integrated technical computing software
Wolfram education apps raise teaching dilemma
A company that caters to Ph.Ds is recrafting its software for students of math, music, and more. But will turning an iPod into a calculus calculator be a crutch or a brain booster?
Stephen Wolfram: Can he topple Google? | Technology | The ...
Stephen Wolfram had a dream: to invent a search engine that could work stuff out for us. Alex Bellos meets the scientist who might just change the way we use the internet
Wolfram education apps raise teaching dilemma
A company that caters to Ph.Ds is recrafting its software for students of math, music, and more. But will turning an iPod into a calculus calculator be a crutch or a brain booster? Originally posted at Deep Tech
Stephen Wolfram - Wikipedia, the free encyclopedia
Stephen Wolfram (born 29 August 1959) is a British physicist, software developer, mathematician, author and ... Stephen Wolfram's parents were Jewish refugees who emigrated ...
Wolfram Alpha LLC Deploys Innovation-Focused Business Strategy
Names Social and Virtual Communities Pioneer Luc Barthelet as Executive Director
MathWorld
Comprehensive and interactive encyclopedia of mathematical equations, terms, derivations, and more, for students, educators, math enthusiasts, and researchers.
Wolfram Alpha's API is Free, But is it Open?
Wolfram Alpha has assembled an impressive collection of information on everything from chemistry to high finance , but until recently external developers could only access it by paying between two and six cents per query . Today the company announced a big change to its pricing plans which gives non-commercial users 2,000 free calls a month, as well as adding new features like the asynchronous ...
Wolfram|Alpha
Wolfram|Alpha gives you access to the world's facts, without searching. See what everyone is talking about.
'Jeopardy!' declares Google superior to Bing
'Jeopardy!" is turning into the gold standard for testing artificial intelligence. In two weeks, the game show will air a much-hyped man-vs-machine challenge, pitting "Jeopardy!" champs Ken Jennings and Brad Rutter against Watson, IBM's latest computer, to determine whether flesh or silicon will reign supreme. Now, computer expert Stephen...
o age y algn nombre medianamente famoso Funciona para Mac Windows o Linux y en su home existe la pestaa de ejemplos examples donde poder empezar a familiarizarse con el buscador En principio habr que esperar primero a ver como se adapta el usuario que ya est ms que familiarizado con el uso de google y similares aunque no deja de ser una nueva puerta que
http://www.gentedigital.es/blogs/iblog/10/blog-post/1712/wolfram-alpha-de-que-va-esto
Wolfram Web Resources
Descriptions of Wolfram Research sites, including: Wolfram|Alpha, Documentation, Demonstrations Project, Library Archive, Mathematica Journal, Web ...
Google Would Beat Bing At Jeopardy, Says Wolfram
destinyland writes "Stephen Wolfram, the physicist behind the Wolfram Alpha 'answer engine,' believes that Google would beat Bing in any contest based on questions from Jeopardy. 'Wolfram took a sample of Jeopardy clues and fed them into search engines,' explains one technology blog. 'When it came to the first page, Google got 69 percent correct, just beating Ask with 68 percent and Bing on 63 ...
Wolfram Alpha - Wikipedia, the free encyclopedia
Wolfram Alpha (styled Wolfram|Alpha) is an answer engine developed by Wolfram Research. ... Wolfram Alpha then computes and provides answers and relevant visualizations ...
How well do search engines play 'Jeopardy'?
Cosmic Log: A computer scientist determines that Google, Bing and other search engines answer "Jeopardy" questions about as well as humans, but have a ways to go beat champ Ken Jennings.
Wolfram User Portal
Wolfram User Portal. To be able to use all features of this page, you ... A Wolfram ID is an account that allows you to securely access various Wolfram websites ...
2nd suspect arrested in robbery
Concord The Concord police have charged a second suspect with staging a robbery last week at the RadioShack on Fort Eddy Road. Andrew Wolfram, 21, of Concord turned himself in to the police Monday and was charged with theft, conspiracy to commit theft, conspiracy to commit false report and possession of a controlled drug. The police said he and Joshua Thomas, 19, of Concord staged a robbery Jan ...
Wolfram Demonstrations Project
An expanding collection of freely available, interactive Demonstrations in math, science, and many other areas--at all levels from elementary education to front-line ...
Here's The Real Reason IBM Is Building Its "Watson" Computer
IBM ’s Watson is gearing up for a championship round of Jeopardy against brainiacs Ken Jennings and Brad Rutter next month. To prep, the supercomputer has sparred against dozens of former Jeopardy Tournament of Champions.



















